Peter Geißler: "Fritzi und sein Dromedar"

Mit Illustrationen von Almud Kunert


Eine charmante Einladung zum Tagträumen

Der kleine Fritzi, bekleidet mit Regenmantel, Regenhut und Gummistiefeln, und sein Dromedar sitzen betrübt am Rand einer riesigen Sandkiste. Aus grauen Wolken fallen unaufhörlich dicke Regentropfen auf die beiden, auf die Sandburg, den nach Schneemann-Art gebauten Sandmann und drei munter durch den Matsch watende kleine Ferkel.

"Regen ist blöd", findet Fritzi. Aber in der Wüste, da regnet es nie!
Nach kurzem Geplänkel zwischen dem Buben und seinem naseweisen Dromedar steigen sie alle in einen wunderbar altmodischen Zug und fahren "ruckel ruckel ruckel" schnurstracks in die Wüste.
Die Abenteuerdurstigen finden sich sogleich inmitten sanfter Sanddünen wieder. Der Zug rattert weiter, eine Karawane nähert sich, und Fritzi, sein Dromedar, die drei kleinen Schweinchen und der Sandmann ziehen "traps traps traps" zur Oase Timbuktu.
Über dem Wüstensand gleitet in luftiger Höhe ein Fischkutter dahin, dem Sandmann begegnet die Schneefrau seiner Träume, und Fritzi schwebt - als waschechte Fata Morgana!
Die sprechende Oase bietet Getränke an, Pinguine und ein Eisbär bringen kühlendes Eis herbei, der Sandmann und die Schneefrau schlürfen unter einem ausladenden Hut Erfrischungen.
Und während das Dromedar noch "schluck schluck schluck" macht, erhebt sich ein Sturm aus einer Aufzählung von Leckereien, denn Fritzis Mutter ruft zum Essen.
Alle sausen blitzschnell durch die Luft und landen wieder in der völlig regendurchweichten Sandkiste.
"Miau heißt: Essen ist gut", sagt Fritzi. 

"Fritzi und sein Dromedar"
ist eine in wenigen und sehr einfachen Sätzen, hauptsächlich in direkter Rede erzählte fantasieanregende Geschichte. Die witzigen, detailreichen Illustrationen von Almud Kunert, vorwiegend in warmen, sanften Gelbtönen gehalten, strahlen Behaglichkeit aus und veranschaulichen das Geschehen in liebevoll ausgestalteten doppelseitigen Momentaufnahmen. Die Abbildungen ermöglichen auch überraschende Entdeckungen (z.B. erlebt der Fisch mit Regenschirm sein eigenes Abenteuer) und ermuntern den Vorleser dazu, in eigenen Worten weit mehr zu erzählen, als im Buch geschrieben steht.

(Kerstin Eckberg; 03/2006)


Peter Geißler, Almud Kunert: "Fritzi und sein Dromedar"
Hanser, 2006. 24 Seiten. (Ab 2 J.)
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