Michael Jan Friedman: "Star Trek - Captain's Table 2 - Dujonian's Hoard"


Dieser zweite Band der neuen CAPTAIN'S TABLE-Hexalogie behandelt einen der sympathischsten Glatzköpfe im ST-Universum. Das erste Kapitel entspricht wortwörtlich dem letzten Kapitel von WAR DRAGONS, so wie auch das letzte Kapitel dieses Buchs dem ersten Kapitel des Nächsten entsprechen wird.

Cpt. Picard kommt zum Captain's Table auf einem etwas anderen Planeten als Cpt. Sulu, aber auch er wird von einem Freund dort eingeführt. Auf Madigoor gleicht der Laden mehr einem Yachtclub, auch wenn es hier etwas rau zugeht, denn Jean-Luc wird direkt beim Eintreten von einem enthusiastischen Fechter zu einem freundschaftlichen Duell herausgefordert. Er nimmt an und ist dabei auch ziemlich erfolgreich, was ihm die Anerkennung der meisten anderen Gäste einbringt. Wenig später sitzt er an einem Tisch mit mehreren Kapitänen und erzählt ihnen und einer Eidechse, die bereits Sulus und Kirks Geschichte gehört hat, seine besondere Geschichte.

Wie der Titel schon andeutet, geht es in dieser Geschichte um einen versteckten Schatz von großem finanziellen aber auch wissenschaftlichen Wert, zu dem ein ehemaliger StarFleet-Angehöriger anscheinend den geheimen Zugang kennt. Da dieser Schatz aus hochenergetischen Kristallen besteht, mit denen sich Waffen und Schiffe wesentlich effizienter bedienen lassen, und diese Kristalle mal vor langer Zeit in cardassianischer Hand waren, plant StarFleet diese Kristalle in Sicherheit zu bringen, bevor die Cardassianer und mit ihnen die Dominion Zugriff auf diese neue Energiequelle bekommen. Es ist klar, dass sich viele verschiedene Parteien für Dujonians Hort interessieren, wie z. B. die Cardassianer, ausgewählte Piraten, die Romulaner und einige Abenteurer. Aber keine dieser Parteien weiß genau, wo sich Brant - der ehemalige StarFleetangehörige - aufhält. Um diesen zu finden, wird Cpt. Picard undercover mit seinem Sicherheitsoffizier auf den Weg geschickt, um Brant zu finden und von ihm die Lage des geheimen Horts zu erfahren. Zu diesem Zweck heuern Picard und Worf als Hill und Mitcon auf einem Abenteurerschiff unter dem Kommando einer Frau namens Red Abby an. Sehr schnell kommt es zu Spannungen in der wild zusammengewürfelten Besatzung des Schiffs, die sich allerdings nicht richtig entladen, weil vorher bei einer Langstreckensensorenmessung ein cardassianisches Schiff geortet wird, das, nachdem es bemerkt wurde, direkt zum Angriff übergeht. Nach einem ausgedehnten und heftigen Kampf werden die Abenteurer gefangen genommen und an Bord des cardassianischen Schiffes gebracht, wo die Cardassianer nicht nur die Identität von Worf und Picard aufdecken, sondern auch die von Red Abby, die nämlich Brants Schwester ist und ihren Bruder sucht, weil er eben ihr Bruder ist.

Während an Bord des cardassianischen Schiffes die einzelnen "Verhöre" beginnen, denkt Picard verzweifelt über einen Fluchtplan nach. Gerade als es ziemlich schlecht aussieht, wird das Schiff von Phaserfeuer getroffen, denn ein romulanisches Schiff ist im Raumsektor aufgetaucht. Nachdem das cardassianische Schiff weitestgehend außer Gefecht gesetzt ist, gelingt es Picard mit einem kühnen Manöver, das romulanische Schiff zu entern und in seine Gewalt zu bringen. Als die nun sehr reduzierte Abenteurergruppe ihren Weg fortsetzt, begegnet sie einer Flotille von Freibeutern, die sich nach kurzen Verhandlungen mit Abby an ihre Fersen heften und in Richtung des Horts folgen.

Bis zum Hort geschieht noch allerlei, und es tauchen auch noch einige zusätzliche Mitspieler auf, die die Reise maßgeblich erschweren. Beim Hort angekommen finden die Abenteurer neben dem gesuchten Schatz auch noch einige andere Dinge, die ihre weitere Lebensplanung ziemlich über den Haufen werfen, was allerdings nicht notwendigerweise schlecht sein muss.

In diesem Roman erleben wir Cpt. Picard mal von einer etwas anderen Seite, nämlich einmal von der des Abenteurers und auch von der des Geschichtenerzählers, der es liebt, seine Zuhörer über die Wahrheit oder Unwahrheit seiner Geschichte im Unklaren zu lassen. Damit bekommt er speziell gegen Ende des Buches ein bisschen etwas von einem orientalischen Geschichtenerzähler. Für jemanden, der so etwas mag (und ich mag so etwas) ist dies sicherlich eine interessante neue Facette des Cpt. Picard.

Auch in diesem Buch gibt es am Ende eine Kurzbiografie des Erzählers, die allerdings den Kennern der Omnipedia keine wirklich neuen Informationen geben kann. Alles in allem ist auch dieser zweite Band von Captain's Table DURCHAUS LESENSWERT und lässt mit einer gewissen Spannung auf den dritten Band hoffen.

(Klaus-G. Beck-Ewerhardy)


Michael Jan Friedman: "Star Trek - Captain's Table 2 - Dujonian's Hoard"
Englische Ausgabe:
Pocket Books, 1998. 272 Seiten. 
ISBN
0-671-01465-X.
ca. EUR 6,41.
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