Juni
Brachet

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Autorengeburtstage Bauernregeln
Texte zum Juni Gartentipps



Autorengeburtstage:
Ferdinand Raimund (1.6.1790) Mircea Cărtărescu (1.6.1956)
Marquis de Sade (2.6.1740) Philippe Djian (3.6.1949)
Federico García Lorca (5.6.1898) Thomas Mann (6.6.1875)
Marguerite Yourcenar (7.6.1903) Mascha Kaléko (7.6.1907)
Orhan Pamuk (7.6.1952) Saul Bellow (10.6.1915)
Yasunari Kawabata (11.6.1899) H. C. Artmann (12.6.1921)
William Butler Yeats (13.6.1865) Fernando Pessoa (13.6.1888)
Salman Rushdie (15.6.1947) Robert Schneider (16.6.1961)
Richard Powers (18.6.1957) Joaquim Maria Machado de Assis (21.6.1839)
Jean-Paul Sartre (21.6.1905) Françoise Sagan (21.6.1935)
Robert Menasse (21.6.1954) Jean Anouilh (23.6.1910)
Ambrose Bierce (24.6.1842) Gerhard Roth (24.6.1942)
Eric Arthur Blair (= George Orwell) (25.6.1903) Ingeborg Bachmann (25.6.1926)
Luigi Pirandello (28.6.1867) Marlene Streeruwitz (28.6.1950)
Antoine de Saint-Exupéry (29.6.1900) Sławomir Mrožek (29.6.1930)
Czesław Miłosz (30.6.1911)

7. Himmelblauer Enzian

3. Juni 1834.

Seit dem zwölften Mai gab es gar nichts; aber das Ende dieses Monats war eigenthümlich genug. Das Wetter hatte sich lange zusammengezogen, und Anzeichen und Wahrsagungen und Ahnungen und Alles ging vorher; nun ist es da - ich bin verliebt, und, bei Gott! ich nehme mir vor, es ganz unmäßig zu sein und den Becher tüchtig rasch hineinzutrinken, in den sie uns das himmlisch süße Gift thun.

Höre mich - ich will Dir Alles schreiben. Am letzten Mai war ich bei Aston geladen und ging hin. Die Pastoralsimphonie wurde von lauter feurigen Verehrern des todten Meisters vortrefflich ausgeführt. Ich floh in sein Schreibstübchen, in das keine andere Beleuchtung floß, als eine sanfte Dämmerung aus einem dritten Zimmer, in welchem vier dicht bei einander stehende Lampen aus matt geschliffenem Glase die Milch ihres Lichtes ergossen. An dieses ferne Zimmer erst stieß der Saal, wo die Musik und die Gesellschaft war; ich war also so gut wie allein. Auf dem weichen weißen Sammte dieses Lichtes nun wallte die Simphonie zu mir herein und brachte alle Idyllen und Kindheitsträume mit, und je mehr sie schwoll und rauschte, um so mehr zog sie gleichsam goldne Fäden um das Herz. Wie ist diese Musik rein und sittlich gegen den leichtfertigen Jubel unserer meisten Opern! Auf unbefleckten weißen Taubenschwingen zieht sie siegreich in die Seele.

(Aus "Feldblumen" von Adalbert Stifter)


(...) Unterwegs bemerkte ich, daß die Kameltreiber einer kleinen Eidechse mit plattem Kopf, Bu-Bris genannt, einer Gekko-Art, eifrig nachstellten und jede, derer sie habhaft wurden, töteten. Sie meinten, das Tierchen vergifte durch seinen Hauch die Speisen, es könne dem Menschen einen Ausschlag anspritzen, und schwangere Frauen, die von ihm angeblickt würden (Basiliskenblick), kämen mit gefleckten Kindern nieder. Das unschuldige Tierchen ist in diesem Teil der Vorwüste überaus häufig. Um die Leute von der Torheit ihres Wahns zu überzeugen, nahm ich eine Bu-Bris in die Hand, setzte sie auf meinen Fuß und ließ sie über meinen Teeteller laufen - aber vergebens, sie blieben bei ihrem abergläubischen Vorurteil und sagten, ich sei gegen das böse Wesen gefeit.
Am 10. Juni durfte ich hoffen, endlich unser nächstes Ziel, die Oase Derdj, zu erreichen. Es war höchste Zeit: Infolge der großen Hitze waren die Kamele von dem achttägigen Marsch durch die Hammada erschöpft, meine Diener ertrugen zum Teil nur schwer die ungewohnten Strapazen, und zwei von ihnen sowie ich selbst litten an Diarrhöe, die trotz starker Opiumgaben nicht weichen wollte. Mich hatte der kurze Wüstenmarsch bereits so abgemagert, daß ich meine Geldkatze, die mir früher zu eng gewesen war, jetzt noch um fünf Zoll einnähen mußte, ja, ich fühlte an den abnehmenden Kräften, daß eine ernstliche Krankheit im Anzug war.
Wir zogen noch an einigen Gra vorüber, erblickten im Norden von uns auf etwa acht Kilometer Entfernung den Djebel el-Chaschm-el-Dub und durchschritten um halb neun Uhr den Chorm Tuil-el-Nailat (Langer Paß der Sandalen). Um zehn Uhr "gielten" wir. Ich sandte zwei Diener mit meinem Bu-Djeruldi voraus, damit sie mich bei den Bewohnern Derdjs anmeldeten und einen guten Lagerplatz für uns aussuchten. Der Zug folgte ihnen erst um vier Uhr nachmittags.
Abends erreichten wir endlich den Ort Derdj, nachdem schon lange vorher Spuren von Menschen und Tieren uns dessen Nähe verkündet hatten. Die Einwohner bereiteten mir einen recht freundlichen Empfang, der Bu-Djeruldi schien seine Wirkung auf sie nicht verfehlt zu haben. Für unser Lager hatten sie einen reizenden Platz, unter Palmen und hinlänglich mit Wasser versehen, bestimmt, allein ich zog es vor, auf der luftigeren Hammada zu kampieren, wo ich mir von den frischen Winden einen heilsamen Einfluß auf meine stark angegriffene Gesundheit versprach. (...)

(Aus "Quer durch Afrika. Die Erstdurchquerung der Sahara
vom Mittelmeer zum Golf von Guinea 1865-1867" 
von Gerhard Rohlfs)


Dreizehnte Szene

Lips (allein, zur Mitteltüre vorsichtig eintretend)

Lips Herr Krautkopf! Er is nicht da! G'scheit! Also so betrauern die Erben einen Dahingeschiedenen? Den möcht' ich sehen, dem da nicht der Gusto zum Sterben vergeht! - Ha - der Gedanke is Gold wert! - (Er setzt sich an den Tisch und schreibt auf der anderen Seite des daselbst liegengebliebenen Testamentes.) Über den Artikel sollt ihr euch wundern! Wart'ts, meine guten Freund', weil ihr gar so gute Freund' seids - muß ich euch eine kleine Überraschung machen. - So, den 19. Juni - am 20. bin ich ins Wasser g'fall'n, am 19. war ich noch Mann und Bürger. Punktum, aber keinen Streusand drauf! (Er steht auf.) Jetzt is mir um einige Zenten leichter ums Herz! (Eilt durch die Mitteltüre ab.)

(Aus "Der Zerrissene. Posse mit Gesang in drei Akten"
von Johann Nepomuk Nestroy)


Castleton, den 30sten Juni.

Ehe ich Ihnen von meinem hiesigen Aufenthalt etwas sage, will ich in der Erzählung meiner Abenteuer fortfahren, und nur da wieder anfangen, wo ich es in meinem letzten Briefe gelassen habe.
Am Dienstage Nachmittage führte mich Herr Modd auf die Spaziergänge bei Oxford, und bemerkte denn ziemlich oft, daß sie nicht nur in England, sondern überhaupt in Europa nicht schöner sein könnten. Es waren wirklich auch recht hübsche Gänge und Alleen, insbesondre gefiel mir ein kleiner Spaziergang längst einem Flusse, hinter Christcorpscollege.
Wir setzten uns hier auf eine Bank nieder, und Herr Modd zog ein Journal aus der Tasche, worin unter andern auch ein deutsches Buch vom Professor Beckmann in Göttingen recensiert, und gelobt war. Herr Modd schien bei dieser Gelegenheit einigen Respekt für die deutsche Literatur zu bezeugen. Endlich schieden wir von einander, er zur Besetzung der Küsterstelle in Dorchester, und ich in die Miter, um mich ebenfalls zu meiner Abreise aus Oxford anzuschicken, die denn auch den Mittwoch früh um drei Uhr mit der Postkutsche vor sich ging, nachdem ich vorher eine verhältnismäßig ziemlich billige Rechnung bezahlt hatte.
Inwendig in der Postkutsche saß nur noch ein junger Mensch, der zwar schwarz gekleidet, aber nach seiner Kokarde am Hute zu schließen, ein Officier war. Hingegen war die Außenseite der Kutsche mit Weibern und Soldaten ganz besetzt. Die Weiber von geringem Stande tragen hier eine Art kurzer Mäntel von rotem Tuch, übrigens Hüte, wie die Vornehmen.
Die Tracht mit den Hüten, welche bei dem Englischen Frauenzimmer so gemein ist, daß sich die geringste Dienstmagd ihrer bedient, nimmt sich, wie mir deucht, weit besser aus, als die Hauben und Mützen unsers deutschen Frauenzimmers von bürgerlichem Stande. Es ist überhaupt in England kein so großer Unterschied in der Kleidung zwischen den Vornehmen und Geringen, als in Deutschland.

(Aus "Reisen eines Deutschen in England im Jahre 1782" von Karl Philipp Moritz)


Bauernregeln für den Monat Juni:

Schönes Wetter auf Fortunat (1. Juni),
ein gutes Jahr zu bedeuten hat.  
St. Barnabas (11. Juni) macht, 
wenn er günstig ist,
wieder gut, was verdorben ist.  
Regnet's an Peter und Paul (29. Juni),
wird des Winzers Ernte faul.  
Menschensinn und Juniwind
ändern sich oft gar geschwind.  
Im Juni, Bauer, bete,
dass der Hagel nicht alles zertrete.  
Wenn im Juni die Bremsen stechen,
dann lauf mit dem Rechen.

Der Juni für Gärtner:

Aussaat im Freiland: Endivien, Karotten, Knollenfenchel, Kresse, Rettiche, Radieschen, Pflücksalate, Radicchio, Zuckerhut, Ringelblumen, Wicken. Von Rosen, Stauden, Balkon- und Kübelpflanzen Verblühtes regelmäßig entfernen.
Ernte: Spargel und Rhabarber (nur bis 24. Juni!), Karfiol, Salate, Radieschen, Petersil, Salbei, Erdbeeren.
Eine Auswahl an Gartenbüchern finden Sie übrigens auf dieser Seite ...


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