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Carlos Ruiz Zafón:
"Der Friedhof der vergessenen Bücher"

(Rezension)

Peter Handke:
"Mein Tag im anderen Land"

(Rezension)

Patrick Modiano:
"Unsichtbare Tinte"

(Rezension)
  
Mathijs Deen:
"Der Schiffskoch"
(Rezension)

Marieke Lucas Rijneveld: "Mein kleines Prachttier"
Dies ist die Geschichte eines Tierarztes und seiner "Auserwählten" - der jungen Tochter eines Bauern, auf dessen Hof der Arzt von jeher die Kühe behandelt. Eines Sommers finden die beiden zueinander. Er will vor einem Trauma und seiner Einsamkeit fliehen, für sie ist es die Flucht aus der Provinz in eine aufregende Fantasiewelt. Bei ihm kann sie sein, wer und was sie will.
Der Sommer schreitet voran, und die beiden entwickeln eine immer gefährlichere Faszination füreinander.
"Mein kleines Prachttier" erzählt von einem Mann, der einer fatalen Leidenschaft folgt, und einer jungen Frau, die Geborgenheit und einen Platz im Leben sucht. Es ist das Zeugnis einer Liebe von animalischer Wucht und moralischer Zweifelhaftigkeit.
Marieke Lucas Rijneveld, 1991 in Nordbrabant geboren, gilt als die wichtigste junge niederländische Stimme. 2015 veröffentlichte Rijneveld den preisgekrönten Lyrikband "Kalfsvlies". 2019 erschien der zweite Lyrikband. Für den Debütroman "Was man sät" erhielt Rijneveld 2020 den "International Booker Prize". (Suhrkamp)
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Heinrich Steinfest: "Die Möbel des Teufels"
Nach 44 Jahren kehrt Leo Prager aus dem Südpazifik zurück nach Wien: Dort liegt seine Schwester Eva zur Identifikation in der Gerichtsmedizin - und für Leo stellen sich viele Fragen. Wer tötet eine Parlamentsstenografin? Ist der Mord politisch, oder liegt das Motiv in Evas streng gehütetem Privatleben? Dass er bei den Antworten von Chengs Frau Wolf Unterstützung erfährt, ist nichts als reiner Zufall. Aber ein glücklicher.
Ein Kriminalroman der ganz besonderen Sorte. Spannend, unwahrscheinlich und sehr sehr realistisch - dabei voller Liebe. Und die führt bekanntlich immer ans Ziel.
Heinrich Steinfest wurde 1961 geboren und erfand vor mehr als fünfzehn Jahren den einarmigen Detektiv Markus Cheng.
Für seine originelle Schöpfung und dessen bemerkenswerte Fälle wurde Heinrich Steinfest mehrfach mit dem "Deutschen Krimi Preis" ausgezeichnet, erhielt 2009 den "Stuttgarter Krimipreis" und stand auf der Kandidatenliste für den "Leo-Perutz-Preis".
Zuletzt erschien "Der schlaflose Cheng", in dem Cheng zum letzten Mal selbst ermittelt, neuerdings assistiert er nämlich seiner ehemaligen Assistentin Frau Wolf. Und das ist gut so. (Piper)
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Sandro Veronesi: "Der Kolibri"
Ein Schock, der heftigste vielleicht in einem an Schocks reichen Leben: Vom Psychoanalytiker seiner Frau erfährt der Augenarzt Marco Carrera, dass sie ihn wegen eines deutschen Piloten verlassen werde, von dem sie schwanger ist. Damit beginnt Sandro Veronesis mit dem "Premio Strega" ausgezeichneter Roman "Der Kolibri".
Auf psychologisch raffinierte Weise erzählt er darin von einer Achterbahn der Gefühle, die das Schicksal dieses sensiblen Mannes prägen, von unvergleichlichen Charakteren, denen er auf dem Tennisplatz oder am Spieltisch begegnet, von familiärem Unglück und von einer großen, lebenslänglichen Liebe ...
Marcos Dasein gleicht dabei dem eines Kolibris: Auf der Suche nach Ruhe ist er ständig in Bewegung. Ein großartiger polyphoner Roman.
Sandro Veronesi wurde 1959 in Florenz geboren und lebt heute in Rom. 2006 wurde er für seinen später von Nanni Moretti verfilmten Roman "Stilles Chaos" zum ersten und 2020 für "Der Kolibri" zum zweiten Mal mit dem "Premio Strega" ausgezeichnet. (Zsolnay)
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Marente de Moor: "Phon"
Manchmal klingt es wie Trompetenstöße. Dann, "als würde Gott Möbel verrücken". Die seltsamen Geräusche, die seit einiger Zeit am Himmel zu hören sind, verheißen nichts Gutes.
Aber wann war es das letzte Mal gut, denkt Nadja. Was ist geblieben von dem Leben, das sie und Lew, ein idealistisches Zoologenpaar, sich in der Einsamkeit der westrussischen Wälder aufbauen wollten. Denn mit den Geräuschen kommen auch die anderen, dunklen Erinnerungen. Unverhohlen erzählt Nadja ihre verhängnisvolle Geschichte.
Doch kann man ihr trauen? Ein flirrendes psychologisches Verwirrspiel, fesselnd bis zur letzten Seite. So sinnlich wie subtil dringt es in die dunklen Seiten der Natur und des Menschen.
Marente de Moor, 1972 in Den Haag geboren, lebte nach ihrem Studium der Slawistik mehrere Jahre in St. Petersburg, wo sie als Korrespondentin für niederländische und russische Medien arbeitete. (Hanser)
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Salman Rushdie: "Sprachen der Wahrheit. Texte 2003-2020"
Leben und Schreiben, Wirklichkeit und Fantasie sind bei kaum einem Autor so eng, so schicksalhaft miteinander verknüpft wie bei Salman Rushdie. Ob in seinem Welterfolg "Mitternachtskinder", in seinem jüngsten, hochgelobten Roman "Quichotte" oder in den vielzähligen Essays, die er über die Jahre vorgelegt hat - in jeder Zeile steckt er selbst: seine Suche nach einer allgemeingültigen Sprache, sein Glaube an die Kraft des Erzählens, seine Erfahrung als Verfolgter und Emigrant und damit verbunden seine radikale Absage an Unterdrückung und Diskriminierung.
Das zeigen alle seine Werke eindrücklich. Klug und differenziert beleuchtet Rushdie in seinen Essays, Glossen und Reden die aktuelle Weltpolitik von Osama bin Laden bis Donald Trump, gibt Einblick in seine Ideenwelt und sein künstlerisches Schaffen. Gerade in seinen brillanten Literaturkritiken wird deutlich, wer ihn inspiriert: Shakespeare, Borges, auch sein Freund Harold Pinter.
Die in "Sprachen der Wahrheit" erstmals versammelten und zum Teil bisher unveröffentlichten Texte aus den vergangenen zwei Jahrzehnten veranschaulichen, wie ernst Salman Rushdie seine Verantwortung als Weltautor nimmt. So sind seine geistreichen Schriften immer auch ein Plädoyer für das vielstimmige Miteinander der Kulturen. (C. Bertelsmann)
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Peter Stamm: "Das Archiv der Gefühle"
Die Sängerin Fabienne heißt eigentlich Franziska, und es ist 40 Jahre her, dass sie eng befreundet waren und er ihr seine Liebe gestand.
Fast ein ganzes Leben. Seitdem hat er alles getan, um Unruhe und Unzufriedenheit von sich fernzuhalten.
Er hat sich immer mehr zurück gezogen und nur noch in der Fantasie gelebt.
Er hat sein Leben versäumt. Aber jetzt taucht Franziska wieder auf.
Gefährdet das seine geschützte Existenz, oder nimmt er diese zweite Chance wahr? (S. Fischer)
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Elizabeth Kolbert: "Wir Klimawandler. Wie der Mensch die Natur der Zukunft erschafft"
Aus dem biblischen Auftrag, sich die Erde untertan zu machen, ist düstere Realität geworden: Wir befinden uns mitten in einem Artensterben gigantischen Ausmaßes. Das Klima verändert sich, weil wir das Klima verändern. So tiefgreifend beeinflusst unser Handeln den Planeten, dass Wissenschaftler vom Erdzeitalter des Menschen sprechen, dem Anthropozän.
In ihrem neuen Buch gewährt uns Elizabeth Kolbert einen Blick auf die Natur der Zukunft. Die "Pulitzer"-Preisträgerin erzählt von Ingenieuren, die mit aberwitzigen Folgen für das Ökosystem den Verlauf von Flüssen ändern oder ganze Küstenstreifen vor dem ansteigenden Meerwasser schützen.
Sie trifft Biologen, die den Teufelskärpfling, den wohl seltensten Fisch der Erde, retten wollen, und sie berichtet von den kühnen Plänen, Kohlendioxid aus der Luft zu saugen oder winzig kleine Diamanten in der Stratosphäre zu verteilen. Temporeich schildert Kolbert das Dilemma, vor dem wir stehen:
Unsere Eingriffe in die Umwelt haben uns an einen Punkt geführt, an dem diese Versuche die letzte Hoffnung im Kampf gegen die globale Erderwärmung sind. Vielleicht sind sie aber auch der letzte Schritt auf dem Weg in die Klimakatastrophe.  (Suhrkamp)
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Stephan Thome: "Pflaumenregen"
Taiwan in den 1940er Jahren, am Ende der japanischen Kolonialzeit.
Während der Pazifische Krieg unaufhaltsam näher rückt, wächst die achtjährige Umeko behütet in einer Kleinstadt im Norden der Insel auf. Sie ist stolz auf ihr gutes Japanisch und himmelt ihren älteren Bruder an, der der Star des örtlichen Baseballteams ist. Als die Armee jedoch am Ortsrand ein Lager für ausländische Kriegsgefangene einrichtet, gerät ihr Leben in einen Strudel aus Schuld und Verbrechen, der die Familie siebzig Jahre später immer noch gefangen hält.
Stephan Thomes neuer Roman ist eine Liebeserklärung an seine Wahlheimat Taiwan und den zähen Überlebenswillen ihrer Bewohner. "Pflaumenregen" entfaltet ein berührendes historisches Panorama, in dessen Zentrum eine familiäre Tragödie steht.
Gleichzeitig zielen die darin aufgeworfenen Fragen auf unsere eigene zer rissene Gegenwart: Was stiftet Zugehörigkeit, wenn persönliche und nationale Identität viel weniger eindeutig sind, als wir glauben?
Wie viel wissen wir von denen, die uns am nächsten stehen? Was wissen wir wirklich über uns selbst? (Suhrkamp)
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Christoffer Carlsson: "Unter dem Sturm"
In einer kalten Novembernacht 1994 wird im kleinen südschwedischen Marbäck die Leiche einer jungen Frau gefunden. Alles weist auf ein Verbrechen hin, und ein Täter ist schnell ausgemacht: Edvard Christensson unterhielt eine Beziehung mit ihr; wie sein Vater ist er berüchtigt für einen aufbrausenden Charakter.
Edvard wird verurteilt, und der Frieden kehrt ins Dorf zurück. Nur nicht fü Edvards siebenjährigen Neffen Isak, der Edvard vergöttert hat. Isak ist besessen von der Vorstellung, dass er den Keim des Bösen in sich trägt, wie sein Onkel, wie sein Großvater.
Zehn Jahre später sitzt Isak nach einem Diebstahl vor Vidar, der als junger Polizist bei der Verhaftung von Edvard half. Und je mehr Vidar sich zurückerinnert, desto größer werden seine Zweifel an den Ermittlungen damals. Und dann verschwindet Isak. Vidar macht sich auf die Suche. Nach dem Jungen und nach der Antwort auf die Frage, was in jener Novembernacht wirklich geschah.
Christoffer Carlsson, geboren 1986, wuchs außerhalb von Marbäck an der Westküste Schwedens auf. Er promovierte in Kriminologie an der Universität Stockholm und wurde 2012 mit dem "Young Criminologist Award" der "International European Society of Criminology" ausgezeichnet. Für seinen Debütroman "Der Turm der toten Seelen" erhielt er im Jahr 2013 als jüngster Preisträger mit 27 Jahren den "Schwedischen Krimipreis". Die Reihe um den Polizisten Leo Junker erscheint in 20 Ländern und wird verfilmt. Sein Roman "Unter dem Sturm" wurde bislang in zehn Länder verkauft und war anno 2019 für den "Schwedischen Krimipreis" nominiert. (Rowohlt)
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Petros Markaris: "Das Lied des Geldes"
Kommissar Charitos stellt in seinem neuesten Fall fest: Wie überall geht auch in Griechenland die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander.
Investoren aus allen Ländern der Welt - aus Saudi-Arabien, aus China, aber auch einheimische - kaufen ganze Landstriche auf, während gleichzeitig viele Leute in Athen verarmen und um ihre Existenz bangen.
Das weiß auch Charitos' bester Freund Sissis, Leiter eines Obdachlosenasyls und Kopf der neuen Protestbewegung der Armen.
Als ein ausländischer Investor tot auf einem leeren Grundstück am Meer aufgefunden wird, beginnt Charitos zu ermitteln.
Der Täter hinterlässt eine interessante Handschrift: ein Lied, das von Geld und von Gier erzählt. (Diogenes)
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Donna Leon: "Flüchtiges Begehren. Commissario Brunettis dreißigster Fall"
Samstag Abend auf dem Campo Santa Margherita. Nach einem Getränk lassen sich zwei Touristinnen von ein paar Einheimischen zu einer Spritztour in die Lagune verführen. In der Dunkelheit rammt das Boot einen Pfahl, und die Amerikanerinnen enden bewusstlos auf dem Steg des Ospedale. Warum alarmierten ihre Begleiter nicht die Notaufnahme, wenn alles nur ein Unfall war? Je hartnäckiger Brunetti ermittelt, desto näher kommt er einem Monstrum, vor dem sich selbst die Mafia fürchtet.
Als altgedientem Polizisten ist Brunetti keine Schwäche fremd. Doch diesmal hat er es mit einem besonders heimtückischen Verbrechen zu tun - und das auch noch auf See, außerhalb seiner üblichen Zuständigkeiten. Dabei beginnt alles mit einer harmlosen Spritztour in die Lagune. Aus Spaß wird Ernst, viele Fragen bleiben offen. Die eingeschworene Gemeinschaft der Bootsleute in Venedig scheint undurchdringlich. Brunetti aber gibt nie auf, bevor er nicht die ganze Wahrheit kennt. Und schon stößt er auf seine bislang größte Herausforderung: Questura, Küstenwache und Carabinieri ermitteln gemeinsam. (Diogenes)
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