Marc Ritter & CUS: "Transalp"
Der
Hauptkommissar wird erneut von seinem Widersacher herausgefordert
Hauptkommissar Anselm Plank steht kurz vor seiner Pensionierung und ist
damit beschäftigt, seine designierte Nachfolgerin Stephanie
Gärtner in die Arbeit als Chefzielfahnderin bei der
Münchener Polizei einzuführen, wozu sie sich selbst
zunächst auferlegt hat, seine alten Fälle
durchzugehen. Da wird er auf einmal in das Büro seines
direkten Vorgesetzten gerufen, denn einer seiner "alten Bekannten", der
seit einiger Zeit wieder auf freiem Fuß ist, hat erneut
zugeschlagen.
Der Kunsträuber Benno Spindler ist auf genauso dreiste wie
auch amüsante Art und Weise in den Besitz einer
Nibelungenhandschrift gekommen, die in einer Vitrine in der
Münchner Staatsbibliothek gelegen war. Und auf einem
Stück Glas hat er genau in der Mitte einen sehr gut sichtbaren
Daumenabdruck hinterlassen, so als ob er die Polizei foppen wollte.
Aus zunächst unersichtlichen Gründen soll Plank
seinem alten "Freund" alleine nachspüren, doch es gelingt ihm,
seine Nachfolgerin mitzunehmen - als so eine Art
"Meisterprüfung für eine Zielfahnderin". Und auch,
weil er sich durchaus ein bisschen in die halb so junge Frau verliebt
hat, die aus dem Großraum Hannover stammt und von Bergen, wie
sie München
umgeben, nun so überhaupt keine Ahnung hat.
In ebendiese Berge müssen sie sich dann begeben, als ein
Rätsel, das Spindler in seiner Wohnung für Plank
hinterlassen hat, sie genau dorthin führt. Denn Spindler ist
nicht nur ein Kunsträuber und Rätselfreund, sondern auch
ein
Bergfex - so wie auch sein polizeilicher Verfolger ein
wenig. Er selbst ist mit dem Manuskript aus dem Mittelalter einem
großen Rätsel der Geschichte auf der Spur und zieht
seinen alten Spezi Plank mit seinen Rätseln hinter sich her.
Dies geschieht nicht so sehr aus alter Freundschaft, als vielmehr aus
Eigennutz und zum Selbstschutz, denn an dem Rätsel in seiner
Tasche sind noch viele Andere interessiert. Diese Interessenten sind
zahlreich, bewaffnet, skrupellos und gut vernetzt.
Und so beginnt eine aufregende Schnitzeljagd durch Berg und Tal, auf
den Spuren der Geschichte mit neuester Technik und ganz alten Tricks am
Berg, bei der die Flachlandtirolerin ihre "Bergbeine" finden muss,
während die alten Bergfexe ordentlich dazulernen.
Dem ehemaligen Bergfex Ritter gelingt es in diesem spannenden und
rasanten Krimi wunderbar, der Leserschaft die Freuden und Gefahren des
Bergwanderns
näherzubringen und dabei sowohl Traditionalisten,
als auch moderne Ausrüstungssportler zu ihrem Recht kommen zu
lassen.
Freunde komplexer Rätsel,
(etwa des Rätselrennens der
"Süddeutschen Zeitung", des "Goldwörterbuchs" und
anderer bekannter Rätsel, wie dem "Millenniumsrätsel"
des "GEO"-Magazins), werden das Pseudonym "CUS" kennen. Für
diesen Roman hat er in erster Linie Spindlers Rätsel
für Plank beigesteuert, die sehr zum Mitknobeln einladen und
dem Kriminalroman zusätzliche Würze verleihen.
Große Leseempfehlung!
(K.-G. Beck-Ewerhardy; 08/2015)
Marc
Ritter & CUS: "Transalp"
Knaur, 2015. 345 Seiten.
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Marc Ritter, geboren 1967, wuchs in den Bergen der Wintersportmetropole Garmisch-Partenkirchen auf. Nachdem der leidenschaftliche Bergsteiger und Skitourengeher in den französischen Alpen einen Lawinenabgang unverletzt überlebte, beschloss er sein Leben zu ändern.