Christoph Türcke: "Philosophie des Traums"
Die
tiefgründige philosophische
Analyse, die dieses Buch unternimmt, gilt einem Phänomen, das
wir alle kennen.
Seine Anfänge reichen wenigstens bis in die Altsteinzeit
zurück, schon in der
Antike wurde es professionell behandelt, doch erst im 20. Jahrhundert
wissenschaftlichen Standards unterzogen: der Traum.
Wir träumen, wenn wir aufgehört haben zu denken, und
doch ist der Traum nicht
gedankenlos. Er zeugt von einem Denken unterhalb des Denkens. Seine
massenmedial
nach außen gekehrte Form ist der Film, der seinen Betrachter
in eine Art
Wachtraumleben hineinzieht. Der Traum selbst ist jedoch der Inbegriff
des
Innerlichen. Nur wer in sich versunken ist, kann träumen. Es
gibt einen
historischen Punkt, an dem sich diese Gegensätze auf brisante
Weise berührt
haben. 1895 wurden in Paris die ersten Filme gezeigt. In Wien indessen
„enthüllte
sich am 24. Juli 1895 dem Dr. Sigmund Freud das Geheimnis des
Traumes“. Für
Christoph Türcke wird diese Koinzidenz zum Ausgangspunkt einer
philosophischen
Mentalarchäologie des Traums, mit dem Ziel, die
Primärprozesse unseres Denkens
und unserer Kulturbildung freizulegen. Da
seit 16.09.2008.
Die Rezension finden Sie bald an dieser Stelle!
(Heike Geilen; /2010)
Christoph
Türcke: "Philosophie des
Traums"
C.H. Beck, 2008. ca. 252 Seiten.
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Prof.
Dr. Christoph Türcke ist
Professor für Philosophie an der Hochschule für
Grafik und Buchkunst in
Leipzig.
Weitere Buchtipps:
Antonio Fian: "Im Schlaf"
Träume sind die besten Erzählungen - meinte zumindest
der Surrealismus und
lieferte nicht immer ganz überzeugende Beispiele für
diese Behauptung. Womit
Breton & Co - und auch Freud - aber auf jeden Fall recht
hatten: Träume
sind eine unerschöpfliche Quelle aberwitzigen Humors und
absurdester Einfälle.
Man muss sie nur noch in die rechte Form bringen: "... ihr
Schriftsteller habt es gut, es kann kommen, was will, ihr braucht nur
einen
Stift und ein Blatt Papier und könnt sofort wieder mit der
Arbeit beginnen",
sagt (nach einem gewaltigen Erdbeben) jemand zum Schriftsteller Erich
Hackl - jedenfalls in einer Fian'schen Traumszene.
Diese in erstklassige Kurzgeschichten verwandelten erstklassigen
Träume
enthalten alles, was wir an unserer Schlafproduktion lieben:
Hinrichtungen,
Katastrophen, sexuelle Bizarrerien und Wunscherfüllungen der
Sonderklasse. Da
es sich beim Träumer um Antonio Fian handelt, nimmt es nicht
Wunder, dass auch
seine Arbeitswelt und seine Kollegen (und Konkurrenten) in unbezahlten
Haupt-
und Nebenrollen auftreten. Und das Schwierigste an Träumen,
ihre Verständlichkeit,
diese Frage stellt sich gar nicht erst, denn die Frage nach Sinn und
Bedeutung
ist ja die Spezialdomäne der Literatur!
So wie Träume diverses (verwandlungsbedürftiges)
Material verwandeln,
verwandelt der Autor das Rohmaterial der Träume in
Erzählungen. Ist das nicht
der Verwandlungsvorgang, den Literatur immer vollziehen muss? Antonio
Fian gewährt
dem Leser mit diesen Kurzgeschichten einen fantastischen und sehr
unterhaltsamen
Einblick in die hellwache Wirklichkeit. (Droschl)
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Eugen
T. Gendlin: "Dein Körper
- dein Traumdeuter. Innere Achtsamkeit: mit Focusing
Träume verstehen"
Wie Träume sich mit Hilfe der Focusing-Technik
erschließen, stellt der
Autor Schritt für Schritt an Beispielen dar. Darüber
hinaus zeigt er
theoretisch wie praktisch, wie sich schon bestehende Traumtheorien mit
einer
neuen und überraschenden Sicht auf das Träumen
verbinden lassen
Jeder träumt - individuell, mit eigenen Farben und
Gefühlsqualitäten. Deshalb
- so Gendlin - verweigern sich Träume auch einer allgemein
verbindlichen
Symboldeutung. Träume wollen individuell erschlossen werden.
Dabei hilft die
Technik des Focusing, eine Form nach innen
gerichteter körperlicher
Aufmerksamkeit. Der Autor zeigt Schritt für Schritt, wie
Träume so befragt
werden können, dass Antworten aus dem körperlich
gespürten Erleben entstehen:
frische Energie, Visionen und Lösungen für konkrete
Lebensthemen. Diese
spezifischen Traumfragen öffnen die märchenhafte und
mythologische Logik der
Träume. Sie heben den Schatz, der in die Weisheit der
Träume eingewoben ist.
Das Buch eignet sich für alle, die Zugang zu ihren
Träumen suchen, und für
Therapeuten und Therapeutinnen, die die Arbeit mit Träumen in
ihre Praxis
einbeziehen. (Klett-Cotta)
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Ulrich
Moser: "Traum, Wahn und Mikrowelten. Affektregulierung in Neurose
und Psychose und die Generierung von Bildern"
In seiner Theorie des Schlaftraums hat sich Moser von der
traditionellen
interpretativen Sichtweise gelöst und ein Modell der
Generierung und
Transformation von Träumen und Wahnbildern entworfen. Er
beschreibt, wie die
Affekte Bilder gestalten, wie der Traum beginnt und endet, wie er
verläuft, wie
und warum das Selbst und die Objekte sich wandeln.
Faszinierend ist, wie virtuelle Wahnwelten entstehen, das Subjekt sich
in
schnell wechselnden Beziehungen, Zeiten und Orten bewegt. Der Leser
erfährt,
wie Wahnkranke Bilder malen, von sich erzählen und wie die
entworfenen
Mikrowelten sie vor affektiv unerträglichen Katastrophen
schützen. Das
Geschehen wird deutlich in einer exakten Methode der Kodierung der
Fantasien
eingefangen. Sie erlaubt Vergleiche und erleichtert dem Therapeuten,
den Verlauf
von Traum und Wahn mitzuvollziehen. (Brandes & Apsel)
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Boris
Wandruszka: "Der
Traum und sein Ursprung. Eine neue Anthropologie des Unbewussten"
Es ist wissenschaftlicher Konsens, dass der Traum das Produkt des
"Unbewussten"
ist. Aber was ist das "Unbewusste"? Definitionsgemäß
ist dieses
weder einer empirischen noch einer phänomenologischen
Deskription zugänglich.
Die vorliegende Arbeit hat sich die Aufgabe gestellt, aus einer
detaillierten
und umfassenden phänomenologischen Analyse des Traumgeschehens
mittels einer
wissenschaftlich exakt angegebenen und durchgeführten Methode
(der so genannten
"reduktiv-regressiven Analyse") auf die notwendigen und
wahrscheinlichen Wirkfaktoren zurückzuschließen,
ohne die der Traum in seiner
Phänomenalität nicht erscheinen könnte.
Über diesen Umweg gelingt es im Weiteren
auf zwanglose Weise, die innere Natur des Unbewussten zu bestimmen und
somit
erstmals wissenschaftlich nachprüfbar über den
Ursprung des Traums und das
Wesen des ihm zugrunde liegenden Unbewussten, mithin über das
Verhältnis des Letzteren
zum Bewusstsein genauere Aussagen zu treffen. Dabei stellt sich heraus,
dass der
Traum in seiner Entstehung und in seiner Gestalt nicht zureichend durch
neurobiologische Faktoren, leibliche Sinnesprozesse, unbewusste (bzw.
verdrängte)
Triebkräfte (Freud, Adler), ein kollektives Unbewusstes (Jung)
oder ein "Seinsgeschick"
(Boss) erklärt werden kann, sondern auf eine wesentlich
schöpferisch-geistige
Potenz zurückgeht, die zwar zum Wesen der menschlichen
Gesamtperson gehört, ja
deren Quell ist, aber durch eine anthropologische Kluft vom empirischen
Ich-
bzw. Weltbewusstsein getrennt ist. Anhand vieler konkreter
Träume wird die außerordentliche
Vielschichtigkeit, Vielseitigkeit und Abgründigkeit des
Traumgeschehens resp.
des Unbewussten dargestellt, um erstens eine Revision der
gängigen Theorien des
Traums und des Unbewussten vorzunehmen, zweitens die menschliche
Anthropologie
durch eine wesenserhellende Dimension zu erweitern und drittens der
therapeutischen Arbeit ein wissenschaftlich-philosophisches Fundament
zu geben
und einen konstruktiven, hilfreichen Horizont zu eröffnen. Im
Fortgang der
Studie werden die eigenen Erkenntnisse mit allen bedeutenden
Traumtheorien der
neueren Zeit konfrontiert und ins kritische Gespräch gebracht.
Neurobiologische, leibanthropologische, tiefenpsychologische,
hermeneutische und
philosophische Diskurse, aber auch die Erfahrungen archaischer Kulturen
werden
herangezogen, um das Traumphänomen und die vielen Dimensionen
des Unbewussten
umfassend zu würdigen. Vor allem die kaum zu
überschätzende Sinntiefe, Abgründigkeit
und schöpferische Kraft des Unbewussten sollen deutlich werden
und zeigen, dass
der Traum der Abkömmling einer nur schwer fassbaren, kaum
glaublichen und
dennoch nicht zu leugnenden Wesenszwiefalt und Wesenstranszendenz des
Menschen
ist. (Verlag Karl Alber)
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Christine
Steinhoff: "Ingeborg Bachmanns Poetologie des
Traumes"
Der Traum ist eine der Konstanten im Werk Ingeborg Bachmanns.
Von der frühen Prosa bis hin zum Spätwerk - immer
wieder finden sich Texte,
die traumartig gestaltet sind oder in denen nächtliche
Traumerlebnisse
dargestellt und erörtert werden. Die vorliegende Studie
erschließt erstmals
die semantischen sowie gestalterischen Prinzipien dieser
Traumdichtungen.
Ausgehend von detaillierten Einzeltextanalysen, etwa des bekannten
Traumkapitels
im Roman "Malina", ermittelt Christine Steinhoff in Bachmanns Prosa
eine werkübergreifende, an bestehende Traumdiskurse
anknüpfende
Traumpoetologie. Als Kernstück dieser Poetologie erweist sich
die Vorstellung,
im Traum und in dessen literarischer Nachahmung könnten
endlich die Grenzen des
Sagbaren überwunden werden. Es zeigt sich, dass Ingeborg
Bachmann in ihren
poetischen Traumnachbildungen das einzufangen sucht, was jenseits der
Darstellbarkeit liegt: die "unverlautbare chaotische
Wirklichkeit" (Ingeborg
Bachmann: "Das Buch Franza"). (Königshausen
&
Neumann)
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Verena
Kast: "Träume. Die
geheimnisvolle Sprache des Unbewussten"
Was sind eigentlich Träume? Und warum träumen wir?
Was geht dabei in unserem
Gehirn vor? Und welche Bedeutung haben die Träume für
uns? Die Psychologin
Verena Kast zeigt: Wenn wir uns mit unseren Träumen
beschäftigen, helfen sie,
uns selbst besser zu verstehen - auch wenn wir ihr ganzes Geheimnis
nicht immer
enthüllen können ...
Verena Kast untersucht das Phänomen Träumen aus Sicht
der modernen Hirnforschung,
der psychologischen Traumforschung und der Psychologie
C. G.
Jungs. Träume tragen zur
Konfliktbewältigung und zur
Persönlichkeitsentwicklung
bei, wie viele eindrucksvolle Fallbeispiele verdeutlichen. (Patmos)
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