Juli
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Autorengeburtstage:
George Sand (1.7.1804) Friedrich Gottlieb Klopstock (2.7.1724)
Hermann Hesse (2.7.1877) Franz Kafka (3.7.1883)
Dragan Velikić (3.7.1953) Christian Fürchtegott Gellert (4.7.1715)
Christine Thonhauser (=Christine Lavant) (4.7.1915) Jean Cocteau (5.7.1889)
Barbara Frischmuth (5.7.1941) Bernhard Schlink (6.7.1944)
Marcel Proust (10.7.1871) Henry Thoreau (12.7.1817)
Stefan George (12.7.1868) Bruno Schulz (12.7.1892)
Pablo Neruda (12.7.1904) Gustav Freytag (13.7.1816)
Isaac Bashevis Singer (14.7.1904) Iris Murdoch (15.7.1919)
Dag Solstad (16.7.1941) Paulus Hochgatterer (16.7.1961)
Gottfried Keller (19.7.1819) Wladimir Majakowski (19.7.1893)
Francesco Petrarca (20.7.1304) Pavel Kohout (20.7.1928)
Ernest Hemingway (21.7.1899) Alexandre Dumas (Vater) (24.7.1824)
Frank Wedekind (24.7.1864) Banana Yoshimoto (24.7.1964)
Elias Canetti (25.7.1905) George Bernhard Shaw (26.7.1856)
Aldous Huxley (26.7.1894) Louis Poirier (=Julien Gracq) (27.7.1910)
Harry Mulisch (29.7.1927) Patrick Modiano (30.7.1945)
Peter Rosegger (31.7.1843) Cees Nooteboom (31.7.1933)
Joanne Kathleen Rowling (31.7.1965)  

Das letzte Kapitel

Am zwölften Juli des Jahres zweitausenddrei
lief folgender Funkspruch rund um die Erde:
daß ein Bombengeschwader der Luftpolizei
die gesamte Menschheit ausrotten werde.

Die Weltregierung, so wurde erklärt, stelle fest,
daß der Plan, endgültig Frieden zu stiften,
sich gar nicht anders verwirklichen läßt,
als alle Beteiligten zu vergiften.

Zu fliehen, wurde erklärt, habe keinen Zweck,
nicht eine Seele dürfe am Leben bleiben.
Das neue Giftgas krieche in jedes Versteck,
man habe nicht einmal nötig, sich selbst zu entleiben.

Am dreizehnten Juli flogen von Boston eintausend
mit Gas und Bazillen beladene Flugzeuge fort
und vollbrachten, rund um den Globus sausend,
den von der Weltregierung befohlenen Mord.

Die Menschen krochen winselnd unter die Betten.
Sie stürzten in ihre Keller und in den Wald.
Das Gift hing gelb wie Wolken über den Städten.
Millionen Leichen lagen auf dem Asphalt.

Jeder dachte, er könne dem Tod entgehn,
keiner entging dem Tod und die Welt wurde leer.
Das Gift war überall, es schlich wie auf Zehn.
Es lief die Wüsten entlang, und es schwamm übers Meer.

Die Menschen lagen gebündelt wie faulende Garben.
Andere hingen wie Puppen zum Fenster heraus.
Die Tiere im Zoo schrien schrecklich, bevor sie starben.
Und langsam löschten die großen Hochöfen aus.

Dampfer schwankten im Meer, beladen mit Toten.
Und weder Weinen noch Lachen war mehr auf der Welt.
Die Flugzeuge irrten mit tausend toten Piloten,
unter dem Himmel und sanken brennend ins Feld.

 

Jetzt hatte die Menschheit endlich erreicht, was sie wollte.
Zwar war die Methode nicht ausgesprochen human.
Die Erde war aber endlich still und zufrieden und rollte
völlig beruhigt ihre bekannte elliptische Bahn.

(von Erich Kästner)


Juli

Klingt im Wind ein Wiegenlied,
Sonne warm herniedersieht,
Seine Ähren senkt das Korn,
Rote Beere schwillt am Dorn,
Schwer von Segen ist die Flur -
Junge Frau, was sinnst du nur?

(von Theodor Storm)


Juli-Schwermut

An Ernest Dowson

Blumen des sommers duftet ihr noch so reich:
Ackerwinde im herben saatgeruch
Du ziehst mich nach am dorrenden geländer
Mir ward der stolzen gärten sesam fremd.
Aus dem vergessen lockst du träume: das kind
Auf keuscher scholle rastend des ährengefilds
In ernte-gluten neben nackten schnittern
Bei blanker sichel und versiegtem krug.
Schläfrig schaukelten wespen im mittagslied
Und ihm träufelten auf die gerötete stirn
Durch schwachen schutz der halme-schatten
Des mohnes blätter: breite tropfen blut.
Nichts was mir je war raubt die vergänglichkeit.
Schmachtend wie damals lieg ich in schmachtender flur
Aus mattem munde murmelt es: wie bin ich
Der blumen müd · der schönen blumen müd!

(von Stefan George)


Letzter Tag. - Heute, Montag, den 1. Juli, morgens Besuch bei Villemin, der im Bett liegt, sich in Unterhosen erhebt; bei Lambert, der im Taki und Morgenrock ist; er verbreitet sich uns gegenüber über ästhetische Doktrinen.
Nach dem Frühstück Chicheh im Café der Muski.
Abschied von den Herren Delaporte und Belin. - Wir besuchen das Krankenhaus von Kasr-el Aini. - Schilfrohr. - Tiefer Schmerz, das Feld räumen zu müssen. An der Trauer bei der Abreise ermesse ich die Freude, die ich hätte bei der Ankunft empfinden müssen. Frauen schöpfen Wasser; Fellachen, die ich nicht mehr wiedersehen werde!
Sultane: das Volk hindert mich, über ihre Dankbarkeitstränen genügend gerührt zu sein; sie will uns in unsere Heimat folgen! Ich hatte dieselbe Art von Rührung schon in Assuan empfunden, vielleicht ist sie deshalb hier so schwach.
Bulak-Hassanin. - Lebewohl der Matrosen; bewegt war ich nur gestern, als ich Reis Ibrahim zum Abschied umarmte. Herr und Frau Fagnart: Fagnart scheint mir äußerlich freier (er spielt nicht mehr den Vergnügten), weil er da in seinem Element ist. - Diner bei Villemin. - Letzter Abend mit Lambert, Lebewohl am Gitter seines Gartens; Abschied von einem geliebten Menschen.
Mit Mourier bis drei Uhr; der Tag dämmert, die Hähne krähen, meine beiden Kerzen brennen, der Schweiß läuft mir den Rücken hinab, meine Augen stechen, und ich fröstele in der Morgenluft. Wieviel Nächte habe ich nicht schon so plaudernd verbracht! ... In vier Stunden verlasse ich Kairo. Lebewohl, Ägypten! Inch Allah! wie die Araber sagen.

(Aus "Reisetagebuch aus Ägypten
von Gustave Flaubert)


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Es gibt Dinge, die man fünfzig Jahre weiß, und im einundfünfzigsten erstaunt man über die Schwere und Furchtbarkeit ihres Inhaltes. So ist es mir mit der totalen Sonnenfinsternis ergangen, welche wir in Wien am 8. Juli 1842 in den frühesten Morgenstunden bei dem günstigsten Himmel erlebten. Da ich die Sache recht schön auf dem Papiere durch eine Zeichnung und Rechnung darstellen kann, und da ich wußte, um soundso viel Uhr trete der Mond unter der Sonne weg und die Erde schneide ein Stück seines kegelförmigen Schattens ab, welches dann wegen des Fortschreitens des Mondes in seiner Bahn und wegen der Achsendrehung der Erde einen schwarzen Streifen über ihre Kugel ziehe, was man dann an verschiedenen Orten zu verschiedenen Zeiten in der Art sieht, daß eine schwarze Scheibe in die Sonne zu rücken scheint, von ihr immer mehr und mehr wegnimmt, bis nur eine schmale Sichel übrigbleibt, und endlich auch die verschwindet - auf Erden wird es da immer finsterer und finsterer, bis wieder am andern Ende die Sonnensichel erscheint und wächst, und das Licht auf Erden nach und nach wieder zum vollen Tag anschwillt - dies alles wußte ich voraus, und zwar so gut, daß ich eine totale Sonnenfinsternis im voraus so treu beschreiben zu können vermeinte, als hätte ich sie bereits gesehen.
Aber, da sie nun wirklich eintraf, da ich auf einer Warte hoch über der ganzen Stadt stand und die Erscheinung mit eigenen Augen anblickte, da geschahen freilich ganz andere Dinge, an die ich weder wachend noch träumend gedacht hatte, an die keiner denkt, der das Wunder nicht gesehen.
Nie und nie in meinem ganzen Leben war ich so erschüttert, von Schauer und Erhabenheit so erschüttert, wie in diesen zwei Minuten, es war nicht anders, als hätte Gott auf einmal ein deutliches Wort gesprochen und ich hätte es verstanden. Ich stieg von der Warte herab, wie vor tausend und tausend Jahren etwa Moses von dem brennenden Berge herabgestiegen sein mochte, verwirrten und betäubten Herzens.
Es war ein so einfach Ding. Ein Körper leuchtet einen andern an, und dieser wirft seinen Schatten auf einen dritten: aber die Körper stehen in solchen Abständen, daß wir in unserer Vorstellung kein Maß mehr dafür haben, sie sind so riesengroß, daß sie über alles, was wir groß heißen, hinausschwellen - ein solcher Komplex von Erscheinungen ist mit diesem einfachen Dinge verbunden, eine solche moralische Gewalt ist in diesen physischen Hergang gelegt, daß er sich unserem Herzen zum unbegreiflichen Wunder auftürmt. (...)

(Aus "Die Sonnenfinsternis am 8. Juli 1842" von Adalbert Stifter)


(...) Mein Hauptgeschäft war nun, emsig die Zeit und die Willfährigkeit gelehrter Männer benutzend, zu erkunden, welche Lücken der Wissenschaft auszufüllen eine Reise gleich der vorgehabten die Hoffnung darböte; mir Fragen vorlegen, mir sagen zu lassen, worauf besonders zu sehen, was vorzüglich zu sammeln sei. Ich konnte mich und andere nur Allgemeines fragen; über Zweck und Plan der Reise hatte Herr von Krusenstern geschwiegen, und ich wußte nicht, an welchen Küsten angelegt werden sollte. (...)
Ich fuhr von Berlin den 15. Juli 1815 mit der ordinären Post nach Hamburg ab. Die Beschreibung von dem, was damals eine ordinäre Post hieß, möchte jetzt schon an der Zeit und hier an ihrem Orte sein, da der Fortschritt der Geschichte auch dieses Ungeheuer weggeräumt hat. Ich kann aber, ohne meine Glaubwürdigkeit zu gefährden, auf Lichtenberg verweisen, der die Martermaschine mit dem Fasse des Regulus verglichen hat. "Der deutsche Postwagen", schrieb ich damals, "scheint recht eigentlich für den Botaniker eingerichtet zu sein, indem man nur außerhalb desselben ausdauern kann, und dessen Gang darauf berechnet ist, gute Muße zu lassen, vor und zurücke zu gehen. In der Nacht wird auch nichts versäumt, da man sich am Morgen ungefähr auf demselben Punkte wiederfindet, wo man am Abend vorher war." (...)

(Aus "Reise um die Welt in den Jahren 1815-1818" 
von Adelbert von Chamisso)


Erste Station von Neusattel nach Vierstädten

Der 22te Juli oder Mittwochs nachmittags um 5 Uhr war von der Postkarte der ordentlichen fahrenden Post selber zu meiner Abreise unwiderruflich anberaumt. Ich hatte also etwa einen halben Tag Zeit, mein Haus zu bestellen, welchem jetzt zwei Nächte und drittehalb Tage hindurch meine Brust als Brustwehr oder Verhack mit meinem Ich abgehen sollte. Sogar mein gutes Weib Bergelchen, wie ich meine Teutoberga nenne, reisete mir unaufhaltsam den 24ten oder Freitags darauf nach, um den Jahrmarkt zu beschauen und zu benutzen; ja sie wollte schon sogleich mit mir ausreisen, die treue Gattin. Ich versammelte daher meine kleine Bedientenstube und publizierte ihr die Hausgesetze und Reichs-Abschiede, die sie nach meinem Abschiede den Tag und die Nacht erstlich vor der Abreise meiner Frau und zweitens nach derselben auf das pünktlichste zu befolgen hatten, und alles, was ihnen besonders bei Feuersbrünsten, Diebs-Einbrüchen, Donnerwettern und Durchmärschen vorzukehren oblag. Meiner Frau übergab ich ein Sach-Register des Besten in unserm kleinen Registerschiffe, was sie, im Falle es in Rauch aufginge, zu retten hätte - Ich befahl ihr, in stürmischer Nacht (dem eigentlichen Diebs-Wetter) unsere Windharfe ans Fenster zu stellen, damit jeder schlechte Strauchdieb sich einbildete, ich phantasierte harmonisch und wachte; desgleichen den Kettenhund am Tage ins Zimmer zu nehmen, damit er ausschliefe, um nachts munterer zu sein. Ich riet ferner, auf jeden Brennpunkt der Glasscheiben im Stalle, ja auf jedes hingestellte Glas Wasser ihr Auge zu haben, da ich ihr schon öfter die Beispiele erzählet, daß durch solche zufällige Brenngläser die Sonne ganze Häuser in Brand gesteckt - Auch gab ich ihr die Morgenstunde, wo sie Freitags ab- und mir nachreisen sollte, so wie die Haustafeln schärfer an, die sie vorher dem Gesinde einzuschärfen hätte. Meine liebe kerngesunde, blühende Honig-Wöchnerin Berga antwortete ihrem Flitterwöchner, wie es schien, sehr ernsthaft: "Geh nur, Alterchen, es soll alles ganz scharmant geschehen - Wärest du nur erst voraus, so könnte man doch nach! Das währt ja aber Ewigkeiten." Ihr Bruder, mein Schwager, der Dragoner, für den ich aus Gefälligkeit das Passagiergeld trug, um auf dem Postkissen einen an sich tapfern Degen und Hauinsfeld sozusagen als körperlichen und geistigen Verwandten und Spillmagen vor mir zu haben, dieser zog über meine Verordnungen (was ich leicht dem Hage- und Kriegsstolzen vergab) sein braunes Gesicht ansehnlich ins Spöttische und sagte zuletzt: "Schwester, an deiner Stelle täte ich, was mir beliebte; und dann guckte ich nach, was er auf seinem Reglements-Zettel hätte haben wollen." - "O," versetzte ich, "Unglück kann sich wie ein Skorpion in jede Ecke verkriechen; ich möchte sagen, wir sind den Kindern gleich, die am schön bemalten Kästchen schnell den Schieber aufreißen, und - heraus fährt eine Maus, die hackt" - "Maus, Maus, Raus, Raus!" (versetzte er, auf und nieder trabend) "Herr Schwager, aber es ist fünf Uhr; und Sie werden schon finden, wenn Sie wiederkommen, daß alles so aussieht wie heute, die Hunde wie die Hunde und meine Schwester wie eine hübsche Frau: allons donc!«" - Er war eigentlich schuld, daß ich aus Besorgnis seines Mißdeutens nicht vorher eine Art von Testament gemacht.

(Aus "Des Feldpredigers Schmelzle Reise nach Flätz mit fortgehenden Noten; nebst der Beichte des Teufels bei einem Staatsmanne"
von Jean Paul)


Gewitterabend

Es dämmert und dämmert den See herab,
Die Wasser sind gar so dunkel;
Doch wenn ob den Bergen der Blitzstrahl zuckt,
Was ist das für ein Gefunkel?

Dann tun dem Schiffer die Augen weh,
Er sputet sich ängstlich zu Lande,
Wo gaffend der Feierabend steht
Am grell erleuchteten Strande.

Die Leute freuen und fürchten sich
Und wünschen ein gutes Ende
Und dass der Herr kein Hagelgericht
In ihren Krautgarten sende.

Jetzt zischt der Strahl in die laue Flut,
Rings spannen sich feurige Ketten;
Der blöde Haufen ergreift die Flucht,
Sie verkriechen sich in die Betten.

Wenn Gott einen guten Gedanken hat,
Dann raunt man: es wetterleuchtet!
Pass' auf, Gesindel, dass nicht einmal
Er in die Wirtschaft dir leuchtet!

(von Gottfried Keller; 1819-1890)


Bauernregeln für den Monat Juli:
Bringt Margareta (13. Juli) Regenzeit,
verdirbt der Most weit und breit.  
Drei Tage vor Jakobi (25. Juli) Regen
bringt keinen guten Erntesegen.  
Anna (26. Juli) warm und trocken,
macht den Bauern frohlocken.  
Julisonnenstrahl gibt eine gute Rübenzahl.  
Im Juli will der Bauer lieber schwitzen,
als hinterm Ofen sitzen.  
Nur in der Juliglut wird Obst und Wein dir gut.  

Im Garten, auf dem bepflanzten Balkon

Der Juli ist eine gute Zeit, nochmals Karotten, Buschbohnen, Radieschen, Fenchel, Schnittsalat und Rote Rüben zu säen. Auch Kümmel und Petersil, Vergissmeinnicht, Glockenblumen und andere zweijährige Sommerblumen werden nun gesät. Vorgezogene Pflanzen von Endivien, Eissalat, Karfiol und Kohlrüben werden an den endgültigen Standorten eingesetzt. Weiters empfiehlt es sich, Pfingstrosen und Iris auszupflanzen. Beerensträucher werden ausgelichtet, Stauden und Erdbeerpflanzungen gedüngt, Balkon- und Kübelpflanzen von Verblühtem befreit. Im Juli erntet der Gärtner neben Frühkartoffeln, Salaten, Erbsen, Karotten, Gurken, Zucchini und Zuckermais auch Kräuter (z. B. Pfefferminze, Dill, Petersil) sowie süße Beeren, manch frühe Äpfel und Birnen, Marillen und Pfirsiche. Abgeerntete Beete nicht brach liegen lassen, sondern zumindest bodendeckende Gründüngung (z. B. Senfsaat, Bienenfreund) aussäen.


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