Oktober
Gilbhard







Autorengeburtstage:
Günter Walraff (1.10.1942) Graham Greene (2.10.1904)
Denis Diderot (5.10.1713) Václav Havel (5.10.1936)
Wilhelm Müller (7.10.1794) Icchokas Meras (8.10.1934)
Tadeusz Rózewicz (9.10.1921) Ferdinand Bordewijk (10.10.1884)
Conrad Ferdinand Meyer (11.10.1825) Wilhelm Muster (12.10.1916)
Igor Torkar (13.10.1913) Christine Nöstlinger (13.10.1936)
Michail Lermontow (15.10.1814) Friedrich Nietzsche (15.10.1844)
Italo Calvino (15.10.1923) Adrianus Franciscus Theodorus van der Heijden (15.10.1951)
Oscar Wilde (16.10.1854) Dino Buzzati (16.10.1906)
Günter Grass (16.10.1927) Georg Büchner (17.10.1813)
Arthur Miller (17.10.1915) Bernd Wilhelm Heinrich von Kleist (18.10.1777)
Arthur Rimbaud (20.10.1854) Oskar Pastior (20.10.1927)
Elfriede Jelinek (20.10.1946) Samuel Taylor Coleridge (21.10.1772)
Doris Lessing (22.10.1919) Adalbert Stifter (23.10.1805)
Michael Crichton (23.10.1942) Peter Rühmkorf (25.10.1929)
Harold Brodkey (25.10.1930) Peter Marginter (26.10.1934)
Dylan Thomas (27.10.1914) Paul Valéry (30.10.1871)
Ezra Pound (30.10.1885) Georg Heym (30.10.1887)
Jean Améry (31.10.1912) Ernst Augustin (31.10.1927)

Abendmahl

Es war im alten Nürnberg. Ich war auf der Reise und hatte etwas Eile. Wir mochten um Anfang Oktober sein. Auf dem Marktplatz war ein großer Jahrmarkt aufgeschlagen, eine "Dult", wie dort die Leute sagen. Es war schon gegen Abend und bei der vorgerückten Jahreszeit schon etwas dunkel. Trotzdem war der Verkehr zwischen den Buden noch ziemlich rege. Nach Abschluß meiner Geschäfte führte mich mein Weg über den Marktplatz, und ich war eben im Begriff, nach Hause zu gehen, als ich auf einer der Schaubuden, vor der zu meiner Verwunderung kein Ausschreier stand, die Überschrift: "Leiden und Sterben unseres Heilandes Jesu Christi" las. - Ich bin von Haus aus allen religiös-theatralischen Vorstellungen abgeneigt und wollte mich mit Abscheu von der Idee abwenden, einen so heiligen Stoff mitten in diesem Jahrmarktsgetriebe fest, plastisch oder beweglich, mit Drahtpuppen, gemalt, geformt, geschnitzt oder gar tragiert dargestellt zu sehen. Gleich darauf kamen aber in meinem Kopf Schlagwörter wie "Nürnberg", - "Spielwaren", - "Puppen", - "Figuren auf Lebkuchen" zum Vorschein. Ich erinnerte mich des großen Rufes, den die Nürnberger Arbeiten der Art genießen, und mehr aus Interesse für den mechanischen Apparat, mehr aus Neugier für die Marionettenkünste kehrte ich um und schritt auf die Bude zu. - "Leiden und Sterben unseres Heilandes Jesu Christi" las ich noch einmal auf der gemalten Überschrift.

Nur einzelne Leute standen vor der sehr primitiv gehaltenen Baracke. Und diese gafften, wie das so Brauch ist. Der Preis schien mir etwas höher als bei den anderen künstlerischen Veranstaltungen. Ich trat ein. Ein segeltuchüberspannter, mit Lampen etwas düster beleuchteter Raum, in dem sich ein Dutzend Menschen beiderlei Geschlechts und aus allen Ständen des Volkes befand. "Sie kommen gerade recht", sprach mich der Budenbesitzer, der ein Sachse war, an, "soeben beginnt die Vorstellung." Im Hintergrund der Bude, in den alles erwartungsvoll blickte, befand sich ein erhöhtes Gerüst, eine Art Bühne, die aber geschlossen war. Doch sah man an den durchschimmernden Lampen, daß sich dort etwas vorbereitete. Und eben, als der Budenbesitzer die Worte gesprochen hatte, ging der Vorhang auf, und alles drängte nun vor bis zur Rampe. (...)

(Aus "Das Wachsfigurenkabinett" von Oskar Panizza)


5. Oktober 1922. Freitag 
Erstens die politischen Ereignisse: In Bulgarien sind die Kommunisten total geschlagen. Die Aufständischen sind zum Teil getötet, zum Teil über die Grenze nach Jugoslawien geflüchtet. Unter den Geflohenen sind die Anführer: Kolarow und Dimitroff. Die bulgarische Regierung (Zankow) verlangt ihre Auslieferung. Nach sehr genauen Auskünften haben Wrangel und seine Truppen die Bolschewiken (die Aufständischen sind natürlich Bolschewiken) zerschlagen.
In Deutschland hat sich statt der erwarteten kommunistischen Revolution eindeutig der Faschismus ausgebreitet. Das Kabinett Stresemann ist zurückgetreten, ein Arbeitskabinett wird gebildet. Das Zentrum des Faschismus ist in den Händen von Hoare, der die Rolle des Diktators spielt, und Hitlers, der irgendein "Bündnis" bildet. Das Ganze spielt sich in Bayern ab, von wo eines schönen Tages ein Kaiser hervorgehen könnte. Aber die Mark fällt weiter. Heute wird in der "Iswestija" der offizielle Dollarkurs mit 440 Millionen Mark angegeben und der inoffizielle mit 500.
In der "Iswestija" steht auch ein Leitartikel von Wilenski-Sibirjakow, wonach es überall gärt und die Weißgardisten den Gedanken an eine Intervention wieder aufgegriffen haben. Ein Brief von Trotzki an die Artillerieverbände des Westsibirischen Militärkreises ist noch beredter. Dort sagt er deutlich, dass er im Falle eines Falles "auf die Rotarmisten, Kommandeure und Politarbeiter zählt".
In Japan gehen die Erdstöße weiter. Auf der Insel Formosa ein Erdbeben. Was nicht alles auf der Welt passiert!

(Aus "Die rote Krone. Autobiografische Erzählungen und Tagebücher" 
von Michail Bulgakow. Aus dem Russischen von Thomas Reschke)

In der autobiografischen Prosa beschreibt Michail Bulgakow seine Erfahrungen, Hoffnungen, Illusionen und Enttäuschungen zwischen 1916 und 1934.
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Am Freitag, dem 13. Oktober 1307 ließ der  König von Frankreich, Philipp der Schöne, alle bekannten Mitglieder der Templer unter dem Verdacht der Häresie verhaften. Papst Clemens V. schätzte sie auf zweitausend Personen. Nach ein paar Wochen wurde verlautbart, fünfhundert hätten sich schuldig bekannt. Auch der Großmeister Jacques de Molay selbst, der Präzeptor der Normandie, war verhaftet worden. Die Anklageschrift bezog sich hauptsächlich auf die blasphemischen Aufnahmeriten. Die Verhöre erfolgten nach einem starren Schema, es gab einen Fragenkatalog, der 127 Fragen enthielt. Die Protokolle sind ebenfalls von alarmierender Gleichartigkeit. Nur vierzehn von 138 verhörte der Großinquisitor selbst. Folterungen wurden äußerst grausam angewandt. Der Prozess dauerte sieben Jahre, führte 1312 zur Aufhebung des Ordens durch Papst Clemens und endete 1314 mit der Verbrennung des Großmeisters und anderer Ritter.
Bis zu ihrer Verhaftung waren die Templer sowohl vom Papst als auch vom König geachtet und beschützt gewesen. Der Grund für den Stimmungsumschwung des Königs war wohl sein Zorn über bzw. die Angst vor einer wirklichen oder eingebildeten Verschwörung. Es mag ihm unverständlich erschienen sein, dass diese reichen Soldatenmönche sich gegen ihn stellen könnten, es sei denn, sie hätten die Unterstützung der Dämonen. Das Vermögen der Templer hat sicherlich auch ihre Ankläger gereizt, doch wie bei allen Anklagen, auch später beim berüchtigten Hexenhammer, war der Gedanke der der Richter vorherrschend, dass sie im Namen Gottes den Teufel, seine Werke und seine Bundesgenossen besiegt hätten. (...)

(Aus "Magie und Magier im Mittelalter" von Christa Tuczay)


Es war zur Dämmerstunde, Mitte Oktober. Sie ging. Ich legte mich aufs Sofa und schlief ein, ohne die Lampe angezündet zu haben. Ich erwachte von dem Gefühl, dass der Polyp da war. In der Dunkelheit umhertastend, gelang es mir mühsam, die Lampe anzuzünden. Meine Taschenuhr zeigte zwei Uhr morgens. Als ich mich hingelegt hatte, war die Krankheit im Anzug, und als ich erwachte, war sie da. Mich dünkte plötzlich, dass die herbstliche Finsternis die Scheiben eindrückte, ins Zimmer floss und ich in ihr erstickte wie in Tinte. Ich stand auf und hatte mich nicht mehr in der Gewalt. Ich schrie, und mir kam der Gedanke, zu irgendwem zu laufen, und sei es zu meinem Vermieter über mir. Ich kämpfte mit mir wie ein Wahnsinniger. Ich hatte noch die Kraft, den Ofen zu erreichen und darin Holz anzuzünden. Als die Flamme knisterte und das Türchen zu klirren begann, wurde mir ein bisschen leichter. Ich stürzte ins Vorzimmer, machte Licht, entkorkte sie und trank gleich aus der Flasche. Das betäubte meine Angst etwas, ich lief nicht zu meinem Vermieter, sondern kehrte zum Ofen zurück. Ich öffnete die Ofentür, die Hitze brannte mir auf Gesicht und Händen, und ich flüsterte:
"Fühle doch, dass mit mir etwas passiert ist ... Komm, komm, komm!"

(Aus "Der Meister und Margarita" von Michail Bulgakow)


Altweibersommer

Wir haben Mitte Oktober, und plötzlich wird es Sommer. Ein dickflüssiger Sommer voller Mostgeruch, ein im Wespengesumm dösender Altweibersommer. Sommer, die Wälder eine blutige Kulisse! Ein Sommer, als hätte sich Pan aus der Verbannung zurückgeschlichen und ließe jetzt hier in der Mikostraße unter meinem Fenster die Flöte erklingen. Da, schon führt ihn der Schutzmann als Landstreicher ab, weil er sich gelbes Laub ins Haar gesteckt hat, schreibt ihn auf wegen Ruhestörung.
Im herbstlichen Schein schlägt unser Herz heftiger. Wir wittern etwas, gehen im Licht und im Duft benommen umher und atmen den scharfen Modergeruch vom faulenden Laub. Es ist, als wenn sich Sterbende einen Augenblick lang besser fühlen, sich aufsetzen im Bett, ein Glas Tokajer trinken und sich kurz an der süßen Sinnlosigkeit des Lebens berauschen. Mit blutunterlaufenen Augen und fiebrigem Angesicht aufschreien. Dann fällt ihr Kopf wieder aufs Kissen zurück. So leben wir jetzt, Mitte Oktober.
Morgen muss wieder geheizt werden. Dann muss man sterben. Komm, wir setzen uns in die Sonne hinaus - hörst du die Wespen summen? -, lass uns schweigen, Most trinken, lächle doch, schnell, lass uns leben.

(Von Sándor Márai. Deutsch von Ernö Zeltner)


An Claire Goll nach Paris

z. Zt.: Bern, Hôtel Bellevue,
am 22. Oktober 1923

Liliane,

eh ich Dir dieses schreibe, zerriß ich einen vorgestern abend an Dich geschriebenen Brief; denn ich mag Dir nicht "Allgemeines" sagen, im Augenblick, da Du meinen Zuspruch verlangst, und doch, sag selbst, wie das Besondere finden, das genau für Dich Gültige, da ich doch nur so schlagwörtlich von der Art der Heimsuchung unterrichtet bin, die Dich prüft und auf harte Probe stellt.
Siehst Du, ich meine, daß Du nun, da Dir zum ersten Mal zugemuthet wird, im Tode des unendlich Nächsten den Tod zu erleiden, den ganzen Tod, (irgendwie mehr als nur den Deinigen, möglichen -), daß jetzt der Augenblick ist, da Du am Fähigsten bist, das reine Geheimnis wahrzunehmen, das, glaub es mir, nicht des Todes, sondern des Lebens ist.
Jetzt heißt es, in einer unerhörten und unerschöpfbaren Großmuth des Schmerzes, den Tod, den ganzen Tod, da er durch ein Dir Theueres Dir greifbar geworden ist (und Du dadurch verwandt mit ihm), zum Leben hinzuzunehmen, als ein nicht mehr Abzulehnendes, nicht länger Verleugnetes. Reiß es an Dich, dieses Entsetzliche, spiele, solang Du's nicht leisten kannst, eine Vertraulichkeit zu ihm, schreck es nicht ab, indem Du vor ihm (wie alle anderen) erschrickst. Geh mit ihm um, oder, wenn das noch zuviel verlangt ist von Deiner Überwindung, halt wenigstens still, so daß es ganz nahe kommen kann, das immer verjagte Wesen des Todes, und sich Dir anschmiege. Denn dies ist, siehst Du, der Tod geworden bei uns, dies immer Verscheuchte, das sich nie mehr zu erkennen geben konnte. Wenn der Tod, im Augenblick da er uns kränkt und erschüttert, einen, den Geringsten von uns, vertraulich fände (und nicht voll Grauen), in was für Geständnissen ginge er ­ endlich ­ zu ihm über! Ein kleiner Moment nur des gut Gewilltseins zu ihm, eine kurze Unterdrückung des Vor-Urtheils, und schon hat er unendliche Anvertrauungen bereit, die unsere Ahnung überwältigten, ihn, in zitternder Abwartung, zu ertragen. Geduld, Liliane, nichts als das; Geduld.
Eingeführt in's Ganze, eingeweiht, begehst Du das ernste Fest Deiner Selbständigwerdung. Genau um den Schutz, den Du nun verlorst und entbehrst, wirst Du selbst schutzgebender, schützender. Die Vereinsamung, die Dich überfiel, macht Dich fähig, ebensoviel Einsamkeit anderer ins Gleichgewicht zu heben. Und was Dein eigenes Schwersein angeht, bald wirst Du merken, es hat Deinem Dasein ein neues Maaß gesetzt, eine neue Maaßeinheit des Leistens und des Ertragens.
Ich rathe, Liliane; ich will mehr nicht versuchen, als Dir nahe zu sein in diesen einfachen Worten. Später einmal wirst Du mir sagen, ob sie Dir haben rathen können, denn an Beistand und Trost reicht ja keiner heran, es sei denn durch Gnade.
Rainer

(P.S. Ich bin, nach längerem Verreistsein, einer Kurzeit und anderem Wechsel, auf dem Rückweg nach Muzot.)

(Aus: Rainer Maria Rilke und Claire Goll: "Ich sehne mich sehr nach Deinen blauen Briefen"
Rainer Maria Rilke - Claire Goll, Briefwechsel. Herausgegeben von Barbara Glauert-Hesse. Wallstein)
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Città Castellana, den 28. Oktober.

Den letzten Abend will ich nicht fehlen. Es ist noch nicht acht Uhr und alles schon zu Bette; so kann ich noch zu guter Letzt des Vergangenen gedenken und mich aufs nächst Künftige freuen. Heute war ein ganz heiterer, herrlicher Tag, der Morgen sehr kalt, der Tag klar und warm, der Abend etwas windig, aber sehr schön.
Von Terni fuhren wir sehr früh aus; Narni kamen wir hinauf, ehe es Tag war, und so habe ich
die Brücke nicht gesehen. Täler und Tiefen, Nähen und Fernen, köstliche Gegenden, alles Kalkgebirg, auch nicht eine Spur eines andern Gesteins.
Otricoli liegt auf einem der von den ehemaligen Strömungen zusammengeschwemmten Kieshügel und ist von Lava gebaut, jenseits des Flusses hergeholt.
Sobald man über die Brücke hinüber ist, findet man sich im vulkanischen Terrain, es sei nun unter wirklichen Laven oder unter früherm Gestein, durch Röstung und Schmelzung verändert. Man steigt einen Berg herauf, den man für graue Lava ansprechen möchte. Sie enthält viele weiße, granatförmig gebildete Kristalle. Die Chaussee, die von der Höhe nach Città Castellana geht, von eben diesem Stein, sehr schön glatt gefahren, die Stadt auf vulkanischen Tuff gebaut, in welchem ich Asche, Bimsstein und Lavastücke zu entdecken glaubte. Vom Schlosse ist die Aussicht sehr schön; der Berg Soracte steht einzeln gar malerisch da, wahrscheinlich ein zu den Apenninen gehöriger Kalkberg. Die vulkanisierenden Strecken sind viel niedriger als die Apenninen, und nur das durchreißende Wasser hat aus ihnen Berge und Felsen gebildet, da denn herrlich malerische Gegenstände, überhangende Klippen und sonstige landschaftliche Zufälligkeiten gebildet werden.
Morgen abend also in Rom. Ich glaube es noch jetzt kaum, und wenn dieser Wunsch erfüllt ist, was soll ich mir nachher wünschen? Ich wüßte nichts, als daß ich mit meinem Fasanenkahn glücklich zu Hause landen und meine Freunde gesund, froh und wohlwollend antreffen möge. (...) 

(Aus "Italienische Reise" von Goethe)


Dem 31. Oktober 1817

Dreihundert Jahre hat sich schon
Der Protestant erwiesen,
Daß ihn
von Pabst- und Türkenthron
Befehle baß verdrießen.

Was auch der Pfaffe sinnt und schleicht,
Der Prediger steht zur Wache,
Und daß der Erbfeind nichts erreicht,
Ist aller Deutschen Sache.

Auch ich soll gottgegebene Kraft
Nicht ungenützt verlieren,
Und will in Kunst und Wissenschaft
Wie immer protestieren.

(von Goethe)


Bauernregeln für den Monat Oktober:
Regen an St. Remigius (1. Oktober)
bringt für den ganzen Mond Verdruss.  
Ist St. Gall' (17. Oktober) trocken,
so folgt ein Sommer mit nassen Socken.  
Mit Krispin (25. Oktober) sind alle Fliegen hin.  
St. Wolfgang (31. Oktober) Regen,
verspricht ein Jahr voll Segen.
Wenn der Oktober linde war,
folgt ein kalter Februar.  
Sitzt im Oktober das Laub noch fest am Baum,
fehlt ein strenger Winter kaum.  
Oktober-Sonnenschein schüttet Zucker in den Wein.

Gartentipps:

Im Oktober wird in unseren Breiten nichts mehr ins Freiland gesät.
Kartoffeln, Kohl, Broccoli, Radieschen und Salate (zum baldigen Verzehr), Baldrian- und Beinwellwurzeln (zur weiteren Verwendung in der Heilkunde, nachdem sie gereinigt, geteilt und getrocknet sind), können weiterhin geerntet werden. Vor den ersten Frösten werden die letzten Tomaten noch grün mitsamt den Trieben abgeschnitten und an einem warmen Ort kopfüber aufgehängt, wo sie nachreifen.
Auch im Oktober kann man noch mit vorgezogenen Stauden ein Kräuterbeet anlegen: Lavendel, Schnittlauch, Pfefferminze, Salbei und Oregano bilden darin eine solide Basis.
Jetzt ist Pflanzzeit für viele Obstgehölze (u.a. Apfel-, Birn- und Zwetschkenbäume) und Beerensträucher! Die Anlage von Rabatten mit zweijährigen Stauden ist ebenfalls noch möglich. Gegen Monatsende ist die richtige Zeit, Rosen und Ziergehölze zu pflanzen.
Und die Vorbereitungen für das Blütenmeer im Frühjahr laufen auf Hochtouren: Vergraben Sie Zwiebeln von Krokussen, Narzissen und Tulpen, Märzenbechern, Winterlingen, Blausternchen und Schneeglöckchen!
Nach dem ersten Frost gräbt man die Dahlienknollen aus und schneidet die abgefrorenen oberirdischen Pflanzenteile etwa eine Handbreit über den Knollen ab. Diese überwintern im Keller, verpackt in feuchten Sand. Weiters muss man die Knollen von folgenden Gewächsen zum Überwintern aus der Erde holen: Freesien, Gladiolen und Knollenbegonien. Sie überdauern die kalte Jahreszeit ebenfalls im trockenen, frostfreien Keller.
Frostempfindliche Duft- und Würzkräuter (z. B. Duftblattgeranien, Lorbeer, Rosmarin) sowie Balkon- und Kübelpflanzen (z.B. Oleander, Agaven, Engelstrompeten) übersiedeln nun in den hellen Keller/kühlen Wintergarten.


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