Im gesamten Angebot von www.sandammeer.at suchen:



Daniel Kehlmann:
"Tyll"

(Rezension)

Attila Bartis:
"Das Ende"

(Rezension)

Juli Zeh:
"Leere Herzen"

(Rezension) 

Franz Hohler:
"Das Päckchen"

(Rezension) 

Amitav Ghosh:
"Die große Verblendung"

Wilfried Steiner:
"Der Trost der Rache"
(Rezension)

Gerhard Roth: "Die Irrfahrt des Michael Aldrian"
(Rezension)

Thomas Mulitzer:
"Tau"
(Rezension)
 

Douglas Preston:
"Die Stadt des Affengottes"

(Rezension)

Viktorija Tokarjewa:
"Meine Männer"

(Rezension) 



Cǎtǎlin Mihuleac: "Oxenberg & Bernstein"
Die reiche Dora Bernstein und ihr Sohn Ben aus Amerika besuchen Iasi, die Wiege der rumänischen Kultur. Eine junge Frau, Suzy, zeigt ihnen die Stadt. Wenig später macht Ben ihr einen Antrag. Sie heiraten, und Suzy fängt an, sich für die Geschichte ihrer neuen Familie und die ihrer alten Heimat genauer zu interessieren.
Sie stößt auf ein Mädchen, das 1947 mit 17 Jahren nach Wien gekommen ist. Als Einzige einer angesehenen Familie ist es ihr gelungen, das Pogrom in Iasi und den Holocaust zu überleben. Im Wiener Rothschild-Spital findet sie Zuflucht und erweist sich als begabte Schneiderin. Dort trifft sie einen GI, der ihr den Hof macht. Mit diesem beeindruckenden Familienroman ist ein großartiger Erzähler zu entdecken.
Cǎtǎlin Mihuleac, geboren 1960 in Iasi, ist Romancier und Dramatiker. Darüber hinaus schreibt er regelmäßig für rumänische Zeitungen. (Zsolnay)
Buch bei amazon.de bestellen

Bernhard Schlink: "Olga"
Ein Dorf in Pommern am Ende des 19. Jahrhunderts. Olga ist Waise, Herbert der Sohn des Gutsherrn. Sie verlieben sich und bleiben gegen den Widerstand seiner Eltern ein Paar, das immer wieder zueinander findet, auch als Olga Lehrerin wird und er zu Abenteuern nach Afrika, Amerika und Russland reist. Vom Kampf gegen die Herero zurückgekehrt, voller Träume von kolonialer Macht und Größe, will er für Deutschland die Arktis erobern. Seine Expedition scheitert, und die Bemühungen zu seiner Rettung enden, als der Erste Weltkrieg ausbricht.
Olga sieht ihn nicht wieder und bleibt ihm doch auf ihre eigene Weise verbunden. Erzählt wird die Geschichte einer starken, klugen Frau, die miterleben muss, wie nicht nur ihr Geliebter, sondern ein ganzes Volk den Bezug zur Realität verliert. Es wird die Frage ihres Lebens: Warum denken die Deutschen zu groß? Wieder und wieder? (Diogenes)
Buch bei amazon.de bestellen

Digitalbuch bei amazon.de bestellen

Heinrich Steinfest: "Die Büglerin"
Tonia Schreiber ist Büglerin. Mit der Hand bügelt sie die Wäsche ihrer vermögenden Heidelberger Kunden. Die Arbeit erledigt sie mit Sorgfalt und Präzision, obgleich sie schlecht bezahlt wird. Denn das Bügeln ist ihre Form der Buße. Sie büßt für eine Tat, die ihr Leben unwiderruflich verändert hat. Ein Leben, das unter den besten Vorzeichen stand: Als Tochter renommierter Botaniker verbrachte sie ihre Kindheit auf einer Segeljacht. Später lebte sie in Wien in der elterlichen, mit Aquarien ausgestatteten Villa und zog gemeinsam mit ihrer Halbschwester ihre Nichte Emilie auf.
Bis Emilie auf tragische Weise starb. Und Tonia alles aufgab, ihre Freundin, ihren Reichtum, die Wissenschaft. Sie verließ ihre Heimatstadt Wien und begann zu bügeln. Doch das Leben ist noch nicht ganz fertig mit ihr. Denn der Zufall spielt ihr etwas in die Hände, das Emilies Tod in ein anderes Licht rückt ... (Piper)
Buch bei amazon.de bestellen

H. M. van den Brink: "Ein Leben nach Maß"
Kollege Karl ist ein mustergültiger Eichbeamter: Zuverlässigkeit, Prinzipientreue und unverrückbare Maßstäbe sind seine berufliche Richtschnur. Sein Privatleben ist immer ein Geheimnis geblieben. Und ausgerechnet zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand taucht er nicht auf ...
Der Erzähler, der die Abschiedsrede schreibt, und sein Kollege Karl haben Gaszähler, Thermometer und die Waagen der Einzelhändler justiert - bis die elektronische Waage Einzug hielt. Bis der Supermarkt an die Stelle des Tante-Emma-Ladens trat. Einer aber versuchte dem Wandel bis zuletzt Widerstand zu leisten: Kollege Karl. Eine Geschichte vom Wandel der Zeiten, nicht nur in den Niederlanden - literarisch meisterhaft und glasklar erzählt. (Hanser)
Buch bei amazon.de bestellen

Digitalbuch bei amazon.de bestellen

Michael Wallner: "In Zeiten der Liebe und des Krieges. Die Korff-Saga"
Wiens Glanz und Elend - die Geschichte einer Fabrikantenfamilie.
Im Sommer 1912 erschüttert der Mord an einem Leutnant die angesehene Wiener Familie Korff. Hat Maxim Korff ihn umbringen lassen, um seinen Bruder vor einem Duell mit dem Offizier zu schützen? Schließlich ist der erfolgreiche Unternehmer es gewohnt, die Dinge nach seinen Vorstellungen zu regeln. Dass er seinen Aufstieg vor allem der naturwissenschaftlichen Begabung seiner Frau Livia und dem Vermögen ihrer Familie verdankt, nagt an Maxims Selbstwertgefühl, weshalb er immer wieder außerehelich Bestätigung sucht. Livia, zutiefst unglücklich und einsam, genießt daher die Aufmerksamkeiten des deutschen Burgschauspielers Renè Desny. Und obwohl sie Maxim nach wie vor liebt, beginnt sie eine Affäre mit dem charmanten Mann. Doch dies sind nicht die einzigen dunklen Geheimnisse, die die Familie Korff in den Abgrund zu reißen drohen - zu einer Zeit, als ganz Europa vor dem Abgrund steht ...
(Piper)
Buch bei amazon.de bestellen

Digitalbuch bei amazon.de bestellen

Govert Schilling: "Einsteins Ahnung. Das Rennen um den Nachweis der Gravitationswellen"
Was Einstein schon vor 100 Jahren wusste.
Anfang des 20. Jahrhunderts sagte Albert Einstein mit seiner Allgemeinen Relativitätstheorie voraus, dass Gravitationswellen existieren. Diese Krümmung des Raum-Zeit-Geflechts konnte jedoch nie bewiesen werden - bis zum Jahr 2016, als Forschern in den USA die wissenschaftliche Sensation gelang, hundert Jahre nachdem Einstein seine Theorie aufgestellt hatte.
Der Wissenschaftsjournalist Govert Schilling schildert in diesem Buch die packende Jagd auf den Nachweis der Gravitationswellen. Dabei zeichnet er die Geschichte und Genese dieses internationalen Forscherprojekts nach, erklärt allgemein verständlich, worum es bei dieser Jahrhundertentdeckung eigentlich geht, und nimmt die Leser mit auf eine verblüffende Reise durch Raum und Zeit. (Piper)
Buch bei amazon.de bestellen

Wilhelm Genazino: "Kein Geld, keine Uhr, keine Mütze"
Liebe und Ehe sind ein kompliziertes Geschäft. Die Bilanz ist oft nur mittelmäßig. Muss man es einfach nur häufiger versuchen? Oder gleichzeitig? Oder besser über die eigene Mutter nachdenken? Steckt in der "Ehefrau" nicht von Anfang an die "Ehemalige", das einzig authentische Überbleibsel jeder Ehe?
Wilhelm Genazino erzählt von einem philosophischen Helden, der beim verschärften Nachdenken jede Sicherheit verliert.
Vielleicht muss der Mann die Probe aufs Exempel machen mit allen Frauen, die er im Leben kannte, und die Vergangenheit handfest bewältigen. Die Gelegenheit wird sich bieten. (Hanser)
Buch bei amazon.de bestellen

Susanne Röckel: "Der Vogelgott"
Hier hat eine große Erzählerin aus einer grimmigen Geschichte einen grandiosen Roman gemacht.
Die Mitglieder einer wissenschaftlich orientierten Familie werden durch eine zufällige Entdeckung auf einem Kirchenbild in den schwer durchschaubaren Mythos eines Vogelgottes hineingezogen - mit einem Sog, dem sie so wenig widerstehen konnen wie der Leser dieser Geschichte. Spätestens als sich herausstellt, dass dieser Mythos eben nicht nur ein Mythos ist. Es ist eine sagenhafte, aber elende Gegend dieser Erde, wo die Verehrer des Vogelgotts leben, die ihm allerdings weniger ergeben als vielmehr ausgeliefert zu sein scheinen. In diesem unwiderstehlichen Roman entpuppt sich eine geheime Welt als die unsere, in der die Natur ihre Freundschaft aufkündigt und wir ihrer Aggression und Düsternis gegenüberstehen.
Das ist nicht die übliche "Jung und Jung"-Literatur, werden manche denken. Beim Lesen und vor allem Weiterlesen fragt man sich, warum man das Buch nicht aus der Hand legen kann, zumal hier nicht mit altertümlichen Spannungselementen gearbeitet wird. (Jung und Jung)
Buch bei amazon.de bestellen

Digitalbuch bei amazon.de bestellen

Arno Geiger: "Unter der Drachenwand"
Veit Kolbe verbringt ein paar Monate am Mondsee, unter der Drachenwand, und trifft hier zwei junge Frauen. Doch Veit ist Soldat auf Urlaub, in Russland verwundet. Was Margot und Margarete mit ihm teilen, ist seine Hoffnung, dass irgendwann wieder das Leben beginnt. Es ist 1944, der Weltkrieg verloren, doch wie lang dauert er noch?
Arno Geiger erzählt von Veits Alpträumen, vom "Brasilianer", der von der Rückkehr nach Rio de Janeiro träumt, von der seltsamen Normalität in diesem Dorf in Österreich - und von der Liebe.
Ein herausragender Roman über den einzelnen Menschen und die Macht der Geschichte, über das Persönlichste und den Krieg, über die Toten und die Überlebenden. (Hanser)
Buch bei amazon.de bestellen

Peter Handke: "Die Obstdiebin"
Die Obstdiebin - oder - Einfache Fahrt ins Landesinnere.
Als das "Letzte Epos" (mit großem "L") hat Peter Handke seinen neuen Roman bezeichnet. Mit der Niederschrift begann er am 1. August 2016: "Diese Geschichte hat begonnen seinerzeit an einem jener Mittsommertage, da man beim Barfußgehen im Gras wie eh und je zum ersten Mal im Jahr von einer Biene gestochen wird."
Dieser Stich wird, wie der Autor am 2. August festhält, zum "Zeichen". "Ein gutes oder ein schlechtes? Weder als gutes noch als ein schlechtes, gar böses - einfach als ein Zeichen. Der Stich jetzt gab das Zeichen, aufzubrechen. Zeit, daß du dich auf den Weg machst. Reiß dich los von Garten und Gegend. Fort mit dir. Die Stunde des Aufbruchs, sie ist gekommen."
Die Reise führt aus der Niemandsbucht, Umwegen folgend, sie suchend, in das Landesinnere, wo die Obstdiebin, "einfache Fahrt", keine Rückfahrt, bleiben wird, oder auch nicht?
Am 30. November 2016, dem letzten Tag der Niederschrift des Epos, resumiert Peter Handke die ungeheuerlichen und bisher nie gekannten Gefahren auf ihrem Weg dorthin: "Was sie doch in den drei Tagen ihrer Fahrt ins Landesinnere alles erlebt hatte: seltsam. Oder auch nicht? Nein, seltsam. Bleibend seltsam. Ewig seltsam." (Suhrkamp)
Buch bei amazon.de bestellen

Norbert Gstrein: "Die kommenden Jahre"
Richard erforscht Gletscher, Natascha erforscht Menschen. Als Autorin schreibt sie nicht nur über sie, sondern gibt sich ihnen hin. Eines Tages öffnet sie ihr Haus einer vor dem Krieg geflohenen Familie aus Damaskus. Und Richard? Er desertiert immer weiter aus der eigenen Existenz, träumt von Kanada und zweifelt an jedem Alltag, an der Politik, der Liebe und dem Leben.
Dieses Porträt eines Sommers voller Aufbrüche erzählt von einem Paar im "mittleren Alter", vom Flug der Zeit, vom Anderswerden und vom Älterwerden. Doch nach diesem Buch weiß man: Es geht nicht nur um die kommenden Jahre, es geht um jeden Augenblick des Lebens. (Hanser)
Buch bei amazon.de bestellen

Jaume Cabré: "Eine bessere Zeit"
Er wollte sie nie, die Textilfabrik, die seit sieben Generationen den Reichtum der Gensanas bedeutete. Miquel wollte ein Leben in Barcelona, eins, das Überzeugungen folgt, nicht dem Geld. Doch mit den Jahren kamen die Niederlagen, dann die Zweifel, und nun zwingt ihn der Tod eines Freundes zurückzukehren ...
"Eine bessere Zeit" erzählt vom Aufbegehren gegen die eigene Familie. Es ist ein Roman über die Kraft der Traditionen, über den Glauben an das Schöne angesichts der verlorenen Zeit - sprachgewaltig orchestriert von Jaume Cabré. Als Miquel den Bruch mit seiner Familie herbeiführt, ist er keine zwanzig Jahre alt. Zusammen mit seinem Jugendfreund beginnt er ein Studium der Literatur an der Universität in Barcelona. Doch schon bald zieht es die beiden aus Faszination für eine Frau in den antifranquistischen Untergrund und sie laden eine Schuld auf sich, die nie mehr vergeht. Als Franco stirbt und Spanien sich verwandelt, muss Miquel nach und nach zurückfinden. Zu einem Leben ohne Idealismus, zu seiner Familie und dem erdrückenden Gewicht ihrer zweihundertjährigen Geschichte ...
Jaume Cabré, geboren 1947 in Barcelona, gehört zu den von Kritik und Publikum heute am meisten geschätzten katalanischen Autoren. (Insel)
Buch bei amazon.de bestellen

Ralf Rothmann: "Der Gott jenes Sommers"
Ein Kind im Krieg: Anfang 1945 muss die zwölfjährige Mathilde, genannt Tilly, mit ihrer Mutter und der älteren Schwester Louisa aus dem bombardierten Kiel aufs Land fliehen. Das Gut ihres Schwagers Vinzent, eines SS-Offiziers, wird ein unverhoffter Raum der Freiheit: Kein Unterricht mehr, und während alliierte Bomber ostwärts fliegen und immer mehr Flüchtlinge eintreffen, streift die Verträumte durch die Wälder und versucht das Leben diesseits der Brände zu verstehen: Was ist das für eine Beunruhigung, wenn sie den jungen Melker Walter sieht, wer sind die Gefangenen am Klostersee, wohin ist Louisa plötzlich verschwunden, und von wem bekommt die Perückenmacherin eigentlich die Haare? Und als ihr auf einem Fest zu Vinzents Geburtstag genau das widerfährt, wovor sich alle Frauen in jenen Tagen fürchten, bricht Tilly unter der Last des Unerklärlichen zusammen.
War Ralf Rothmanns großer, in fünfundzwanzig Sprachen übersetzter Roman "Im Frühling sterben" ein aufwühlendes Drama am Rand der Schlachtfelder, so ist "Der Gott jenes Sommers" eine ebenso erschütternde Geschichte über das Klima von Verblendung und Denunziation in den letzten Monaten eines Krieges, der jedem für immer die Seele verdunkelt und schon eine Zwölfjährige mit Recht sagen lässt: "Ich hab alles erlebt." (Suhrkamp)
Buch bei amazon.de bestellen

Emanuele Coccia: "Die Wurzeln der Welt. Eine Philosophie der Pflanzen"
Wenn wir über das Leben und dessen Ursprünge sprechen, denken wir an Menschen oder Tiere. Und die Pflanzen? Sie sind nur Gegenstand der Botanik, in der Philosophie spielen sie seit Aristoteles' Vorstellung eines vegetativen Seelenvermögens keine Rolle mehr. Kaum zu glauben, denn sie sind die eigentlichen Erschaffer der Welt. Sie können sich nicht bewegen und sind doch geniale Handwerker, sie vermitteln zwischen Erde und Sonne und besitzen verborgene zweite Körper im Boden.
Emanuele Coccia gibt dem Leser ein neues Bewusstsein für die faszinierende Schönheit der Natur. Denn Pflanzen sind mehr als blühender Zufall, sie sind Grundlage allen Lebens und damit unentbehrlich für unser Wissen über uns. (Hanser)
Buch bei amazon.de bestellen

Amitav Ghosh: "Die große Verblendung. Der Klimawandel als das Undenkbare"
Amitav Ghosh, Romancier von Weltrang, fragt sich, warum der Klimawandel in der Literatur der Gegenwart nicht zur Sprache kommt. Woher rührt unsere große Verblendung, vor der künftige Generationen fassungslos stehen werden? Hat die Kunst in dieser epochalen Katastrophe ihren Meister gefunden?
Mit "Die große Verblendung" legt Ghosh ein Essay vor, das nicht nur seine Zunft, sondern uns alle auffordert, ein neues Kapitel der Menschheitsgeschichte zu schreiben und uns eine andere, bessere Welt auszumalen.
Amitav Ghosh wurde 1956 in Kalkutta geboren und studierte Geschichte und Sozialanthropologie in Neu-Delhi. Nach seiner Promotion in Oxford unterrichtete er an verschiedenen Universitäten. Mit "Der Glaspalast" gelang dem schon vielfach ausgezeichneten Autor weltweit der große Durchbruch. 2006 legte er den Essayband "Zeiten des Glücks im Unglück" vor. Zuletzt erschien seine Romantrilogie "Das mohnrote Meer", "Der rauchblaue Fluss" und "Die Flut des Feuers". Ghosh lebt in Indien und den USA. (Blessing)
Buch bei amazon.de bestellen
Digitalbuch bei amazon.de bestellen

Alfred Brendel: "Die Dame aus Arezzo. SInn, Unsinn und Musik"
Schubert und Haydn treffen Schwitters und Jandl: Kann das gut gehen? Und ob! In Alfred Brendels neuem Buch mischen sich Musik- und Literaturgeschichte, Texte großer Meister des Unsinns stehen neben Texten über die großen Meister der Musik.
Der Ernst von Schuberts "Winterreise" ist eine ebenso zutiefst menschliche Erfahrung wie die Komik eines Christian Morgenstern, und auch Musik kann sehr viel mit Humor zu tun haben, was viele tiefsinnige Menschen bei Joseph Haydn zum Beispiel gar nicht hören.
Alfred Brendel öffnet uns die Ohren und ermutigt uns zum Unsinn - denn ohne den können wir der Welt auch keinen Sinn abgewinnen. (Hanser)
Buch bei amazon.de bestellen

Julia Schoch: "Schöne Seelen und Komplizen"
Wer sucht sich seine Erfahrungen schon selbst aus?
Lydia, Alexander, Ruppert, Kati. Sie alle sind Schüler eines Elitegymnasiums der DDR. Während die Einen mit glühendem Blick im "Reimanns" subversive Gedanken diskutieren, sehen die Anderen unschuldig einer sozialistischen Zukunft entgegen. Der Mauerfall trennt sie schlagartig von ihrer Vergangenheit. Schwankend zwischen Hass, Verweigerung und Euphorie hören sie die Beteuerungen ihrer Eltern, dass alles ganz normal sei. Dabei sieht jeder die Explosion 1989 mit anderen Augen. Dreißig Jahre später zieht jeder der Helden Bilanz. Und sieht sich vor große Fragen gestellt: Wie lange verfolgt uns die Vergangenheit, oder verfolgen wir sie? Wie viel sind ihre Erfahrungen wert? Damals sind sie davongekommen, aber sie alle jagen einer Freiheit nach, noch immer. Julia Schoch macht den historischen Umbruch in privaten Leben erfahrbar. Und schreibt damit einen beeindruckenden Gesellschaftsroman für unsere Zeit. (Piper)
Buch bei amazon.de bestellen

Digitalbuch bei amazon.de bestellen

Margriet de Moor: "Von Vögeln und Menschen"
Vor dem Amsterdamer Hauptbahnhof klafft eine Baugrube. Auf dem schmalen Steg davor begegnen sich zwei Frauen. Schreiend beginnt die jüngere auf die ältere einzuschlagen, bis diese in die Grube stürzt und den Tod findet.
Seit ihrer Kindheit hat Marie Lina den Gedanken an Rache im Herzen getragen, an diesem Tag bricht er sich Bahn. Marie Linas Mann ist Vogelvertreiber am Flughafen, sie führen eine gute Ehe. Die tiefe Wut seiner Frau aber kann er nicht vertreiben. Warum hat Marie Linas Mutter einst einen Mord gestanden, den sie nicht begangen hat?
"Von Vögeln und Menschen" ist ein Roman über drei starke Frauen - spannend, dicht und unglaublich raffiniert erzählt. (Hanser)
Buch bei amazon.de bestellen

Serhij Zhadan: "Internat"
In Bildern von enormer Eindringlichkeit schildert Serhij Zhadan, wie sich die vertraute Umgebung in ein unheimliches Territorium verwandelt. Mindestens so eindrucksvoll ist seine Kunst, von trotzigen Menschen zu erzählen, die der Angst und Zerstörung ihre Selbstbehauptung und ihr Verantwortungsgefühl entgegensetzen. Seine Auseinandersetzung mit dem Krieg im Donbass findet mit seinem Roman "Internat" ihren vorläufigen Höhepunkt. Ein junger Lehrer will seinen dreizehnjährigen Neffen aus dem Internat am anderen Ende der Stadt nach Hause holen. Die Schule, in der seine berufstätige Schwester ihren Sohn "geparkt" hat, ist unter Beschuss geraten und bietet keine Sicherheit mehr. Durch den Ort zu kommen, in dem das zivile Leben zusammengebrochen ist, dauert einen ganzen Tag. Der Heimweg wird zur Prüfung. Die beiden geraten in die unmittelbare Nähe der Kampfhandlungen, ohne mehr sehen zu können als den milchigen Nebel, in dem gelbe Feuer blitzen. Maschinengewehre rattern, Minen explodieren, öfter als am Tag zuvor. Paramilitärische Trupps, herrenlose Hunde tauchen in den Trümmern auf, apathische Menschen stolpern orientierungslos durch eine apokalyptische urbane Landschaft. (Suhrkamp)
Buch bei amazon.de bestellen

Abebooks.de - 110 Mio. neue, gebrauchte und antiquarische Bücher


zum Seitenanfang

  Diese Seite zu Ihren Favoriten hinzufügen

Bücher Beststeller Toptitel Rezension Besprechung Literaturzeitschrift Roman Krimi Belletristik Sachbuch Neuerscheinungen Bestenliste Rezensionen