"Der walt mit loube stt",
sprach ein meit, "ez mac wol mner sorgen werden rt. 
bringt mir mn liehte wt! 
der von Riuwental uns niuwiu liet gesungen ht: 
ich hœr in dort singen vor den kinden. 
jne wil ich nimmer des erwinden, 
ich springe an sner hende
zuo der linden." 

Diu muoter rief ir nch;
s sprach: "tohter, volge mir, niht l dir wesen gch! 
weist, wie geschach 
dner spilen Jiuten vert, alsam ir eide jach? 
der wuohs von snem reien f ir wempel, 
und gewan ein kint, daz hiez sie lempel. 
als lrte er s den gimpelgempel." 

"Muoter, lt iz sn!
er sante mir ein rsenschapel, daz het liehten schn, 
f daz houbet mn, 
und zwne rte golzen brhte er her mir ber Rn
die trag ich noch hiwer an mnem beine. 
wes er mich bat, daz weiz niwan ich eine.  
j volge ich iuwer rte harte kleine." 

Diu muoter sprach: "wol hin!
verst bel oder wol, sich, daz ist dn gewin. 
d hst niht guoten sin. 
wil d mit im gein Riuwental, d bringet er dich hin. 
als kan sn treiros dich verkoufen. 
er beginnt dich slahen, stzen, roufen 
und mezen doch zw wiegen b dir loufen." 

Der muoter der wart leit,
daz diu tohter niht enhrte, daz si ir vor geseit;
iz sprach diu stolze meit: 
"ich hn im gelobt: des ht er mne sicherheit. 
waz verliuse ich d mit mner ren? 
jne wil ich nimmer widerkren, 
er muoz mich sne geile sprnge lren."


(Neidhart von Reuental; um 1190 - um 1246)