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Der erste Mai
(von Friedrich von Hagedorn;
1708-1754)
Wenig hab ich noch empfunden (von Ludwig Uhland) Mai 1 Die Kinder schreien "Vivat hoch!" 2 Die Kinder haben die Veilchen
gepflückt, (von Theodor Storm) (von Gottlieb Konrad Pfeffel) An ein Maienlüftchen Erhebe dich mit allem süßen Raube Mir hat das Glück noch keinen Kuß bescheret; (von Gottfried August Bürger;
1747-1794) Mailieder 1. Maienwind Wie Tauben sind sie weitergeflogen, Mutwillige Mädchenwünsche 2. Garten Sieh mal, Hold, da unser Garten Bläulicher Flieder. 4. Glück Das ist dir gar ein glücklicher Mann, (von Peter Hille; 1854-1904)
Sehnsucht nach dem Frühling Komm, lieber Mai, und mache Wie möcht' ich doch so gerne Zwar Wintertage haben Baut Häuserchen von Karten, Doch wenn die Vöglein singen Jetzt muß mein Steckenpferdchen Am meisten aber dauert Umsonst hol' ich ihr Spielchen Ach, wenn's doch erst gelinder O komm und bring vor allen (von Christian Adolf Overbeck;
1775-1821) In Blüten schwamm das Frühlingsland, Voll Reu und Leid hatt' ich den Mai Da war ein Donnerschlag geschehn, "Steh auf! steh auf! entraffe dich Zur Erntezeit
1.
Das ist die üppige Sommerzeit, Ich hör' ein heimliches Dröhnen gehn Sie sehnen sich nach Gewitternacht, 2.
Es deckt der weiche Buchenschlag Und sachte streicht darüber hin Mir ist, ich trag' ein grünes Kleid Wie sie so freundlich sich bemüht, Uns beiden ist, dem Land und mir, Ein Heimatloser sputet sich (von Gottfried Keller; 1819-1890) Tal von Biban-el-Muluk. - Am
folgenden Tage, Donnerstag, den 2. Mai, um sechs Uhr morgens Aufbruch zu Pferde.
Man hat mir einen englischen Sattel gegeben, ich trage meine hohen Stiefel und
meine weite leinene Nizam-Hose; ich habe große Freude am Reiten. Besichtigung
des Tempels von Kurna und der Königsgräber von Biban-el-Muluk. Auf dem Wege in
das Tal der Könige ist die Gegend mörderisch: man steigt langsam zwischen
nackten Bergen in einer breiten Schlucht empor; große zerklüftete Felswände
stehen da, das abbröckelnde Gestein rollt unter den Hufen der Pferde; die
Steigbügel verbrennen mir die Füße. (Aus "Reisetagebuch
aus Ägypten" 4. Glockenblume 3. Mai 1834. Ich hasse eigentlich keinen Menschen auf Gottes
ganzer grüner Erde - aber da ist ein junger Mann, der mir nachgerade zuwider
wird, wie die ärgste meiner Sünden. Er ist ein Begegner, deren fast jeder
einen hat, so wie ich ihn; ob aber der andern ihre auch so emsig und unermüdlich
sind, daran zweifle ich. Gehe ich in den Prater, so sitzt er auf einer Bank,
fliege ich von da in's Belvedere, so geht er schon am Rennwege herein. Wenn Dir
etwa in den Pyrenäen ein langer Herr vorfällt, der kein Halstuch umhat, und
schlechthin den Mylord spielt, der ist es und kein anderer. Es ist mir, als
suche er mich ordentlich. Entweder ist er der ewige Jude, oder jener Reisende,
dessen Name überall steht, oder weil dieser gestorben sein soll, sein Geist. Es
wäre das Vernünftigste, wir grüßten uns gegenseitig höflich. Ich hätte
mich weniger über ihn aufgehalten - aber am ersten Mai, da ich mit Lothar von
Dornbach den so schönen Weg nach Haimbach machte, und eben dort ankam, war er
auch da, jedoch zum Glücke gerade im Begriffe, in den Wagen zu steigen zu einer
Dame, die schon darinnen saß und - stelle dir vor - mein Griechenbild aus der
St. Annenkirche war. Es saß noch die alte, schöne Frau bei ihr, ihre gewöhnliche
Begleiterin, und dann eine junge, schlanke Gestalt, die aber einen ganzen
Wolkenbruch von Schleiern über dem Gesichte hatte. Wie kommt er nun zu dieser? (Aus "Feldblumen" von
Adalbert Stifter) Am 22. Mai Daß das Leben des Menschen nur ein
Traum sei, ist manchem schon so vorgekommen, und auch mit mir zieht dieses
Gefühl immer herum. Wenn ich die Einschränkung ansehe, in welcher die tätigen
und forschenden Kräfte des Menschen eingesperrt sind; wenn ich sehe, wie alle
Wirksamkeit dahinaus läuft, sich die Befriedigung von Bedürfnissen zu
verschaffen, die wieder keinen Zweck haben, als unsere arme Existenz zu verlängern,
und dann, daß alle Beruhigung über gewisse Punkte des Nachforschens nur eine
träumende Regignation ist, da man sich die Wände, zwischen denen man gefangen
sitzt, mit bunten Gestalten und lichten Aussichten bemalt - das alles, Wilhelm,
macht mich stumm. Ich kehre in mich selbst zurück, und finde eine Welt! Wieder
mehr in Ahnung und dunkler Begier als in Darstellung und lebendiger Kraft. Und
da schwimmt alles vor meinen Sinnen, und ich lächle dann so träumend weiter in
die Welt. Daß die Kinder nicht wissen, warum sie wollen,
darin sind alle hochgelehrten Schul- und Hofmeister einig; daß aber auch
Erwachsene gleich Kindern auf diesem Erdboden herumtaumeln und wie jene nicht
wissen, woher sie kommen und wohin sie gehen, ebensowenig nach wahren Zwecken
handeln, ebenso durch Biskuit und Kuchen und Birkenreiser regiert werden: das
will niemand gern glauben, und mich dünkt, man kann es mit Händen greifen. Ich gestehe dir gern, denn ich weiß, was du mir
hierauf sagen möchtest, daß diejenigen die Glücklichsten sind, die gleich den
Kindern in den Tag hinein leben, ihre Puppen herumschleppen, aus- und anziehen
und mit großem Respekt um die Schublade umherschleichen, wo Mama das Zuckerbrot
hineingeschlossen hat, und, wenn sie das gewünschte endlich erhaschen, es mit
vollen Backen verzehren und rufen: "mehr!" - das sind glückliche Geschöpfe.
Auch denen ist's wohl, die ihren Lumpenbeschäftigungen oder wohl gar ihren
Leidenschaften prächtige Titel geben und sie dem Menschengeschlechte als
Riesenoperationen zu dessen Heil und Wohlfahrt anschreiben. - Wohl dem, der so
sein kann! Wer aber in seiner Demut erkennt, wo das alles hinausläuft, wer da
sieht, wie artig jeder Bürger, dem es wohl ist, sein Gärtchen zum Paradiese
zuzustutzen weiß, und wie unverdrossen auch der Unglückliche unter der Bürde
seinen Weg fortkeucht, und alle gleich interessiert sind, das Licht dieser Sonne
noch eine Minute länger zu sehn - ja, der ist still und bildet auch seine Welt
aus sich selbst und ist auch glücklich, weil er ein Mensch ist. Und dann, so
eingeschränkt er ist, hält er doch immer im Herzen das süße Gefühl der
Freiheit, und daß er diesen Kerker verlassen kann, wann er will. (...) (Aus "Die Leiden des jungen
Werther" von Goethe) Aussaat im Freiland:
Einjährige Sommerblumen, Dill, Majoran, Kresse, Dahlienknollen,
Gladiolenzwiebel. Bohnen, Erbsen, Karotten, Kartoffeln, Radieschen, Salate,
Spinat, Gurken. Rasen. Gartenbücher
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