Michael Kimball: "Green Girls" 


Das Leben spielt einem Mann gelegentlich seltsam mit. Als Jacob Winter mit seinem Sohn nach Hause kommt und sich darauf freut, seine Frau zu sehen, ist er etwas überrascht auf dem Esszimmertisch ein Hummeressen für zwei Personen zu erblicken, das offensichtlich schon gegessen wurde. Als seine Frau und ihr Chef - der auch einmal Jacobs Psychiater war - in den Raum kommen, fällt es Jacob wie Schuppen von den Augen und er schickt seinen Sohn hinaus. Aus dem Schlafzimmer hört er ein Radio spielen. Seine Frau und ihr Liebhaber möchten sich gerne in Ruhe mit ihm unterhalten, aber er geht zunächst ins Schlafzimmer, weil ihn das Radio stört und als ihm der Doktor folgt um beruhigend auf ihn einzureden, nimmt er das Radio um ihn damit zu hauen und zerlegt dann auch einen Teil der von ihm selbst gezimmerten Einrichtung.

Als er sich von seinem Wutanfall erholt hat, findet er sich in Untersuchungshaft wieder und erfährt, dass Alix Callahan, eine Lesbierin, die er in der Schule kurz gekannt hatte, seine Kaution gestellt hat und er nun raus kann. Auf freiem Fuß erfährt er, dass er im Moment von der freiwilligen Feuerwehr und von seinen Baseballtrainerpflichten suspendiert ist und dass seine Frau und der Doktor es ihm gerichtlich verboten haben, sich ihnen zu nähern. Also begibt er sich zunächst zu Alix um sich zu bedanken und zu erfahren, warum sie ihm geholfen hat. Hier lernt er Julie kennen, eine junge Frau, die mit Alix zusammen wohnt, nachdem ihr Mann, ein Schamane, ins Gefängnis gekommen ist. Er hatte ebenfalls etwas heftig auf die Untreue seiner Frau reagiert und ihr in einem Kampf wohl einen Finger abgebissen. Dieser freundliche Mann, der überdies einiges Geld seines Rivalen, der noch dazu eine Größe im Drogengeschäft war, beiseite geschafft haben soll, steht kurz vor seiner Entlassung.

Jacob zieht bei seinem Schwiegervater ein und wird wenig später von Julie besucht. Während er mit ihr unterwegs ist, die sich angeblich auf der Flucht vor einer eifersüchtigen Alix befindet, ruft Letztere Jacob auf dem Handy an und bittet ihn zu einer Brücke zu kommen. Alix ist offensichtlich betrunken und befindet sch bei Jacobs Ankunft auf der falschen Seite des Brückengeländers, von wo Julie sie wenige Augenblicke später - angeblich zu Jacobs Schutz - herunter schießt. Diese Situation kommt Jacob in Hinblick auf die anstehenden Scheidungs-, Unterhalts- und Besuchsrechtsverhandlungen sehr ungünstig vor, so dass er zunächst versucht, die Sache zu vertuschen, was ungefähr 1 ½ Stunden lang funktioniert. Dann hat er ein eindringliches Gespräch mit einem befreundeten Police-Detective.  

Während sich alle Verdächtigungen noch auf Jacob konzentrieren, taucht die vermeintlich Tote auf dem Grundstück einer Senatorin auf, was auch schnell von der Presse aufgegriffen wird. Diese Senatorin verbrennt einen Tag später bei einem Unfall in ihrem Haus und kurz darauf wird Jacob bei einem Ortstermin auf der Brücke mit dem Detective und einer Staatsanwältin fast getötet. Der Detective hat nicht ganz so viel Glück. Mehr und mehr verdichtet sich ein Netz von Leidenschaft und Gewalt um Jacob, in das auch ein bisschen Drogenhandel mit einfließt und das schließlich auch das Leben seiner Frau und seines Sohnes mit bedroht. Und dabei spielen herkömmliche kriminelle Momente genauso eine Rolle wie südamerikanische Zauberei und Schamanismus, der aber hier aus einer absolut unerwarteten Ecke kommt.  

"Green Girls" ist ein durchweg amüsanter und auch etwas selbstkritischer Roman, dessen Protagonisten so ungewöhnlich wie liebenswert sind, selbst wenn es sich um die "Bösewichte" handelt. Eine überaus erfreuliche Urlaubslektüre, egal ob am Meer, auf der Terrasse oder an der Quelle eines kleinen Flusses.

(K. -G. Beck; 08/2002)


Michael Kimball: "Green Girls" 
Gebundene Ausgabe (in englischer Sprache):
Feature, 2001. 416 Seiten.
ISBN 0-7472-2311-4.
ca. EUR 17,06.
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Taschenbuch (in englischer Sprache):
Headline
, 2002. 404 Seiten. 
ISBN 0-7472-6169-5.
ca. EUR 11,92.
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