So tummelt auf dem Wasser,
eng Hals an Hals gefügt,
von Mandarinen-Entlein
ein Pärchen sich vergnügt.
So geht auch miteinander
dicht Kopf an Kopf beim Flug
hin über Blumenauen
des Phönixpaares
Zug.
So auch es unermüdlich
wie Glücksempfindung rauscht,
was von ganz dicht gewachs´nen
Zweiglein wird ausgetauscht.
Und auch das Paar der Teile
zum Gurt-Eintrachtsverschluss
in einheitlichem Herzstück
sich gerne schließen muss. -
Er drückt mit seinen Küssen
die Lippen an sie fest,
schräg rückgelehnt ihr Antlitz
sie sich´s gefallen lässt.
Die seidnen Strümpfchen heben
sie weit hinauf empor:
Ob seiner Schulter streben
zwei Neumondsicheln vor.
Die goldnen Haarschmuckpfeile
bekamen schrägen Hang;
des
Haupthaars dichte Wolke
aufs Kissen niedersank.
Er schwört ihr meerestiefe
und bergefeste Treu
mit seinem Liebesspiele
auf tausend Arten neu.
Sie schien zuerst zu scheuen
das Wolken-Regen-Spiel,
und doch ist Lustempfindung
ihr tausendfältig Ziel.
Im rechten Augenblicke
dringt an des Ohrs Bereich
von ihr ein heller Lockruf
dem der Goldamsel gleich.
Es fließt der süße Speichel
zusammen ihr im Mund,
und lachend schiebt hervor sie
der Zungenspitze Rund.
Der schlanken Hüften Adern
zieht Frühlingsglück
in Bann;
ihr kirschenrotes Mündchen
hält fast den Atem an.
Die Umwelt nur verschwommen
sehn ihre Äugelein.
In Hunderten von Tröpfchen
stellt feiner Schweiß sich ein.
Und während noch ihr Busen
in weicher Woge bebt,
wird die Päonienblüte
durch reichen Tau belebt.
Ein völliges Verknoten
des Paares kam zurecht,
zwar heimlich und verboten
und dennoch wirklich echt.
(aus dem "Chin-P´ing-Mei"
; anonym; Ming-Dynastie)
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