Matthew Reilly: "Showdown"


Ein Computerdieb bricht in die New York State Library ein, um dort einige der neuen Pentium-Rechner zu entwenden. Wie ein hinzu kommender Nachtwächter zu seinem eigenen Schaden feststellt, ist er allerdings nicht der einzige unbefugte Eindringling in diesen heiligen Gefilden, und am nächsten Morgen findet die Polizei einen vollständig zerschmetterten Nachtwächter und einen aufs Höchste verstörten, mit Blut übergossenen, Einbrecher vor. Die Bücherei wird unter Überwachung der Polizei gestellt, die am nächsten Abend zwei Wachen im Haus platziert.

Dr. Stephen Swain, ein Unfallchirurg, ist nach einem langen und harten Arbeitstag endlich wieder zu Hause und freut sich auf einen ruhigen Abend mit seinem Kind. Mit seiner Tochter Holly auf dem Arm telefoniert er mit einem alten Freund, als plötzlich ein seltsames Licht um ihn herum erscheint, und im nächsten Moment finden er, seine Tochter und ein abgetrennter Telefonhörer sich in einem dunklen Raum wieder. Hier trifft er einen seltsamen kleinen Mann namens Selexin, der sich ihm als sein Führer vorstellt. Anscheinend finden alle 1000 Jahre auf verschiedenen Planeten in bestimmten Labyrinthen Wettkämpfe statt, an denen die Angehörigen von sieben verschiedenen Rassen teilnehmen. Es ist eine Jagd mit anschließendem Kampf bis zum Tode, und der Gewinner kann das Labyrinth, das sonst die ganze Zeit über unter Starkstrom steht, verlassen. Die anderen sind tot. Damit keiner versucht durch den Strom zu brechen, trägt jeder Wettbewerbsteilnehmer ein Armband, das ihm zum einen anzeigt, wie viele seiner Konkurrenten noch am Leben sind, und ihn zum anderen daran hindert, einfach auszubrechen. Wenn er nämlich das Labyrinth für mehr als 15 Minuten verlässt, verursacht das Band eine begrenzte thermonukleare Explosion (Predator lässt grüßen). Abgesehen von den Menschen - die als noch zu unterentwickelt gelten - wissen alle Teilnehmer im Voraus Bescheid und trainieren teilweise ein Leben lang für die Teilnahme an diesem Wettbewerb. Jedem wird ein Führer an die Seite gestellt, der eine erfolgreiche Tötung dokumentiert und an die Wettkampfleitung übermittelt. Verliert ein Wettbewerbsteilnehmer sein Leben, stirbt auch sein Führer.

Dr. Swains Führer ist von der gegebenen Situation nicht sonderlich begeistert. Erstens hat noch nie ein Mensch diesen Wettbewerb gewonnen, was sein eigenes Überleben stark in Frage stellt, und zweitens stellt Hollys Anwesenheit ein zusätzliches Risiko dar. Trotzdem kommt er seiner Aufgabe gezwungenermaßen nach, und als sich herausstellt, dass einer der Wettbewerbsteilnehmer die Spielregeln auf das Gröbste verletzt hat, beginnt auch Dr. Swain mit seinen Helfern und einem Polizisten, der die Begegnung mit einem der Mitwettbewerber überlebt hat, seine eigenen Regeln aufzustellen. Eine atemlose Jagd beginnt, die durch das Eingreifen der Sicherheitsbehörden von außerhalb des Museums nicht weniger kompliziert wird. Außerdem gibt es im Museum selbst noch ein Wesen, das jeden der Wettbewerber töten wird, sobald es ihn zwischen die Finger bekommt.

Grundprämisse etwas geklaut und teilweise auch etwas sehr abgehoben, aber dann hervorragend und spannend umgesetzt. Nur erscheint der gute Doktor, der ja schließlich dem Leser durch seine Fragen Informationen vermitteln muss gelegentlich ein wenig arg begriffsstutzig. Ansonsten aber eine nette literarische Achterbahnfahrt.

 (K.-G. Beck; 09/2002)


Matthew Reilly: "Showdown"
Taschenbuch:
Ullstein, 2002. 440 Seiten.
ISBN 3-548-25406-3.
ca. EUR 8,95.
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