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Neuseeland wird Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2012 sein |
Mitreißende Geschichten und
Ideen vom anderen Ende der Welt
"He
meomoēa he ohorere / Bevor es bei Euch hell wird" - unter diesem Motto
präsentiert sich das Gastland der Frankfurter Buchmesse 2012.
Mit
Neuseeland stellt sich eine Kultur vor, die auf unterschiedlichsten
Einflüssen beruht - aus Europa, aber auch aus Polynesien und Asien.
Der sprichwörtliche "neuseeländische Einfallsreichtum" äußert
sich in der Literatur ebenso wie in Film, Musik, Design und digitalen
Medien. Christopher Finlayson sagte: "Als Gastland der Frankfurter
Buchmesse wird Neuseeland seine kulturelle Reichweite nicht nur in
Deutschland erheblich steigern, sondern auch - bei über 110 ausstellenden
Ländern und Hunderttausenden von Messebesuchern - international."
Neuseeland liegt teils auf
der australischen, teils auf der ozeanischen Kontinentalplatte.
Schillernd ist auch die Identität seiner Kultur, die sich im 20.
Jahrhundert von britischen Einflüssen zunehmend emanzipierte und verstärkt
auf ihre Maori-Traditionen blickte. Während die ersten schriftlichen
Zeugnisse über das Land von den Entdeckern
James Cook und Georg Forster
stammen, ist die mündliche Tradition der polynesischen Stämme wesentlich
älter: Um das Jahr 800 n. Chr., so wird geschätzt, kamen die ersten Maoris
nach Aotearoa, wie Neuseeland in der offiziellen Landessprache heißt. Im
19. Jahrhundert wurden die Inseln dann britische Kolonie und
Einwanderungsland. Heute ist Neuseeland eines von 54 Commonwealth-Ländern.
Seine Gesellschaft ist geprägt durch Immigranten aus Europa, Indien,
Asien, Lateinamerika und Afrika. Postkolonialismus und polynesische
Vielfalt beeinflussen die Kultur Neuseelands auch heute. Die lebendige
Demokratie des Landes zeigt sich auch in der Kultur, die oft politische
Themen aufgreift.
Die offizielle
Gleichberechtigung der indigenen Sprache der Maoris neben dem Englischen
ist dabei hart erkämpft: Der Dichter Hone Tuwhare war der Erste, der
Maori-Lyrik in englischer Sprache verfasste, "Booker"-Preisträgerin Keri
Hulme versteht sich selbst ebenso wie Alan Duff als eng mit der Maori-Bewegung verbunden. Witi
Ihimaera gilt als der bekannteste lebende Maori-Schriftsteller (u.A. "Whale
Rider", 2002 von Niki Caro
verfilmt).
In Deutschland verlegt sind bislang
nur wenige neuseeländische Autoren, darunter Alan Duff, Patricia Grace,
die Krimi-Autorin Ngaio Marsh und Anthony McCarten.
Die wohl berühmtesten Autoren der Inseln sind Katherine Mansfield, aber
auch Michael King oder Janet Frame - ihre Autobiografie "Ein Engel an
meiner Tafel" wurde 1990 von Jane Campion verfilmt.
Die neuseeländische
Autorenvereinigung des "P.E.N." hat rund 1.300 Mitglieder und ist sehr
aktiv. Rund 2.000 Titel kommen jährlich neu auf den Markt. Die "Publishers
Association of New Zealand" umfasst rund 80 neuseeländische Verlage, die
jährlich rund 550 Millionen Euro Umsatz generieren. Die gesamte
neuseeländische Kulturindustrie erwirtschaftete im Jahr 2007 einen Umsatz von rund
7 Milliarden Euro. Mit Neuseeland wird - nach Indien und Irland - zum
dritten Mal ein englischsprachiges Land Gastland der "Frankfurter
Buchmesse".
(Quelle: Pressemeldung der "Frankfurter Buchmesse" vom 01.06.2011; Auszüge.)
Einige Lektüretipps:
Alan
Duff: "Warriors"
Selten ist Romanen vergönnt, was mit Alan Duffs "Warriors" geschah: Er
veränderte das Selbstverständnis seines Landes. Monatelang stand er an der
Spitze der Verkaufsbestenlisten. Die Verfilmung brach sämtliche Rekorde in der
Geschichte Neuseelands und löste eine Flut von Debatten und Initiativen aus.
Mit größter Intensität erzählt der 1950 geborene Alan Duff, selbst Maori, vom
Leben im Maori-Ghetto von Pine Block. Von Jake, dem arbeitslosen Hünen, der sich
auf nichts verlassen kann als auf seine Muskeln und seinen linken Haken. Von
Beth, die, selbstbewusst und stark im Nehmen, versucht, ihre zerfallende Familie
durchzubringen und zusammenzuhalten. Von den fünf Kindern, die selbst in den
Strudel geraten, bis Beths Kraft und Vision doch noch einen Ausweg zeigen.
Duffs Roman ist mit Zorn und Anteilnahme geschrieben. Er verschweigt nichts,
bricht Tabus und begegnet doch all seinen Figuren mit dem Verständnis, das ihnen
im Leben verwehrt ist. (Unionsverlag. Aus dem Englischen von Gabriele Pauer.)
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Patricia
Grace: "Potiki"
Der alte Maori-Holzschnitzer konnte sein
größtes Lebenswerk, das Versammlungshaus mit den Ahnenfiguren, nicht vollenden;
der letzte Pfosten blieb leer. Und Toko, das Kind mit den hellseherischen
Kräften, empfängt eines Tages bedrohliche Visionen von der Zukunft seines
Dorfes. So kommt Unruhe in den Kreislauf von Mensch und Natur, Tag und Nacht,
Leben und Tod in der Maori-Siedlung an der Küste Neuseelands. Der "Dollarmann"
taucht auf: Ein moderner Freizeitpark an der Küste verheißt Fortschritt und
Einkommen. Die Dorfgemeinschaft versucht den Bulldozern und der Verlockung des
großen Geldes zu widerstehen. Da wird Tokos Vision wahr: Die Dollarmänner
überfluten die Felder und den Friedhof, und eines Nachts steht sogar das
Versammlungshaus in Flammen.
Patricia Grace, 1937 in Wellington, Neuseeland, geboren, war viele Jahre
Lehrerin und lebt heute auf dem Land ihrer Vorfahren in Plimmerton. Ihr
Erzählband "Wairaki" (1975) war die erste Veröffentlichung einer Maori-Autorin
überhaupt. Ihr erster Roman, "The Moon Sleeps", erschien 1978. Sie hat auch
mehrere Kinderbücher in Maori und Englisch geschrieben. Für den Roman "Potiki",
ihr erstes Buch, das auf Deutsch übersetzt wurde, erhielt Patricia Grace 1994
den "LiBeraturpreis". Der Roman "Dogside Story" wurde 2001 mit dem
internationalen "Kiriyama Prize" ausgezeichnet. 2006 erhielt sie den
neuseeländischen "Prime Minister's Award for Literary Achievement" für ihr Werk,
das in der Entwicklung der Maori-Prosaliteratur eine Schlüsselrolle spielt.
(Unionsverlag. Aus dem Englischen von Helmi Martini-Honus und Jürgen Martini.)
Patricia
Grace: "Drei Cousinen"
Makareta ist die Auserwählte - Hoffnungsträgerin der ganzen Familie. Missy ist
die Beobachterin - sie nimmt ihr Schicksal hin, ohne ihre Träume zu vergessen.
Mata ist die, die immer wartet - auf das Leben, das unterdessen vergeht.
"Drei Cousinen" erzählt die Geschichte dreier Maori-Mädchen, die zusammen
aufwuchsen, auseinandergerissen wurden und sich als Frauen nun auseinandergelebt
haben. Die Geschichte führt aus den 1940er-Jahren bis in die Gegenwart, von der
Gemeinschaft auf dem Land bis in die politischen Probleme und Proteste der
Städte.
Patricia Grace zeigt eine Maori-Gemeinschaft, die im Sog der modernen
Gesellschaft auseinanderzubrechen droht. Der ruhige Erzählfluss kontrastiert mit
den schnittartig zusammengesetzten Blickwinkeln dreier unterschiedlicher Frauen,
die erst am Ende ihres Lebensweges wieder zusammenfinden. (Unionsverlag. Aus dem
Englischen von Helmi Martini-Honus und Jürgen Martini.)
Patricia
Grace: "Anapuke, Berg der Ahnen"
Als Tawera zur Welt kommt, weiß er sofort, dass da noch jemand ist: ein anderes
Kind, ein Mädchen, das nur er sehen kann. Schließlich stellt sich heraus, dass
Tawera tatsächlich eine vier Jahre ältere Schwester hat, die nach einem
Autounfall tot zur Welt kam. Die Mutter trauert lange um ihr erstes Kind, doch
mit der Geburt von Tawera nimmt der Geist des Mädchens ganz selbstverständlich
seinen Platz in der Familie ein. Für Tawera ist die ältere Schwester immer
anwesend, er erzählt ihr, was er sieht und erlebt, sie spielen und streiten.
Doch das Mädchen scheint noch eine andere Aufgabe zu haben in der Familie, die
zunächst zaghaft, dann immer selbstbewusster um die alten Landrechte am Berg
Anapuke, der Wohnstätte ihrer Ahnen, kämpft. (Unionsverlag. Aus dem Englischen
von Helmi Martini-Honus und Jürgen Martini.)
Anthony McCarten
Anthony McCarten, geboren 1961 in New Plymouth/Neuseeland. Mit 25 (mit Stephen
Sinclair) weltweiter Theatererfolg "Ladies' Night", in der unautorisierten
Filmadaption ("The Full Monty"/"Ganz oder gar nicht") eine der weltweit
erfolgreichsten Filmkomödien. Seine drei ersten Romane bei Diogenes, "Superhero"
(2007), "Englischer Harem" (2008) und "Hand aufs Herz" (2009), waren alle große
Kritiker- und Publikumserfolge. Die Verfilmung von "Superhero" durch Ian
FitzGibbon (nach einem Drehbuch von Anthony McCarten) mit Andy Serkis, Thomas
Brodie-Sangster, Jessica Schwarz, Michael McElhatton und Sharon Horgan gelangt
voraussichtlich Anfang 2012 in die Kinos.
Bücher von Anthony McCarten:
"Liebe
am Ende der Welt"
Ein verlottertes Provinzstädtchen am Ende der Welt. Kurz vor Heiligabend
behauptet die sechzehnjährige Delia, einen Außerirdischen gesehen zu haben - und
wird von allen ausgelacht. Keiner glaubt ihr. Das ändert sich, als in einem
Kornkreis eine plattgewalzte Kuh entdeckt wird ... und als das schöne Mädchen
merkt, dass es schwanger ist, obwohl es mit keinem der jungen Männer im Ort
intimen Kontakt hatte. Als Delias besten Freundinnen Lucinda und Yvonne dasselbe
widerfährt, kann selbst der Pfarrer dieses Wunder nicht erklären. Fasziniert von
dem unerhörten Ereignis und noch mehr von den drei eigenwilligen Mädchen,
versuchen drei Männer, jeder auf seine Art, das Geheimnis zu ergründen: der
Pfarrer, der Skandaljournalist Vic aus Wellington, dem nur noch ein Knüller die
Karriere retten kann, und der gutaussehende neue Bibliothekar Phillip, ein
stiller, aber zorniger Intellektueller, dessen Liebe bisher ausschließlich den
Büchern galt.
Eine Geschichte mit einem tragischen Kern, erzählt wie ein Krimi, dessen
eigenwillige Helden dank beherzter Eigeninitiative über ihre Grenzen
hinauswachsen. (Diogenes.)
"Englischer
Harem"
Ihr Hang zu Tagträumen hat die junge Tracy Pringle um ihren Arbeitsplatz
gebracht. Doch wie in einem Traum wenden sich die Dinge zum Guten: ein neuer
Arbeitsplatz, eine neue Liebe, eine neue, fremde Welt - verkörpert von Samaan
Sahar, genannt Sam, Sohn einer Metzgerdynastie aus Teheran, vornehmer Besitzer
eines vegetarischen Restaurants, Oxford-Absolvent, Muslim und Mitglied eines
anglikanischen Kirchenchors.
Ach ja - und er hat bereits zwei Frauen. Tracys und Sams eigentlich unmögliche
Liebe ist eine Provokation: für sie selber, für die jeweiligen Eltern ... und
für Tracys eifersüchtigen rassistischen Ex-Freund! Die Gegensätze prallen
vehement aufeinander: Ost und West, Reich und Arm, Gemüse und Fleisch, Poly- und
Monogamie, Alt und Jung, tolerante Menschlichkeit und blinde Gewalt ...
"Sind wir noch Herren im eigenen Land?", jammern Tracys Eltern, während
Tracy und Sam schon längst die Frage stellen, was das heute bedeutet: Heimat,
Treue, Religion, eine Familie - und Glück. Ein provozierender Roman über Liebe,
Kochen und die Faszination des Fremden. (Diogenes. Aus dem Englischen von
Gabriele Kempf-Allié und Manfred Allié.)
"Hand
aufs Herz
Vierzig Menschen sind unterwegs zum Hof eines Londoner Autohändlers und zu einem
exklusiven Fahrzeug, das derjenige gewinnt, der am längsten die Hand daraufhält.
Ein absonderlicher Ausdauerwettbewerb, der als Gleichnis für das Leben überhaupt
stehen kann. Es sind alles Menschen, denen ihre Existenz entglitten ist und die
trotz allem die Hoffnung auf ein besseres Leben nicht aufgeben wollen. Der
Wettbewerb fördert bei vielen ihre schlimmsten Seiten zutage, anderen verhilft
er zu neuen Perspektiven. Im Laufe der Geschichte wird klar, dass jede der
Figuren diesen Gewinn braucht, um einen Weg aus ihrer persönlichen Krise zu
finden. (Diogenes.)
"Superhero"
Willkommen in Donald Delpes Welt ...
Er ist vierzehn. Magerer Junge, Schultern so dürr wie Kleiderbügel. Schräger
Vogel. Keine Augenbrauen, keine Haare. Gesicht wie eine Pellkartoffel. Stapft
mit Schuhen Größe 46 durch Nord-London. Strickmütze tief in die Stirn gezogen,
Stöpsel in den Ohren, "iPod" voll aufgedreht. Keine Chance bei den
Mädchen. Und dazu nervige Eltern, ein bescheuerter älterer Bruder. Und das
Allerschlimmste: Er hat Krebs, und es sieht nicht gut aus. Es wäre eine richtige
Scheiß-Welt, wäre da nicht ... "MIRACLEMAN", der von Donald erfundene Superheld,
unverwundbar, unbesiegbar, dessen Abenteuer er in seine Kladde zeichnet. Seinen
ewigen Kampf gegen den Superschurken "GUMMIFINGER", einen wahnsinnigen Arzt. Die
Zeit wird knapp ... Wie lange er noch zu leben hat, weiß Donald nicht, aber er
weiß, dass er nicht als Jungfrau sterben will. Das ist sein Traum. "MIRACLEMAN"
hat seine "RACHEL", selbst "GUMMIFINGER" hat seine Krankenschwester. Und was hat
Donald? Na ja, da ist Shelly, ein süßes Mädchen aus seiner Gegend. Donalds
Bruder versorgt ihn sogar mit Tipps, wie er sich an sie heranmachen kann, doch
es klappt nicht. Sein Bruder ist wirklich ein Idiot. Zeit für Superhelden ...
Superhelden tauchen immer dann auf, wenn man sie am wenigsten erwartet. Doch
anders als in "Comic"-Büchern tragen sie im wirklichen Leben keine komischen
Kostüme mit merkwürdigen Zeichen drauf, sondern sehen ganz gewöhnlich aus.
Donald hat das Glück, dass gleich mehrere Supermenschen ihm auf eine Weise
helfen, die er nie für möglich gehalten hätte: der verklemmte Klinikpsychologe
Adrian, eine wunderschöne Unbekannte namens Tanya und ... sogar sein Vater. Aber
reicht das, um Donald zu retten? (Diogenes. Aus dem Englischen von Manfred Allié.)
Janet
Frame: "Dem neuen Sommer entgegen"
"Dem neuen Sommer entgegen", 1963 in London geschrieben, ist erst nach dem Tod
Janet Frames veröffentlicht worden. Ihr erschien dieser Roman zu persönlich, um
ihn zu Lebzeiten zu publizieren.
Grace Cleave verbringt ein Wochenende außerhalb Londons. Die junge
Schriftstellerin aus Neuseeland wird von einem Kritiker, der es gut mit ihr
meint, zu sich in den Norden Englands eingeladen. Aber gerade die schlichte
Herzlichkeit und das Verständnis ihrer Gastgeber stellen Grace auf eine schwere
Probe. Sie fühlt sich wie ein Zugvogel, auch, weil das Heimweh nach Neuseeland
an ihr zehrt und ihr ganzes Leben im Ausland als flüchtig und vorübergehend
erscheinen lässt. Alles Menschliche ist ihr irgendwie fremd, sie sucht nach
ihrem Platz in der Welt - und muss ihn erst in ihrer eigenen Haut finden, ob
gefiedert oder nicht.
Wunderschön geschrieben, mit einer fast überwachen Genauigkeit, anrührend und
auch komisch, ist dieser Roman aus dem Nachlass von Janet Frame ein weiteres
Zeugnis dafür, dass diese Autorin zu den bedeutendsten der Literatur des 20.
Jahrhunderts gehört. Vielen Lesern und Cineasten ist Janet Frame im Gedächtnis
geblieben durch ihre Autobiografie "Ein Engel an meiner Tafel" und deren
Verfilmung durch Jane Campion.
Janet Frame wurde 1924 als drittes von fünf Kindern eines Eisenbahnarbeiters in
Dunedin, Neuseeland, geboren, wo sie 2004 auch starb. Die Familienverhältnisse
waren zum Teil tragisch, sie selbst wurde zu Unrecht als Schizophrene über Jahre
in Nervenheilanstalten behandelt, u. A. mit Elektroschocks.
Frame ist Autorin von zwölf Romanen, darunter "Wenn Eulen schreien", und
"Gesichter im Wasser", fünf Erzählsammlungen, darunter "Die Lagune". Sie
veröffentlichte Gedichte und ein Kinderbuch. Ihre Autobiografie "Ein Engel an
meiner Tafel", die von Jane Campion verfilmt wurde, gehört zu den bedeutendsten
Beispielen für dieses Genre im 20. Jahrhundert. Janet Frame zählte zu den
Anwärterinnen für den
Literaturnobelpreis. (C.H. Beck. Aus dem Englischen von Manfred Allié.)
Janet
Frame: "Ein Engel an meiner Tafel"
Janet Frames autobiografischer Roman erzählt die Lebensgeschichte einer der
eigenwilligsten Autorinnen der Weltliteratur. Die junge Janet Frame wächst unter
ärmlichen und tragischen Umstanden an der Küste Neuseelands auf: ihr Bruder
erkrankt an Epilepsie, und ihre beiden Schwestern ertrinken bei Badeausflügen.
Nach einem Selbstmordversuch in die Psychiatrie eingeliefert, rettet die junge
Autorin nur wenige Tage vor einer geplanten Hirnoperation ein Literaturpreis,
und sie wird nach acht Jahren entlassen. "Ein Engel an meiner Tafel" liefert den
Beweis für die lebensspendende Kraft der Literatur, erzählt von einer Autorin,
die ihr Leben dem Schreiben widmete und bis zum Ende aus dieser Kraft schöpfte.
Frames Autobiografie gehört zu den bedeutendsten Beispielen für dieses Genre im
20. Jahrhundert. (C.H. Beck.)
Janet
Frame: "Wenn Eulen schrein"
Janet Frames erster Roman von 1957
Sarah
Quigley: "Der Dirigent"
Im Sommer 1941 verlassen die deutschen Soldaten klammheimlich Leningrad.
Eine Katastrophe naht: Die Stadt wird
belagert, soll dem Erdboden gleichgemacht werden. Der Großteil der Künstler und
Kulturschaffenden wird evakuiert. Bis auf Dmitri Schostakowitsch, den wohl
berühmtesten russischen Komponisten. Er bleibt, um seine Stadt zu verteidigen.
Doch ein Anderer wird zum eigentlichen Helden: Karl Eliasberg, Dirigent eines
zweitklassigen Radioorchesters. Hungernd und im Angesicht des Todes führt
Eliasberg mit seinem Orchester Schostakowitschs 7. Sinfonie auf.
Ein hochmusikalischer, bewegender Roman über zwei beseelte wie getriebene
Männer, die der Kälte einen humanen Klang abringen. Die Schriftstellerin und
Kritikerin Sarah Quigley, geboren 1967 in Neuseeland, promovierte in Literatur
an der University of Oxford. Sie veröffentlichte Kurzgeschichten und
Gedichte, wofür sie zahlreiche hochkarätige Auszeichnungen erhielt. "Der
Dirigent" ist ihr vierter Roman und ihr erstes Buch auf Deutsch. Seit dem Jahr
2000 lebt und arbeitet sie in Berlin. (Aufbau Verlag. Aus dem Englischen von
Bettina Abarbanell.)
Joscha
Remus: "Lesereise Neuseeland. Der Kuss der langen weißen Wolke"
Spannende Exkursionen auf der anderen Seite der Welt.
Als "die Schweiz der Südsee" wird Neuseeland immer wieder bezeichnet. Eine
Assoziation, die die ruhigen Gletscherwelten der Gebirgskette der Südinsel, die
saftigen Weiden, die zahlreichen Schafe und die gelassenen Bewohner nahelegen
mögen. Doch nicht alles in Neuseeland entpuppt sich bei näherer Betrachtung als
genügsam und leise. Isolierte, weit entfernte Inselwelten vulkanischen Ursprungs
bringen ausreichend exzentrische Charaktere hervor.
Das hat der Reiseschriftsteller Joscha Remus erfahren, als er Bungee-Springern,
Jetbootfahrern und Schlammgleitern begegnete und bei seinen literarischen
Erkundungen der Kiwiana nachspürte, also all dem, was neuseeländische Identität
ausmacht. Er lässt sich auf ungewohnte Kulinarik mit Berg-Austern und
Opossum-Bällchen ein, besteigt eifersüchtige Vulkane, begleitet die Sängerin
Whirimako Black, die Erfinderin des Maori-Blues, durch die Hauptstadt des
Windes, besucht die Meisterschaften im Kapa Haka, dem ausdrucksstarken
Kriegstanz der Maori ebenso wie die berühmteste Toilette des Planeten und lässt
sich vom Weltmeister David Fagan in die rasante Kunst des Schafscherens
einweihen. (Picus Verlag)
"Neuseeland
fürs Handgepäck"
Neuseeland - das raue Inselparadies im Südpazifik.
Keri Hulme beobachtet in Moeraki die Gezeiten; Edmund Hillary besteigt die
Neuseeländischen Alpen; Witi Ihimaera wird Zeuge eines Walritts; Rachael King
zeltet inmitten von Pinguinen; James Cook trifft auf Kannibalen; Simon Grant
steht vor dem größten Baum des Landes; Caroline Courtney begleitet Maori in der
heutigen Gesellschaft; Derek Grzelewski trinkt Café au lait auf der Banks
Peninsula; Barry Crump können Wind und Wetter nichts anhaben; Elizabeth Light
erkundet Rangitoto; Brian Turner hat Tipps für Angler parat; Nicola Vallance
brütet mit den Albatrossen von Taiaroa Head; Roderick Finlayson rettet einen
Totara-Baum; Qiane Corfield staunt über lebende Fossilien. Dies und vieles mehr
über Neuseeland. (Unionsverlag)
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