![]() Peter Ackroyd: "Venedig. Die Biografie" (Rezension) |
![]() Christian Rätsch: "Pilze und Menschen" (Rezension) |
![]() Aravind Adiga: "Letzter Mann im Turm" (Rezension) |
![]() Aharon Appelfeld: "Der Mann, der nicht aufhörte zu schlafen" (Rezension) |
![]() Francis Scott Fitzgerald: "Der große Gatsby" (Rezension) |
Nathan Wolfe: "Virus. Die Wiederkehr der Seuchen"
EHEC und SARS, Aids und Malaria, Vogel- und Schweinegrippe: lebensbedrohliche
Infektionskrankheiten sind auf dem Vormarsch. Aber woran liegt das? Der
preisgekrönte Biologe Nathan Wolfe sucht mit detektivischem Spürsinn nach den
Ursachen rätselhafter Seuchen - und danach, wie sie sich eindämmen lassen. In
diesem Buch nimmt er uns mit auf eine faszinierende Expedition ins Reich der
Mikroorganismen. Viren und Bakterien sind überall. Wolfe erzählt, welche Rolle
sie bei der Evolution des Menschen gespielt haben, wie die durch sie ausgelösten
Erkrankungen unsere Spezies beinah ausgerottet hätten, und warum gerade die
moderne Lebensweise uns anfällig macht für eine weltweite Pandemie. Wir dürfen
ihn begleiten bei seinen abenteuerlichen Expeditionen in den afrikanischen
Dschungel und die Regenwälder Borneos - dorthin, wo die gefährlichsten Erreger
zuerst von Affen und anderen Tieren auf den Menschen überspringen. Und er stellt
innovative Konzepte vor, mit denen sich die Gefahr
von Seuchenkatastrophen
verringern lässt. Eine fesselnde Mischung aus Populärwissenschaft und Abenteuer! (Rowohlt)
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François
Lelord: "Die kleine Souvenirverkäuferin"
Ein zauberhafter Roman über eine unmögliche Liebe.
Der Autor der millionenfach verkauften "Hector"-Bücher hat einen Roman über das
Land geschrieben, das seit Jahren beinahe seine zweite Heimat ist: Vietnam. Und
über das Thema, das ihm am meisten am Herzen liegt: die Liebe.
Hanoi in den 1990er-Jahren: Julien, ein junger Arzt aus Paris beginnt gerade,
das durch den Bürgerkrieg zutiefst traumatisierte Land und seine Menschen ein
wenig zu verstehen, da bricht ein tödliches Virus aus. Er macht sich unter
Umgehung sämtlicher Gesetze in die entlegene Bergregion auf, in der das Fieber
wütet. Doch kaum ist er fort, wird eine kleine Souvenirverkäuferin, die er
allmorgendlich am See traf, verhaftet. Die Behörden sehen den Kontakt von
Einheimischen zu Ausländern nicht gern. Eine Katastrophe, denn von dem Geld, das
die junge Frau in ihr Dorf schickt, lebt ihre ganze Familie. Und wie soll Julien
sie nach seiner Rückkehr wiederfinden ... (Piper)
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Ernst
Augustin: "Robinsons blaues Haus"
"Daniel Defoe sagt, er habe eines der unglaublichsten und
abenteuerlichsten Leben gelebt. Ich sage: Ich auch.
Mein Vater hatte mich eines Tages beiseite genommen: Du wirst es einmal schwer
haben, mein Sohn, du wirst entdecken, dass du allein bist, dass du dich auf
einer Insel befindest - inmitten eines Ozeans von Menschen, die alle laut reden
und alle etwas anderes meinen. Die ihre Seele daran setzen werden, dich von
deiner Insel zu vertreiben, es sind sechs Milliarden, alle miteinander, kannst
du das verstehen? Ja, Vater. Nein, sagte er."
Es ist die Fabel vom letzten Robinson in einer Welt nicht mehr vorhandener
Freiräume. In Grevesmühlen, in blauer Südsee, im Londoner Kerker, im Spiegelhaus
auf dem Wyman Tower. Es gibt einen hochpolierten Freitag, eine Dame mit Schritt,
es gibt eine abgesoffene Kirche, ein Imperium von Besenkammern, und es gibt
Luxus, illuminierte Zahnbürsten, Tangomusik, bernsteinfarbenes Licht. Vor allem
gibt es eine Unmenge virtuellen Geldes, mit dem man das alles kaufen kann und
das sich auf Knopfdruck "löscht". Und der beste Freund erweist sich dann als der
tödlichste. Eine letzte Robinsonade, ja, aber eine poetische von nie gesehener
Farbigkeit, genau so - der Autor ist seit drei Jahren erblindet. (C.H. Beck)
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Harald
Fritzsch: "Mikrokosmos. Die Welt der kleinsten Teilchen"
Um zu verstehen, warum alles, was uns umgibt, existiert - Menschen,
Tiere, Pflanzen, Planeten, das Universum - müssen wir unser Auge vom
Riesiggroßen auf das Winzigkleine lenken. Vom Universum auf das Atom. Vom
Makrokosmos auf den Mikrokosmos. Dort suchen die Physiker nach der Formel, die
den Aufbau der Welt erklären kann.
Im Mikrokosmos gibt es unvorstellbar kleine Teilchen, so klein, dass man sie
niemals sehen wird, sondern ihre Existenz nur berechnen kann. Hier befinden wir
uns im Reich der sonderbaren Quarks, hier tüftelt die moderne Physik am
sogenannten Standardmodell, an der Weltformel, die mit den kleinsten Teilchen
das Größte erklären kann, nämlich "alles". Was die moderne Teilchenphysik ist
und wo die letzten Fragen offen bleiben - das alles erklärt der Ausnahmephysiker
und Erfolgsautor Harald Fritzsch in leichter Sprache und mit feinem Witz. Er
lässt Albert
Einstein, Isaac Newton, Murray Gell-Mann und sein Alter Ego zu einem
fiktiven Gespräch zusammenkommen: Bei Filet Mignon und teurem Rotwein entspinnt
sich eine erhellende Diskussion über den Mikrokosmos, und am Ende versteht nicht
nur Sir Isaac Newton die neuesten Erkenntnisse der modernen
Physik, sondern
auch der Leser. (Piper)
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John
Banville: "Unendlichkeiten"
Ein langer Sommertag in einem Herrenhaus in
Irland:
Adam Godley liegt im Sterben, Grund genug für seinen Sohn Adam jun. und seine
Tochter Petra, Ressentiments über Bord zu werfen und ihren Vater und ihre
erheblich jüngere Mutter Ursula noch einmal zu besuchen. Was die Godleys nicht
wissen: Ihr Familientreffen wird von den Göttern beobachtet, die sich nicht
scheuen, korrigierend und bisweilen boshaft einzugreifen.
Adam Godley, ein bekannter Mathematiker, der sich mit dem Konzept der
Unendlichkeit einen Namen gemacht hat, scheint am Ende seines Lebens angekommen
zu sein. Während er stumm und dennoch wach in seinem Bett liegt, treffen seine
Kinder ein, um ihn noch einmal zu sehen. Da ist sein Sohn Adam, der ihm nie das
Wasser reichen konnte und bis heute an der Ablehnung durch seinen Vater leidet,
sowie die unglückliche und verstörte Tochter Petra, die die Namen von
Krankheiten sammelt, um daraus einen Almanach zu erstellen. Erzählt wird der
Roman von niemand Geringerem als Hermes, doch auch
Zeus und Pan sind mit
von der Partie. Sie lassen es sich nicht nehmen, in das Leben der Sterblichen
einzugreifen, einmal unterstützend, dann wieder verwirrend und spöttisch. John
Banville hat einen Roman geschrieben, in dem lyrische Passagen auf profane
treffen und die Götter auf die Menschen. Ein tiefer Einblick in die Schwächen
des menschlichen Daseins. (Kiepenheuer & Witsch)
Martin
Walker: "Delikatessen. Der vierte Fall
für Bruno, Chef de police"
"Savoir vivre": Archäologische Funde zeigen, dass
man schon vor 30 000 Jahren im Périgord gut leben konnte. Aber der Tote, auf den
man bei neuen Grabungen stößt, stammt eindeutig aus dem falschen Jahrhundert und
weist alle Spuren eines Gewaltverbrechens auf. Für Brunos Geschmack ist im
malerischen Saint-Denis im Périgord entschieden zu viel los: Ein
spanisch-französisches Gipfeltreffen ruft die Separatistenbewegung ETA auf den
Plan, eine Gänsefarm wird von Tierschutzaktivisten attackiert, und dann ist da
auch noch die archäologische Ausgrabungsstätte, deren deutscher Forschungsleiter
nach einem prähistorischen Menschen sucht. Das Skelett, das dann auch gefunden
wird, ist allerdings längst nicht so alt wie erhofft, und Bruno muss gute Nerven
beweisen, um all die Fäden zusammenzuführen.
Martin Walker, geboren 1947, ist gebürtiger Schotte und nicht nur
Schriftsteller, sondern auch Historiker und politischer Journalist. Er lebt in
Washington und im Périgord und studierte Geschichte in Oxford sowie
internationale Beziehungen und Wirtschaft in Harvard. (Diogenes)
Daniel
Heller-Roazen: "Der innere Sinn.
Archäologie eines Gefühls"
Es war vermutlich Aristoteles, der als Erster einen dem Menschen eigentümlichen
Sinn entdeckte: den Sinn wahrzunehmen, dass man wahrnimmt.
Daniel Heller-Roazen unternimmt in seinem Buch nun dessen Archäologie: In 25
Kapiteln zeichnet er die verschlungen Wege dieses besonderen Sinns bei Denkern
vom antiken Griechenland bis zum 20. Jahrhundert und in Disziplinen von der
Philosophie über Psychologie und Literatur bis zu medizinischen Abhandlungen
nach. "Der innere Sinn" ist eine originelle, elegante und weitreichende
philosophische Untersuchung der Frage, was es bedeutet, dass man sich lebendig
fühlt. (S. Fischer)
Érik
Orsenna: "Cristóbal oder Die Reise nach
Indien"
"Dass ich erzähle, war nicht vorgesehen." Bei Erik Orsenna kommt
er zu Wort, der Bruder Cristóbals, des großen Kolumbus.
Als alter Mann erzählt Bartolomeo vom Traum des Kolumbus, der auch der seine
wurde, von der fieberhaften Neugier der Seefahrer, die in der Neuen Welt in
Grausamkeit umschlug - oder vielleicht von Beginn an den Keim dazu in sich trug.
Ein fantastischer, atmosphärisch dichter und leicht melancholischer
Abenteurerroman.
Das Tor zur Welt öffnet sich für den sechzehnjährigen Bartolomeo durch seine
winzig kleine Handschrift. Unermüdlich trägt er für einen Lissaboner Kartografen
die Orte auf jenen Karten ein, durch die sich die Welt zu einem neuen Bild
formt. So fasst er Fuß in der weltläufigen Stadt der Mathematiker, Geografen,
Schiffsbauer und Seefahrer, einem Schmelztiegel von Portugiesen und Genuesern,
Juden und Arabern. Vom großen Wissensdrang der Zeit wird schließlich auch
Cristóbal ergriffen; forschend und rechnend bereitet er mit dem Bruder acht
Jahre lang die große Reise nach Indien vor. Der Erfolg ist bekannt. Doch wann
verlor die Neugier ihre Unschuld? Warum, so fragt sich Bartolomeo im Rückblick,
warum entdecken, wenn man am Ende diejenigen tötet, die man entdeckt?
Orsennas Roman ist getrieben von diesen Fragen und ist doch eine Hymne auf das
Meer, die Seefahrt und die Sehnsucht aller Entdecker. (C.H. Beck)
Hansjörg
Schneider: "Nilpferde unter dem Haus"
Das Tagebuch eines Schriftstellers, der sich die Fähigkeit zu staunen bewahrt
hat: über den Weg, den er zurückgelegt hat, über die Schönheit der Natur und die
Unzulänglichkeit der Menschen, über den neuen Tag und über die Nacht, in der er
das erste Mal von Nilpferden träumte. Über einen Zeitraum von zehn Jahren hinweg
hat Hansjörg Schneider Tagebuch geführt. Er notiert Lektüren, Begegnungen,
Projekte. Er hält die Glücksmomente fest, die der Tag bringt, und die Alpträume,
die ihn in der Nacht heimsuchen. Und immer wieder führt die dichteste Gegenwart
zurück in die Vergangenheit, die ihn nicht loslässt: seine Jugend im
sinnenfeindlichen Mief der fünfziger und sechziger Jahre, das Leben mit
seiner verstorbenen Frau Astrid, seine Erfolge und Niederlagen als
Schriftsteller. In der direkten, klaren Sprache, die seine Leser aus den "Hunkeler"-Romanen
schätzen, protokolliert Hansjörg Schneider sein Leben - schonungslos gegen sich
und die Welt, berührend und mit lakonischem Humor. (Diogenes)
Sten
Nadolny: "Weitlings Sommerfrische"
Wie wäre es, in die eigene Vergangenheit zu reisen? Sten Nadolny versetzt seinen
verblüfften Helden zurück in dessen Jugend - und öffnet ihm nicht nur die Augen
über sich selbst, sondern greift auch in seinen scheinbar vorgezeichneten
Lebenslauf ein.
In einem Sommergewitter kentert das Segelboot des angesehenen Berliner Richters
Wilhelm Weitling. Er kommt nur knapp mit dem Leben davon, muss aber feststellen,
dass ihn sein Unfall fünfzig Jahre in die Vergangenheit zurückgeworfen hat.
Neugierig, aber auch mit sanfter Kritik begleitet er den Jungen, der er einmal
war, durch die Tage nach dem Sturm. Wer ist er damals gewesen? Und wie konnte
aus diesem Menschen der werden, der er heute ist? Muss er die Erinnerung an
seine Eltern, seine erste Liebe, seine Berufswahl, sein ganzes Leben revidieren?
Und wird er zu seiner Frau und in sein altes Leben zurückkehren dürfen? Sten
Nadolny entführt uns auf eine philosophische Zeitreise, die seinen scharf
beobachtenden Helden zu unverhofften Erkenntnissen führt. (Piper)
Josef
H. Reichholf: "Einhorn, Phönix, Drache. Woher unsere Fabeltiere kommen"
Lebendige Legenden - Von der Wirklichkeit unserer Fabeln und Mythen.
Wie wirklich sind unsere Fabelwesen? Woher kommen sie, und welche Mythen wurden
um sie gestrickt? Anhand altüberlieferter Sagen und Märchen unterschiedlichster
Kulturen und mit einem verblüffend großen zoologischen Fachwissen geht Josef H.
Reichholf der Sache anhand der drei geheimnisvollsten
Fabeltiere auf den Grund:
Das Einhorn, sagenhaftes Tier der Antike mit der wundersamen Kraft im Horn, ist
zoologischen Diagnosen zufolge ein reales Tier, dem später mythische
Eigenschaften angedichtet wurden. Der Phönix, auferstanden in Herrlichkeit aus
der Asche, hat seinen Ursprung im Flamingo. Und der feuerspeiende Drache im
Schuppenkleid, das rätselhafteste der Rätseltiere, war niemals ein Tier, sondern
Mensch!
Eine faszinierende Reise durch Zeit, Mythologie und Naturgeschichte. (S. Fischer)
Jean-Marie
Blas de Roblès: "Wo Tiger zu Hause sind"
Der Journalist Eleazard von Wogau lebt als Pressekorrespondent im tiefsten
Nordosten Brasiliens. Dort stößt er zufällig auf ein geheimnisvolles Manuskript.
Es enthält die Lebensaufzeichnungen des berühmten Jesuiten Athanasius Kirchner.
Fasziniert begibt sich Wogau auf Spurensuche in den Dschungel. Doch das
Eintauchen in ein fremdes Leben lässt ihn mehr und mehr den Widerhall des
eigenen spüren. Die Abenteuer des Jesuiten und Wogaus Begegnungen, so mit der
Archäologin Elaine, verweben sich zu einem fabelhaften Fresko zwischen
Barock
und Gegenwart.
Ein grandios komponiertes poetisches Epos, das die Kraft und Melancholie eines
barocken Chorals besitzt.
Ausgezeichnet mit dem renommierten "Prix Médicis"!
Jean-Marie Blas de Roblès, 1954 in Algerien geboren, studierte Philosophie und
Geschichte in Paris. Er lehrte an Universitäten in Brasilien, China, und
Italien, und unternimmt längere Reisen nach Peru, Indonesien und in den Jemen.
Er ist auch Mitglied der Archäologischen Gesellschaft Frankreichs und nahm an
Tiefseeausgrabungen im Mittelmeer teil. Für seinen Roman "Wo die Tiger zu
Hause sind"
wurde er vielfach ausgezeichnet. (S.
Fischer)
Téa
Obreht: "Die Tigerfrau"
Natalia arbeitet in einem Waisenhaus irgendwo in Südosteuropa, als sie vom rätselhaften Tod ihres geliebten Großvaters erfährt. Nach Erklärungen suchend, erinnert sich die junge Ärztin an jene Geschichten aus seinem Leben, die sich um zwei seltsame, fatale Gestalten drehen
- die Tigerfrau, eine schöne Taubstumme in seinem Heimatdorf, die einen geflüchteten Tiger pflegte; und einen charmanten, obskuren Mann, der nicht sterben kann. Während Natalia auf den Spuren des Großvaters durch idyllische und kriegsverwüstete Landschaften reist, werden ihr diese Figuren immer gegenwärtiger. Bald entspinnt sich ein ganzer Kosmos an Mythen und Gestalten, und Natalia begreift, welche Wahrheit über die Lebensrätsel ihrer Familie und ihre versehrte Heimat in ihnen
steckt ...
Sprachgewaltig, mit unvergesslichen Figuren und einer erzählerischen Virtuosität, die an
Gabriel García Márquez erinnert, entwirft Téa Obreht das schmerzlich-schöne Bild einer zwischen gestern und heute gefangenen Welt.
Téa Obreht, geboren 1985 in Belgrad, lebt seit ihrem zwölften Lebensjahr in den USA. (Rowohlt Berlin)
Javier
Marías: "Die sterblich Verliebten"
Luisa und Miguel sind das perfekte Paar, das weiß vor allem María. Seit Langem
beobachtet sie heimlich die Liebenden. Jeden Morgen sitzen sie, bevor jeder
seinem Tagwerk nachgeht, in demselben Café. Luisa und Miguel, um ihre
Zweisamkeit für einen kurzen Moment zu genießen, María, um sich an dem
Glück der
Anderen zu erfreuen.
Doch dann geschieht etwas Schreckliches: Miguel wird Opfer eines grauenvollen
Verbrechens, und María gerät in einen Strudel aus Ahnungen und Verdächtigungen.
Genial hält Javier Marías den Leser im Ungewissen und schafft so ein fesselndes
Vexierspiel von Wahrheit und Lüge, in dem die Liebe und der Tod untrennbar
miteinander verbunden sind. (S. Fischer)
Carlo
Fruttero: "Ein Herr mit Zigarette. Erinnerungen"
Ein Märchenschloss, in dem der junge Carlo das Lesen entdeckt ... Das Lied von
den Chiffonunterhosen ... Ein Herr mit Zigarette ... Aus zahlreichen funkelnden
literarischen Juwelen entsteht eine vielschichtige, charmante Autobiografie des
italienischen Grandseigneurs.
"Dies ist keine klassische Autobiografie, keine Lebensbeichte à la Rousseau.
Man hat mich halt gefragt - zu meiner ersten Zigarette, zu den zotigen Sprüchen
der Kinder, zu piemontesischen Schlössern, dazu, warum ich um Himmels willen die
Hochkultur für die Niederungen des Krimis aufgegeben habe, zu meinem Verhältnis
zu Italo Calvino, Franco Lucentini, Pietro Citati - und so weiter und so weiter.
Und so entstand dieses Buch ganz beiläufig, ja zufällig, und es verschweigt, wie
bei den meisten anderen Menschen auch, viel mehr, als es erzählt ..." Carlo
Fruttero
Im Jänner 2012, wenige Monate vor dem Erscheinen seiner autobiografischen
Notizen "Ein Herr mit Zigarette" auf Deutsch, starb Carlo Fruttero in der
Toskana. (Piper)
Davide
Longo: "Der aufrechte Mann"
Vier Jahre
nach seinem viel beachteten Roman "Der Steingänger" schreibt Davide Longo einen großen
Italienroman: eine grandiose Parabel auf das heutige Italien und gleichzeitig das bestechende Porträt eines
Mannes, der vieles verlieren muss, um zu sich selbst zu finden.
Die Landschaft ist verwüstet, die Straßen sind leer, die Dörfer geplündert. das
Staatsfernsehen sendet Berichte, denen keiner glaubt. Wer kann, flieht. Nur
Leonardo, 52, Universitätsprofessor und Autor, zögert. er will nicht wahrhaben, was vor seinen
Augen geschieht. Erst als die Gewalt auch sein Haus erreicht, zieht er mit seiner siebzehnjährigen
Tochter Lucia und dem zehnjährigen Alfonso zu Fuß los. Sie geraten in die Fänge eines selbsternannten Herrschers, der die Jugend mit
Drogen betäubt und vor dem Leonardo mit nackten Füßen im Feuer tanzt. Wiewohl verletzt und versehrt, lernt
Leonardo doch zu handeln und sich zu wehren. Longos Roman mündet in einen bezaubernden politischen und persönlichen Neubeginn. abends am
Meer erzählt Leonardo den Menschen, die sich um ihn versammeln, Geschichten, und öffnet damit ihre Herzen für einen neuen
Glauben an die Zukunft. Ein gewaltiger Roman von einer außergewöhnlichen literarischen Kraft, der wegen seiner existenziellen
Atmosphäre und sprachlichen Dichte von der italienischen Literaturkritik mit den
Büchern von Cormac McCarthy verglichen wurde. (Rowohlt)
Michal Hvorecky: "Tod auf der Donau"
Von Regensburg bis ans Schwarze
Meer führt die Reise an Bord des Kreuzfahrtschiffs "MS America". An Bord:
übergewichtige amerikanische Senioren, die endlich etwas erleben möchten. Martin
Roy ist als Reiseleiter auf viele Katastrophen vorbereitet, aber nicht auf zwei
Tote und jede Menge Balkangangster - und erst recht nicht darauf, dass seine
Jugendliebe als blinder Passagier mitreist.
Höchst amüsant erzählt Michal Hvorecky von den Lebenswelten in Mitteleuropa. So
entsteht das Bild einer Generation, deren Angehörige wie Nomaden durch die
Länder ziehen, auf der Suche nach dem besten Arbeitsplatz, der Erfüllung in der Liebe und
so etwas wie Heimat.
Achtzig Senioren auf einem Kreuzfahrtschiff zu bändigen, ist keine leichte
Aufgabe. Vor allem dann nicht, wenn man nebenbei zwei Leichen entsorgen und
seine Ex-Freundin verstecken muss. Michal Hvoreckys neuer Roman ist ein wilder
Ritt über die Donau, von Regensburg bis ans Schwarze Meer.
Eigentlich ist Martin Roy Übersetzer. Eigentlich. Denn dazu kommt er nicht als
Reiseleiter einer Donau-Kreuzfahrt, in deren Verlauf so gut wie alles schiefgeht.
Michal Hvorecky verknüpft in seinem grotesken Schiffsbuch die Geschichte
Mitteleuropas mit persönlichen Schicksalen (und seinen eigenen Erlebnissen als
Reisebegleiter). Dabei zeichnet er das Bild einer Generation, die wie Nomaden
durch die Länder zieht, auf der Suche nach dem besten Arbeitsplatz, der
Erfüllung im Leben und so etwas wie Heimat. "Tod auf der Donau" ist deshalb
vieles auf einmal: Abenteuerroman, Liebesgeschichte und Satire auf die Auswüchse
des Tourismus. Und nicht zuletzt eine Liebeserklärung an die Donau. (Tropen bei
Klett-Cotta)
Uwe
Schultz: "Der König und sein Richter. Ludwig XVI. und Robespierre. Eine
Doppelbiografie"
Man schreibt das Jahr 1775. Der junge König Ludwig XVI. und seine Gattin
Marie Antoinette halten in ihrer Kutsche auf dem Rückweg von der Krönung in
Reims im strömenden Regen vor dem Kolleg Louis-Le-Grand, wo ihnen der
Musterschüler dieser Bildungseinrichtung, ein gewisser Maximilien de
Robespierre, auf Knien im Matsch liegend eine Ovation darbringt. Keine zwanzig
Jahre später wird
Robespierre, Haupt der Jakobiner, die Hinrichtung des
Monarchen und seiner Frau betreiben.
Uwe Schultz lässt in dieser Doppelbiografie Ursachen und Dynamik der
Französischen Revolution wieder lebendig werden. Er beschreibt die Lebensläufe
und Lebenswelten der beiden Protagonisten, die unterschiedlicher nicht hätten
sein können. In faszinierenden "Nahaufnahmen" arbeitet er die Charaktere des
schwachen, unentschlossenen Königs und des kalt-berechnenden, machthungrigen
Anwalts heraus, die mit ihren Ratgebern und Gefolgsleuten am Scheideweg der
französischen Geschichte aufeinandertreffen. Die dank vieler Zitate ungemein
eindrückliche Schilderung des Glanzes der untergehenden Monarchie und der
revolutionären Ereignisse ist ein Musterbeispiel für spannende
Geschichtsschreibung. (C.H. Beck)
Petra
Hammesfahr: "Die Schuldlosen"
Am Ostersonntag verbreitet sich die Nachricht wie ein Lauffeuer im Dorf: Janice
Heckler ist tot in der Greve gefunden worden, halbnackt und offensichtlich
ertränkt. Auf den Täter einigt man sich in Garsdorf schnell: der Nachbar. Alex
Junggeburt - als Kind noch von allen bedauert, als Jugendlicher gefürchtet, als
Erwachsener verteufelt. Sechs Jahre später kommt Alex frühzeitig aus der Haft
frei. Sein erster Weg führt ihn zurück an den Ort des Geschehens - in sein
Elternhaus. Kaum jemand im Dorf ist darüber glücklich: Die Einen fürchten seine
Rache, die Anderen weitere Gewalttaten. Alex kann es ihnen nicht verdenken, weiß
er doch selbst nicht, was damals geschah ... (Wunderlich)
Marko
Leino: "In der Falle"
Eigentlich wollte Vesa Levola nichts mit den
Drogengeschäften seines Vaters zu tun haben. Doch als dieser seine
Geschäftspartner von der russischen Mafia hintergeht, landen beide in einer
Falle. Die Erpresser zwingen Vesa, mit dem Revolver auf den Kopf des Vaters zu
zielen. Nach dessen Tod haben sie mit dem Sohn leichtes Spiel. Marko Leinos
schwarzer Kriminalroman erzählt vom Milieu der Kleinkriminellen in
Finnland
und von der Jagd nach dem großen Geld. Doch wie schlau es Leinos fragwürdige
Helden auch anstellen, es gibt immer einen, der noch skrupelloser ist. Wer in
diesem Roman nicht in der Falle sitzt, hat es bloß noch nicht gemerkt.
Spannend, blutig, böse und dabei oft unglaublich komisch! (Paul Zsolnay)
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