Ben Aaronovitch: "Der Galgen von Tyburn"

Buchvorstellung


In seinem sechsten Fall muss der fabelhafte Peter Grant:

ein verschollenes altes Buch wiederfinden
einen verdächtigen Todesfall auf einer Party der Reichen und Schönen Londons aufklären
versuchen, es sich dabei nicht völlig mit Lady Ty zu verderben
vermeiden, vom Gesichtslosen ins Jenseits befördert zu werden
sich mit einem ganzen Haufen rauflustiger Amerikaner herumschlagen, die definitiv zu viel "24" gesehen haben.

Kurz: Peter bekommt die einzigartige Gelegenheit, es sich mit alten Freunden zu verderben und sich dabei jede Menge neue Feinde zu machen. Einmal vorausgesetzt, er überlebt die kommende Woche.

Leseprobe:
"(...) Die vorliegende Festung betrat man mittels eines gläsernen Aufzugs in einem ebenso gläsernen Schacht, so dass man (vorausgesetzt, man war 'man') die Aussicht über den Hyde Park genießen konnte - wofür man ja schließ lich auch zehn Millionen Pfund und mehr gelatzt hatte.
Der Aufzug führte auf einen Flur, wo wir den Tanz der weißen Overalls aufführten, bei dem die Würde des Gesetzes unweigerlich gewisse Einbußen erleidet, während man auf einem Bein herumhüpft und versucht, das andere in den blöden Papieranzug hineinzumanövrieren. Wie sich herausstellte, trug Guleed Leggings unter ihrem Rock; den Rock ließ sie ebenso wie das Kopftuch in einer bereitgestellten durchsichtigen Plastiktüte zurück. In vorschriftsmäßig hygienischer Verpackung gingen wir sodann nach links durch eine Mahagoni-Doppeltür, die durch ein tragbares Flutlicht am Zufallen gehindert wurde. Dahinter lag ein kurzer Flur mit halbrunder Rückwand und einer Menge abstrakter Kunst an den übrigen Wänden.
In Sachen Wohnung bringt mehr Geld einem irgendwann nicht mehr viel, außer dass die Hausratversicherung 18 in schwindelerregende Höhen steigt. Ein Raum mit eleganten Proportionen wirkt auch mit weißer Tapete und kahlem Holzboden elegant. In einem unschön geschnittenen Raum hingegen bewirken selbst die hübschesten Schleiflack-Beistelltischchen aus Rosenholz nichts anderes, als die Putzleute zu nerven. Architektonisch gesehen hatte Hyde Park Nummer Eins den Charme eines brutalistischen Sozialwohnblocks, nur in größerem Maßstab. Natürlich waren die Zimmer viel geräumiger. Aber unter dem Druck, möglichst viele Wohnungen in das Ding zu packen, hatte man deutlich an der Deckenhöhe gespart, was die Proportionen völlig ruinierte.
Seawoll fanden wir gleich um die Ecke in etwas, was im Grundriss als 'Arbeitszimmer' aufgeführt war. Um so viel Tageslicht wie möglich zu bekommen, waren die Wohnungen wie Blätter gestaltet: in der Mitte ein langer Gang, von dem die Zimmer abzweigten wie Blattadern vom Stängel. Das bedeutete, die meisten Wände standen nicht rechtwinklig zueinander, was die Optionen zum Aufstellen von Möbeln erheblich begrenzte. Wenn man nicht Türen oder Fenster blockieren wollte, musste man Betten, Schränke, Regale und all das andere Zeug, das aus einem Betonhohlkörper eine Wohnung macht, genau dorthin platzieren, wo es vom Architekten vorgesehen war. (...)"


Ben Aaronovitch: "Der Galgen von Tyburn. Der sechste Fall für Peter Grant"
Übersetzt von Christine Blum.
dtv, 05.05.2017. 416 Seiten.
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(Quelle: Information des Verlags.
Sämtliche Angaben ohne Gewähr.)