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Jill Lepore:
"Diese Wahrheiten"
(Rezension)

Thomas Leibnitz:
"Beethoven"
(Rezension)

Marion Messina:
"Fehlstart"
(Rezension)

John von Düffel:
"Der brennende See"

Donna Leon:
"Geheime Quellen"

James Baldwin:
"Von dieser Welt"

(Rezension)

Christoph Ransmayr:
"Die letzte Welt"

(Rezension)   

Lutz Seiler:
"Stern 111"

Niklas Maak:
"Technophoria"

Michail Bulgakow:
"Die weiße Garde"

(Rezension)

Miklós Szentkuthy: "Apropos Casanova. Das Breviarium des St. Orpheus"
Er ist der Solitär der ungarischen Literatur. 60 Jahre arbeitete Miklós Szentkuthy an seinem enormen, uferlosen Werk - auf Deutsch lagen bisher nur wenige Seiten vor. Zu entdecken ist ein literarischer Kosmopolit, ein ungarischer Borges, ein zu jeder Zeit Unzeitgemäßer.
2000 Jahre europäische Kultur, nichts weniger hat sich Miklós Szentkuthy mit seinem "Breviarium des St. Orpheus" vorgenommen - was Anderen zur gigantomanischen Selbstüberschätzung geriete, ist bei ihm ein humoristisch-satirisch-spöttisches Spiel mit der Geschichte. Neben dem Bekannten oder bloß Plausiblen aus den Annalen entdecken wir erdichtete, erlogene Episoden, fiktive Begegnungen historischer Persönlichkeiten, verblüffende Analogien und Zufälle; das Unwahrscheinliche stellt Szentkuthy neben das Faktische, wir hasten ihm hinterher auf seinem vergnügten Ritt durch die Geschichte, und schon bald spielt keine Rolle mehr, was wirklich wahr, was nur fiktiv richtig ist.
Für seinen Romanessay "Apropos Casanova", Auftakt seines Opus magnum "Das Breviarium des St. Orpheus", mit dem Szentkuthy erstmals einer deutschen Leserschaft vorgestellt wird, wurde er bei Erscheinen 1939 der Blasphemie angeklagt.
In "Apropos Casanova" nimmt uns der "heilige" Orpheus Szentkuthy bei der Hand, führt uns als antikmoderner Vergil durch die Epochen. Im Zentrum stehen Casanova und seine Memoiren, aus deren Lektüre ein eigentümlicher Roman entsteht: Nicht Textkommentar hat er im Sinn, sondern das Heraufbeschwören des gesamten 18. Jahrhunderts, das Casanova als Gallionsfigur verkörpert. Chronologie aber ist Szentkuthys Sache nicht - und so darf es nicht verwundern, dass sich hier Leibniz und Sigmund Freud, die US-amerikanische Schauspielerin Gloria Swanson und Tintorettos "Susanna im Bade" literarisch begegnen.
Bei Szentkuthy entpuppt sich das Heilige als das Profane, die Hagiografien geraten zu Lastergeschichten - Casanovas Spiegelbild, der Heilige Alfons von Liguori, hier zum Kumpanen des Venezianers gemacht, führt uns deshalb ein und hinab in Szentkuthys abgründigen Humor.
Miklós Szentkuthy (1908-1988) war der moderne Schriftsteller Ungarns schlechthin. Er übersetzte Dickens, Mark Twain, Swifts "Gullivers Reisen" und Joyce' "Ulysses" ins Ungarische. Einem kennerschaftlichen Publikum ist er dank Übersetzungen ins Französische, Spanische, Englische, Portugiesische, Slowakische und Rumänische bekannt. Kurz vor seinem Tod wurde er 1988 mit dem "Kossuth-Preis", der höchsten ungarischen Auszeichnung für Kunst und Kultur, geehrt. (Die Andere Bibliothek)
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Damiano Femfert: "Rivenports Freund"
Argentinien, 1952. Wie aus dem Nichts taucht in der verschlafenen Kleinstadt S. ein junger Mann auf. Er ist schwer verletzt, hat nichts als seine Kleider am Leib und scheint sein Gedächtnis verloren zu haben. Nur einen Namen wiederholt er immer wieder: Kurt.
Doktor Rivenport, der Direktor des örtlichen Krankenhauses, ist über die Einlieferung des neuen Patienten gar nicht erfreut. Er stört sein geruhsames Leben im perfekten Gleichgewicht zwischen den Pflichten als Arzt und seiner Passion: dem Fangen und Präparieren von Schmetterlingen. Am liebsten würde er Kurt gleich wieder loswerden, doch das ist nicht so einfach. Polizei und Lokalpolitik kommen mit ihren Untersuchungen nicht weiter. Die Nonnen, die Kurt zunächst aufgenommen haben, setzen ihn vor die Tür. Rivenport bleibt keine andere Wahl, als seinen ehemaligen Patienten bei sich zu Hause aufzunehmen. Langsam wächst seine Faszination für Kurt, und er beginnt, auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Diese führen ihn schließlich zurück in die jüngste Vergangenheit der europäischen Geschichte. Ist Kurt einer der vielen Deutschen, die ins Land gekommen sind? Ist er Opfer oder Täter? Und was würde das für ihre Freundschaft bedeuten?
Damiano Femfert, geboren 1985, in Deutschland und Italien aufgewachsen, hat Theaterstücke, Drehbücher zu Kurzfilmen, Spielfilmen, einem Dokumentarfilm und mehrere Reise-Artikel geschrieben, die u. a. in der "Frankfurter Rundschau" und "Neuen Zürcher Zeitung" erschienen sind. Neben seiner Schreibtätigkeit ist er in der Kunstszene als Kurator aktiv und als Dozent in Rom, wo er auch lebt. "Rivenports Freund" ist sein erster Roman. (Schöffling & Co.)
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Rolf Vollmann: "Frauenkatalog 1200, in zehn Bildern"
Ginover statt Artus, Jeschute statt Parzival: Wir lernen sie endlich kennen, die Frauen der mittelhochdeutschen Romane um 1200, nicht als bloßes Beiwerk, nicht als Nebenfiguren - die Frauen spielen die Hauptrolle, und Rolf Vollmann stellt sie uns vor.
Mit erzählerischer Leichtigkeit führt Rolf Vollmann uns ein in die Sagenwelten von Artus & Co., schleust sich selbst ein unter die Protagonistinnen, kommentiert das Geschehen - und macht uns das Mittelalter gegenwärtig.
Parzival und Artus, Willehalm und Lancelot - diese Helden und Hauptfiguren der mittelalterlichen Sagen kennen fast alle. Um die Kenntnis der großen Frauen, die nicht einfach nur an deren Seite standen, ist es schlechter bestellt: Ginover (oder Guinevere) mag noch zusammen mit Artus und Lancelot genannt werden, doch Jeschute und Sigune aus Wolframs "Parzival" sind nur noch wenigen vertraut. An diesen mittelhochdeutschmodernen Geschlechterverhältnissen rüttelt Rolf Vollmann: Frauen sind die Zentren der berühmten Geschichten.
Da gibt es die junge Lavinia, die sich brennend für Eneas interessiert, obwohl ihre Mutter sie deshalb lieber tot sähe; die Königin Ginover, mitsamt Ehemann Artus und Geliebtem Lancelot; die junge Seglerin Sigune, eine Frau aus der Gralssippe, die mit ihrem toten Geliebten in den Armen in einer Linde sitzt, eine Verwandte Parzivals; die schöne Enite, die bei Hartmann von Aue ihren Mann wieder auf Trab bringen muss, der faul geworden ist, kaum hat er sie geheiratet; die hübsche Jeschute, über die der ganz junge Parzival, nachdem er seine verwitwete Mutter Herzeloyde verlassen hat, geradezu in seiner Tölpelhaftigkeit stolpert, worauf ihr Mann die Unschuldige als Nackte durchs Land reiten lässt.
Forsch, eigensinnig, manchmal unbarmherzig, immer schön - so stellt Vollmann uns das weibliche Personal des Mittelalterromans vor. Anders als Eschenbach, Hartmann von Aue und alle übrigen anonymen Autoren, die hauptsächlich an den männlichen Helden interessiert waren - späte Gerechtigkeit, die Vollmann lustvoll, mit dem Geschichtenmaterial spielend, vor uns ausbreitet.
Keine Seminarlektüre, sondern vergnügliche, heitere Stunden der Muße schenkt uns Rolf Vollmann. (Die Andere Bibliothek)
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Jürgen Trabant: "Sprachdämmerung. Eine Verteidigung"
Die Sprache ist heute doppelt bedroht: durch ein vorsprachliches Kommunizieren von Gefühlen in Tönen und Gesten, und durch ein technischwissenschaftliches Bezeichnen mit Wörtern, die präzise zu sein haben, bei denen es aber gleichgültig ist, welcher besonderen Sprache sie entstammen. Gefährdet wird dabei die Sprache als menschliche Weise, sich die Welt zu erschließen. Das neue Buch des renommierten Sprachwissenschaftlers Jürgen Trabant ist die vehemente Verteidigung eines kostbaren Guts.
Die vielfältigen Sprachen Europas und der ganzen Welt sind - das wusste schon Humboldt - ebenso vielfältige Weisen, die Welt zu betrachten. Will man also die welterhellende Funktion der Sprache verteidigen, muss man auch den Reichtum der vielen Sprachen erhalten. Das beginnt für uns mit dem Deutschen, das gegenüber dem amerikanischen Englisch zunehmend in Not gerät. Und es gilt genauso für all die anderen europäischen Sprachen, die auf dem Rückzug sind, weil nur die globale Sprache Macht verspricht. Jürgen Trabants Buch ist ein Lob der Sprache, ohne die der Mensch nicht zu denken ist, und zugleich eine Warnung vor der heranrückenden Sprachdämmerung. (C.H. Beck)
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J. M. G. Le Clézio: "Alma"
In seinem neuen Roman erzählt Nobelpreisträger J. M. G. Le Clézio die Geschichte eines Wissenschaftlers, der nach Mauritius kommt, um nach Spuren des ausgestorbenen Dodos zu suchen und der stattdessen die Geschichte seiner Familie und seinen eigenen Platz in dieser Geschichte findet.
Mauritius - eine Perle im Indischen Ozean. Als Jéremy Felsen dort ankommt, weiß er nur, dass seine Familie dort jahrhundertelang auf der Plantage "Alma" erst Tabak, dann Zuckerrohr angebaut hat. Doch all das ist lange her, die Plantage existiert nicht mehr. Die Moderne hat Einzug gehalten, mit Flugverkehr, Touristen, Supermärkten. Zwar findet Jéremy, der zuvor noch nie auf der Insel war, nicht das, was er eigentlich suchen wollte, nämlich Spuren des ausgestorbenen Vogels Dodo, dafür aber gibt es überall Spuren seiner Familie, auf die er in vielen Gesprächen mit Inselbewohnern und bei ausgedehnten Streifzügen stößt. Und es gibt Dominique - genannt Dodo - Felsen, der auf der Insel geboren wurde und der parallel zu Jéremy seine Geschichte erzählt. Eine Geschichte von Krankheit und Kolonialismus, aber auch von Neugier und Lebensfreude. Für Jéremy führt der Aufenthalt auf Mauritius zu der Erkenntnis, dass, auch wenn er nicht dort lebt, seine Herkunft immer ein Teil von ihm sein wird, dass er Alma und die Insel in seiner Seele und seinem Herzen trägt.
Geschickt verwebt Le Clézio die Geschichten seiner beiden Figuren zu einem eindringlichen Roman über Kolonialismus und Moderne, über Natur und Kultur und zu einer Hommage an die Schönheit und Einzigartigkeit der Insel Mauritius. (Kiepenheuer & Witsch)
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Donna Leon: "Geheime Quellen. Commissario Brunettis neunundzwanzigster Fall"
Als Vittorio Fadalto in einer Sommernacht auf dem Rückweg vom Krankenhaus mit dem Motorrad verunglückt, glauben alle an einen Unfall. Nur nicht seine Frau, die Brunetti um Hilfe bittet. Wollte tatsächlich jemand Fadalto etwas Böses? Oder sind das nur Hirngespinste seiner schwerkranken Frau? Brunetti braucht all seine Intuition - und enthüllt schließlich ein Verbrechen größeren Ausmaßes mit Folgen für die Gewässer des ganzen Veneto.
Mitten im Hochsommer ruft eine Ärztin aus dem Ospedale Fatebenefratelli in der Questura an, ihre Patientin wolle die Polizei sprechen und nicht den Pfarrer. Brunetti und Griffoni finden sich sofort am Sterbebett ein. Auch wenn Benedetta Toso kaum mehr sprechen kann, wird doch klar, dass irgendetwas mit dem Tod ihres Mannes vor ein paar Wochen nicht stimmt. Spuren hat der Commissario so gut wie keine. Aber er hat am Totenbett versprochen, dass Benedetta Tosos Mann Gerechtigkeit widerfahren soll.
Ebenso unermüdlich wie raffiniert ermittelt Brunetti, um sein Versprechen einzulösen. Und das Verbrechen lässt nicht auf sich warten. (Diogenes)
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John von Düffel: "Der brennende See"
Ein Generationenroman zum brennenden Thema unserer Zeit.
Hannah, Tochter eines Schriftstellers, kehrt nachdem Tod ihres Vaters in die Stadt ihrer Kindheit zurück. An seinem Erbe ist sie wenig interessiert. Doch als Hannah erste Schritte unternimmt, die Wohnung des Verstorbenen aufzulösen, findet sie an seinem Totenbett das Foto einer Unbekannten. In der flimmernden Hitze eines erneut rekordverdächtig trockenen Aprils begibt Hannah sich mit diesem Bild auf Spurensuche. Bald muss sie erkennen, dass nicht nur die vertraute Landschaft ihrer Kindheit sich in Staub und Rauch auflöst. Alle Bilder der Vergangenheit entgleiten ihr, das ihres Vaters nicht zuletzt. Als sie dann auf die "Fridays-for-Future"-Aktivistin Julia stößt, die sich in ihrem Kampf um Klimagerechtigkeit auf fragwürdige Weise radikalisiert hat, muss sie feststellen, dass ihr Vater dieser jungen Frau am Ende näher stand als ihr. Womöglich ist sie sogar die wahre Tochter des Schriftstellers ...
Ein Roman über eine Generation zwischen den Generationen: zwischen den Erblasten der Vergangenheit auf der einen Seite und einer sich rasant verändernden Zukunft auf der anderen. (DuMont)
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Amir Hassan Cheheltan: "Der Zirkel der Literaturliebhaber"
Jeden Donnerstag kamen in das Elternhaus Cheheltans acht Gäste, um mit den Eltern und später auch ihm selbst über Literatur zu sprechen. Sie sprachen vorzugsweise über die klassische persische Literatur, über Rumi, Hafis, Saadi, Ferdowsi und Andere. Über Jahre hielten diese Treffen an und eröffneten einen Raum der Sprache, der Poesie, der Interpretation, was die großen Themen des Lebens und des Geistes anbelangt, verbanden die Teilnehmer, verstrickten sie aber auch miteinander, weil die Staatsmacht auch in ihren Zirkel hineinregierte.
Denn in diesem Zeitraum seit den 1960er-Jahren herrscht erst der Schah mit seinem Repressionsapparat und dem Geheimdienst SAVAK, bis die islamische Revolution von 1979 das Regime durch die Macht der Mullahs ersetzt. In seiner dichten und detaillierten Erzählung kehrt Amir Hassan Cheheltan immer wieder zu dem Zirkel der Literaturliebhaber, den Gesprächen über die Poesie, der Rolle seiner Eltern, den Impulsen für die eigene Lektüre und der Wirkung der Literatur zurück. Denn diese ist älter, weiser, komischer, subversiver und sexuell weitaus freizügiger, als die offizielle Sittenlehre und die gesellschaftlichen Zwänge es dulden wollen. (C.H. Beck)
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Jiang Yang: "Wir Drei"
Ideen und Gefühle, die in China lange ein Tabu waren, werden in Yang Jiangs Alterswerk wieder neu entdeckt.
Der autobiografische Roman "Wir Drei" ist die tief bewegende Geschichte einer Liebe über alle gesellschaftlichen und politischen Umbrüche hinweg, es ist die Geschichte des chinesischen 20. Jahrhunderts, erzählt am Beispiel einer ungewöhnlichen Gelehrtenfamilie. Virtuos und eindringlich schildert Yang Jiang im ersten Teil dieses Meisterwerks, in dem asiatische und westliche Erzähltraditionen eine singuläre Verbindung eingehen, die Schmerzenszeit des Verlustes der einzigen Tochter und des geliebten Ehemanns. In Träumen und Geisterbegegnungen erweckt sie die traumatische Zeit der Krankheit der beiden Nächsten zum Leben. So überwindet sie die Trauer um Yuanyuan und Zhongshu und findet zu neuer Kraft. Durch dieses von Geistern und Schmerzen bewachte Höllentor betritt der Leser in einem zweiten Teil einen Raum der Erinnerung, in dem Yang Jiang nüchtern von ihrer Familiengeschichte berichtet. Sie erzählt von der ersten Studienzeit in den frühen Dreißigerjahren, der Heirat mit Zhongshu, der glücklichen Zeit in Zweisamkeit an den Universitäten von Oxford und Paris 1935 bis 1938, der Geburt der gemeinsamen Tochter und der Rückkehr nach China. Der Leser erlebt mit Yang Jiang die ersten Erfolge der drei Gelehrten und bald darauf die Leiden der Intellektuellen in der Zeit der Kulturrevolution, die sie nur überstehen, indem sie sich gegenseitig Halt bieten. Als sie und das Land wieder zur Ruhe finden, endet die gemeinsame Geschichte durch den Tod der beiden Liebsten.
Yang Jiang, 1911 in Peking geboren, studierte Politikwissenschaft an der Dongwu-Universität in Suzhou und Fremdsprachen an der Pekinger Tsinghua-Universität, wo sie Qian Zhongshu kennenlernte. Das Paar heiratete und verbrachte gemeinsam zwei Studienjahre in Europa. In Shanghai feierte sie große Erfolge als Bühnenautorin und später als Übersetzerin, insbesondere des "Don Quijote" während der Kulturrevolution. Nach dem Tod ihrer Tochter und ihres Mannes begann sie eine dritte literarische Karriere u. A. mit der in China legendären Autobiografie "Wir Drei". Sie starb 2016 in Peking. (Matthes & Seitz)
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Ursula Naumann: "El Caballero Gustavo Bergenroth. Wie ein preußischer Forscher in Spanien Geschichte schrieb"
Früh am Morgen des 20. August 1860 trifft der ostpreußische Jurist Gustav Bergenroth in Simancas, einem abgelegenen Dorf in Kastilien, ein. Sein Ziel: das spanische Staatsarchiv, ein altes, mit dicken Mauern, Graben, Türmen und Zinnen bewehrtes Kastell, das erst seit Kurzem für Forscher zugänglich ist. Er will die Tudorzeit, die farbigste Epoche der englischen Geschichte, erforschen. Doch er ahnt nicht, was ihn erwartet: Unendliche Mengen an verschlüsselten Depeschen, die vor ihm noch niemand entziffert hat. In achteinhalb Jahren knackt er unter widrigsten Umständen die kompliziertesten Codes - eine kryptologische Meisterleistung. Was er dabei entdeckt und in scharfsinnigen, illusionslosen Berichten veröffentlicht, stellt festgefügte Geschichtsbilder auf den Kopf und schockiert seine Zeitgenossen.
Wer ist dieser Gustav Bergenroth? Geboren und aufgewachsen in der masurischen Provinz, engagierter Demokrat, Barrikadenkämpfer in der 48er-Revolution, nach deren Niederschlagung Flucht nach Kalifornien, dann Emigration nach London - er hat schon einiges hinter sich an abenteuerlichen Erfahrungen. Doch Simancas wird zum entscheidenden Kapitel seines wechselvollen Lebens.
Ursula Naumann hat eine glänzend recherchierte und mitreißend erzählte Biografie geschrieben. Sie zeichnet nichts weniger als das Bild eines Mannes, der, gegen seine Zeit, die Geschichtswissenschaft revolutionierte. (Insel)
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Marie Hermanson: "Der Sommer, in dem Einstein verschwand"
Göteborg im Sommer 1923: Zum 300. Gründungsjubiläum findet eine große Ausstellung statt, und über der gesamten Stadt hängt eine magische Atmosphäre der Euphorie und des Umbruchs. Die junge Journalistin Ellen ergattert ihren ersten Auftrag bei einer Zeitung und kann ihr Glück kaum fassen: Sie wird als Reporterin die Aufregung der Ausstellung einfangen. Als sie eines Nachts eine alarmierende Entdeckung macht, bittet sie den Polizisten Nils Gunnarsson um Hilfe. Zur selben Zeit sitzt Albert Einstein in seinem Berliner Arbeitszimmer. Sein Privatleben steht Kopf, seine Finanzen sind miserabel, und er erhält Morddrohungen aus rechten Kreisen. Und ausgerechnet jetzt muss er nach Göteborg reisen, um seine Nobelpreisrede zu halten. Doch es gibt ungeahnte Kräfte, die diese Rede um jeden Preis verhindern wollen ... Vor der stimmungsvollen Kulisse der Göteborger Jubiläumsausstellung lässt Marie Hermanson in "Der Sommer, in dem Einstein verschwand" die Goldenen Zwanziger auferstehen und schafft einen turbulenten Roman, spannend und zeitgeschichtlich zugleich.
Marie Hermanson, 1956 geboren, lebt in Göteborg und hat etliche Jahre ihres Lebens als Journalistin gearbeitet. (Insel)
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Niklas Maak: "Technophoria"
Unsere Zukunft hat bereits begonnen. Ein Roman zu den großen Fragen unserer Zeit: wild, melancholisch und hinreißend zugleich.
Turek arbeitet für eine Firma, die "Smart Cities" baut. Sein Chef ist besessen von einem alten Plan: Wenn es gelänge, die ägyptische Qattara-Senke mit Wasser aus dem Mittelmeer zu fluten, könnte man den Meeresspiegel senken, den Klimawandel bremsen - und Milliarden verdienen.
"Technophoria" erzählt von den Schönheiten und Absurditäten der digitalen Welt, von Menschen, die an der Zukunft bauen oder ihr zu entkommen versuchen. Ein scharfer Blick auf eine Gesellschaft, die ihre Freiheit für Komfort und Sicherheit aufgegeben hat, und eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, die um die ganze Welt führt, zu Gorillas und Robotern, in anarchistische Kommunen, sprechende Häuser und Serverfarmen - und zu Menschen, die ihr Leben so wenig in den Griff bekommen wie die Liebe. (Hanser)
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Sebastian Janata: "Die Ambassadorin"
Der junge Hugo Navratil muss zurück in die österreichische Provinz. Sein Großvater, mit dem ihn die Liebe zur Natur und der Tod eines kleinen Jagdhundes verband, ist gestorben, die Familie nimmt Abschied. Das burgenländische Dorf, der Wald, Freund und Feind, alles scheint wie immer. Doch auf der Beerdigung fallen Hugo zwei Frauen auf. Sie sind auf der Suche nach einer antiken Flinte - und sie glauben, dass Hugo weiß, wo sie ist.
Je mehr Hugo es mit ihnen zu tun bekommt, desto besser versteht er, dass der alte Mann viele, durchaus schöne Gesichter hatte. Was hat es mit dem Verbund auf sich, der ihn und diese Frauen einst zusammenbrachte?
"Die Ambassadorin" ist eine Ode an das Matriarchat und die Geschichte eines Antihelden, der unerschrockener kaum sein könnte.
Sebastian Janata, Jahrgang 1988, stammt aus dem östlichsten Teil Österreichs, er lebt und arbeitet in Berlin. "Die Ambassadorin" ist sein Debütroman. (Rowohlt)
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Svenja Zuther: "Die Zauberkraft der Pflanzenwelt. Spirituelle Naturerfahrung. Ganzheitliches Heilen mit Pflanzen"
Svenja Zuther zeigt, wie Pflanzen zu Freunden, Lehrern und Verbündeten werden, die spirituelles Wachstum ermöglichen und Heilungsprozesse fördern. Die Heilkraft einer Pflanze machen sowohl deren Wirkstoffe als auch die Verbindung mit ihr aus. Früher wurde die Gabe von Heilpflanzen mit Zaubersprüchen kombiniert.
Man war überzeugt, dass alles in der Natur durch einen Geist miteinander verbunden ist. Moderne Forschung macht uns diese Erkenntnis wieder plausibel. Die heilsame Zauberkraft des Geistes wurde durch die Placeboforschung bewiesen, die Intelligenz der Pflanzen durch die Erkenntnisse der Pflanzenneurobiologie. Die größte Heilkraft kann sich entfalten, wenn der Geist von Mensch und Pflanze zusammenarbeiten. Mit zahlreichen praktischen Übungen für spirituelle Naturerfahrung, Natur-Achtsamkeitstraining sowie die Kommunikation und Zusammenarbeit mit Pflanzen. (AT)
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Lutz Seiler: "Stern 111"
Zwei Tage nach dem Fall der Mauer verlassen Inge und Walter Bischoff ihr altes Leben - die Wohnung, den Garten, ihre Arbeit und das Land. Ihre Reise führt die beiden Fünfzigjährigen weit hinaus: Über Notaufnahmelager und Durchgangswohnheime folgen sie einem lange gehegten Traum, einem "Lebensgeheimnis", von dem selbst ihr Sohn Carl nichts weiß. Carl wiederum, der den Auftrag verweigert, das elterliche Erbe zu übernehmen, flieht nach Berlin. Er lebt auf der Straße, bis er in den Kreis des "klugen Rudels" aufgenommen wird, einer Gruppe junger Frauen und Männer, die dunkle Geschäfte, einen Guerillakampf um leerstehende Häuser und die Kellerkneipe "Assel" betreibt. Im U-Boot der "Assel" schlingert Carl durch das archaische Chaos der Nachwendezeit, immer in der Hoffnung, Effi wiederzusehen, "die einzige Frau, in die er je verliebt gewesen war".
Ein Panorama der ersten Nachwendejahre in Ost und West: Nach dem mit dem "Deutschen Buchpreis" ausgezeichneten Erfolgstitel "Kruso" führt Lutz Seiler die Geschichte in zwei großen Erzählbögen fort - in einer Reisebewegung, die ihre Bahn um den halben Erdball zieht, und in einem Berlin-Roman, der uns die ersten Tage einer neuen Welt präsentiert. Und ganz nebenbei wird die Geschichte einer Familie erzählt, die der Herbst 1989 sprengt und die nun versuchen muss, neu zueinander zu finden. (Suhrkamp)
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Jhumpa Lahiri: "Wo ich mich finde"
Nach "Tiefland" ist dies der lange erwartete neue Roman der "Pulitzer"-Preisträgerin Jhumpa Lahiri.
Eine allein lebende Italienerin in den Vierzigern: unsicher, scheu, orientierungslos, sich selbst fremd. Die Arbeit als Universitätsangestellte garantiert ihr einen unspektakulären Tagesablauf. Sie begibt sich stets an dieselben, ihr vertrauten Orte, in ihre Lieblingsbar, die Schwimmhalle, die Buchhandlung um die Ecke. An den Wochenenden besucht sie ihre alte Mutter. Ihre Einsamkeit lässt sie die Menschen um sich herum genau betrachten - auf der Straße, bei der Maniküre, im Supermarkt, im Zug.
Die Tage vergehen, die Jahreszeiten wechseln sich ab. Und eines Tages, bei einem Ausflug ans Meer, geschieht etwas Unerwartetes. Sie trifft eine Entscheidung, die sie selbst überrascht.
Lahiri, bekannt für ihre feinste Beobachtungsgabe und Präzision bei der Figurendarstellung, entwirft das ergreifende Stimmungsbild einer Frau, die an einen Wendepunkt ihres Lebens gerät und deren Schicksal einem ans Herz geht. Suggestive, luzide Prosa mit einem großen Sog. (Rowohlt)
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Paul Stamets: "Fantastische Pilze. Wie Pilze heilen, unser Bewusstsein erweitern und den Planeten retten können"
Die Wissenschaft erkennt immer deutlicher, wie wichtig Pilze für die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft und für die Lösung der ökologischen Probleme der Erde sind. Der weltweit bekannteste Mykologe Paul Stamets hat ein Ensemble des Ruhms aus Mykologen, Künstlern, Ökologen, Ärzten und Forschern vereint, um ein breites Publikum mit der Rolle der Pilze, ihrer besonderen Lebensweise und ihren geheimnisvollen Kräften vertraut zu machen. Pilze haben die Fähigkeit, unser Ökosystem wiederherzustellen (z. B. bei der Bewältigung von Ölkatastrophen oder beim Bienensterben), unsere Gesundheit zu fördern (von der Behandlung bei Brustkrebs bis hin zu Posttraumatischen Belastungsstörungen) und unsere symbiotische Beziehung mit der Natur wieder aufleben zu lassen und dabei das menschliche Bewusstsein zu ändern. Ein visionäres Lesebuch über das fantastische Phänomen Pilze, mit einzigartigen Bildern ihrer unglaublichen Farben und Formen. (AT)
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