Moische Kulbak: "Die Selmenianer"

Buchvorstellung


Moische Kulbak war eine Bekanntheit der jiddischen Moderne und als Dichter bereits berühmt, als sein größtes Werk "Die Selmenianer" erschien. Dieser witzige und zugleich traurig-satirische Roman liegt nun endlich vollständig ins Deutsche übersetzt vor.

"Die Selmenianer" erzählt von der schleichenden Sowjetisierung des traditionellen russischen Judentums und erschien als Fortsetzungsroman in einer Zeitung in Minsk. Die Selmenianer sind eine jüdische Großfamilie, deren Lebenswelt durch die Russische Revolution allmählich aus den Fugen gerät. Vier Generationen leben auf dem "Rebsehof" des verstorbenen Ahnen Reb Selmele, verzweigt "in drei mächtige Ströme und etliche Nebenflüsse".
Onkel Itsche und Onkel Sische, Onkel Juhde und Onkel Folje - es ist ein Clan voll berührender und bewegender Figuren. Als die Selmenianer eines Tages ihren Hof verlassen müssen, ist eine alte jüdische Welt verlorengegangen.

Kulbak folgte nicht der Doktrin des sozialistischen Realismus - er forderte satirisch die Sowjetmacht unter Stalin heraus. Leben und Werk dieses großen Autors beschreibt umfassend das Nachwort von Susanne Klingenstein.

Moische Kulbak, 1896 in einem Ort zwischen Vilna und Minsk geboren, war ein weißrussisch-litauischer Schriftsteller und eine der wichtigsten Stimmen in der jiddischen und hebräischen Lyrik und Prosa in der Zeit der Russischen Revolution und der Sowjetherrschaft. Er wurde 1937 während der stalinistischen Säuberungsaktionen wegen seines "reaktionären Nationalismus" nach einem Schauprozess hingerichtet.
In der Sowjetunion erschienen "Die Selmenianer" erstmals im Jahr 1971 - zensiert.


Moische Kulbak: "Die Selmenianer"
Aus dem Jiddischen übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Niki Graça und Esther Alexander-Ihme.
Bereichert mit einem Nachwort von Susanne Klingenstein.
Die Andere Bibliothek, 04.12.2017. 360 Seiten.
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(Quelle: Information des Verlags.
Sämtliche Angaben ohne Gewähr.)