"Loin"
("
Weit weg")

R: André Téchiné
D: Stéphane Rideau, Lubna Azabal, Mohamed Hamaidi u. a.
Frankreich 2000


Drei Tage lang am Schicksal dreier Menschen teilhaben und sie dabei durch Höhen und Tiefen begleiten - das tut André Téchiné in seiner melancholischen Liebeserklärung an die sich im Aufbruch befindende Stadt Tanger. Der LKW-Fahrer Serge (Stéphane Rideau) transportiert Stoffe zwischen Frankreich und Marokko. Er erliegt eines Tages der Versuchung, sich durch Drogentransport eine zusätzliche Einkommensquelle zu sichern. Seine Geliebte Sarah (Lubna Azabal) erhält von ihrem im Ausland lebenden Bruder das Angebot, ihm dorthin zu folgen und damit ihren wirtschaftlich bescheidenen Verhältnissen als Besitzerin einer Pension zu entfliehen.

Der Laufbursche Said (Mohamed Hamaidi) - bei Sarah beschäftigt und sowohl ihr und ihrem Geliebten Serge freundschaftlich verbunden - möchte Marokko verlassen und in das schillernde Europa gelangen. Wichtige Entscheidungen wollen im Leben jener drei Menschen getroffen werden, deren Beziehungen bröckeln und vor einem Wendepunkt stehen. Sie sind ständig in unruhiger Bewegung, zwischen Abschied und Verharren. Ihre Zukunft ist ungewiss, möglicherweise bedrohlich, aber es kann nicht so bleiben, wie es ist. Während sich die ProtagonistInnen nach einem anderen Leben im mystifizierten, reichen "Westen" sehnen, suchen desillusionierte BürgerInnen einer "besseren Welt" Ruhe und Tradition im vermeintlich langsamen Marokko. Berührend und eindrücklich.

(ama;03/03)